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Neusiedler See

JA ZUR DOTIERUNG DES GRUNDWASSERS – NEIN ZUR DOTIERUNG DES NEUSIEDLER SEES.

Unsere Positionen

Wir haben uns immer gegen die künstliche Zuleitung von Wasser aus der Donau oder einem ihrer Arme gewehrt

Wir warnen – gestützt auf Studien zum Chemismus des Wassers und der des ökologischen Gleichgewichts des Sees – vor Zufuhr von Fremdwasser, das dieses Gleichgewicht stören würde. Ein generelles Nein zu künstlichen Zuleitungen kommt auch vom WWF und von Greenpeace. Denn nach heutigem Stand der Wissenschaft ist das gelegentliche Austrocknen des Neusiedler Sees für diesen die langfristig eine Überlebensfrage. Künstliche Zufuhr von Fremdwasser würde den Wasserstand zwar kurzfristig anheben, dann aber ein noch schnelleres Austrocknen zur Folge haben.

Unsere Bewertung war immer eine aus der Perspektive des Naturschutzes

Genau diese Perspektive fehlt in der Machbarkeitsstudie, die die Landesregierung in Auftrag gegeben hat und die als Grundlage für weitere Entscheidungen herangenommen wird. Wir fordern daher eine ökologische Studie über Auswirkungen einer künstlichen Wasserzufuhr aus dem Moson-Donau-Arm.
Auch die Möglichkeit, dass es bei völliger Austrocknung des Sees zur Gefährdung der Gesundheit von Anrainer*innen durch Salzstürme kommen könnte, muss in einer eigenen Studie untersucht. Empfehlungen, welche Maßnahmen in diesem Fall zum Schutz der Bevölkerung zu setzen sind, müssen Gegenstand einer interdisziplinären Studie sein.

Ob der Neusiedler See völlig austrocknen wird, kann heute niemand sagen.

Durch künstlich zugeleitetes Wasser, das das ökologische Gleichgewicht dieses speziellen Steppensees zerstören könnte, wird eine Austrocknung wahrscheinlich sogar beschleunigt. Darum sprechen wir uns weiterhin gegen eine Zufuhr von Fremdwasser aus dem Moson-Donauarm aus. Wir fordern, dass die Verbauung rund um See und die Bodenversiegelung gestoppt werden, um die Hitzebildung, die starke Verdunstung begünstigt, nicht noch zu verstärken.

Die natürliche Bewässerung des Neusiedler Sees besteht aus Niederschlägen

Daher schlagen die GRÜNEN vor, die Kanalisation in den Gemeinden rund um den See insofern auszubauen, dass Oberflächenwasser und überschüssiges Regenwasser zum See hingeleitet wird. Das würde extreme Engpässe des Wasserpegels vorbeugen.

Die Machbarkeitsstudie, die die Landesregierung vorgelegt hat, betrachtet ausschließlich wasserwirtschaftliche Optionen

Aus allen bislang zur Verfügung stehenden Studien aus ökologischer und chemischer Perspektive kann aus Perspektive des Natur- und Umweltschutzes nur der Schluss gezogen: Wenn es einen Kanal vom Moson-Donauarm in den Seewinkel gibt, dann nur dafür, Grundwasser anzureichern und kein Fremdwasser aus dem Moson-Donauarm zuzuführen.
Erkenntnisse der Wissenschaft können sich weiterentwickeln. Daher fordern wir eine aktuelle ökologische Studie über Auswirkungen einer künstlichen Wasserzufuhr aus dem Moson-Donau-Arm.

Eine Zuleitung von Wasser aus dem Moson-Donauarm in den Seewinkel bringt für den Neusiedler See nur dann eine positive Wirkung, wenn der Zufluss ins Grundwasser geleitet wird

Ein ausreichender Grundwasserspiegel hat nämlich stützende Auswirkungen auf den Salzgehalt des Sees und wäre damit ein Beitrag zum Erhalt der natürlichen Wasserzusammensetzung. Diese Zuleitung wäre zur Rettung der Salzlacken sinnvoll, nicht zum Erhalt eines bestimmtes Wasserpegels des Sees.

Die GRÜNEN lehnen den Bau des geplanten Kanals zum Neusiedler See aus Ungarn auch aus politischer Abwägung heraus ab

Weil dies die Abhängigkeit von einem sich demokratisch bedenklich entwickelnden Nachbarstaats erhöhen würde. Das Geld soll besser in Wasserspeicher und Zuleitung von Regenwasser aus den umliegenden Gemeinden investiert werden.

Die Landesregierung muss Rücklagen für die Unterstützung der Tourismuswirtschaft bilden

Um so in Jahren der Trockenheit des Sees finanzielle Unterstützung zur Überbrückung zu leisten.

Wir fordern die Erarbeitung einer ökologisch verträglichen, klimagerechten Freizeit- und Tourismusstrategie

die die Option einer vorübergehenden bzw. partiellen Austrocknung des Neusiedler Sees beinhaltet.

Es braucht außerdem einen nachhaltigen Landwirtschaftsplan

Die Landesregierung muss gemeinsam mit der Landwirtschaft einen Plan zur Neuorientierung des landwirtschaftlichen Anbaus im Seewinkels mit dem Ziel des reduzierten Wasserverbrauchs ausarbeiten und für die Umstellung die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.

Die sachgemäße Pflege des Neusiedler Sees hat große Bedeutung für den langen Erhalt des Sees und seines Ökosystems

Das Land Burgenland hat darum eine Seemanagement GmbH gegründet, deren vordringliche Aufgabe es ist, das sensible Ökosystem der gesamten Region langfristig abzusichern. Die GRÜNEN unterstützen diese Bemühungen, sofern die Pflegemaßnahmen ausschließlich im Sinne des Grundauftrags zur Erhaltung des reichhaltigen Ökosystems des Sees und der Region gewässerökologisch und naturschutzfachlich fundiert durchgeführt werden und keine Nebeninteressen verfolgen.

Die Ausgangslage

Der Wasserstand des Neusiedler Sees sinkt kontinuierlich. Das ist in seiner Geschichte nichts Ungewöhnliches und er hat sich immer wieder „erholt“. Was sich geändert hat: der Neusiedler See ist mittlerweile weit mehr als ein Naturjuwel. Er ist Landschaftselement und touristischer Wirtschaftsfaktor. Und: der fortschreitende Klimawandel sorgt für schnellere Verdunstung. Geändert hat sich auch die Landwirtschaft im Seewinkel, die einen immensen Verbrauch an Grundwasser aufweist. Grundwasser, das für den Erhalt der Salzlacken im Seewinkel notwendig ist.

Zu 80% bestimmen Niederschläge den Wasserstand des Neusiedler Sees. Dazu kommen die Zuflüsse der Wulka, einiger kleinerer Bäche und der Ortskanalisationen.

 

Da der Wasserpegel für den Tourismus und die Sport- und Freizeitaktivitäten am Neusiedler See von hoher Bedeutung ist, gibt es seit vielen Jahren Überlegungen durch künstliche Wasserzufuhr, einen gewissen Pegelstand zu sichern. Bereits vor 15 Jahren wurden Studien erstellt, die sich aus naturschutzfachlicher und chemischer Perspektive dem Thema widmen.

Fachleute, wie z.B. Bernhard Kohler vom WWF, haben immer zur Vorsicht gemahnt, konkrete Ausführungen einer Zuleitung wurden in früheren Jahren nicht weiterverfolgt – vor allem aus finanziellen Gründen. Als GRÜNE haben wir uns immer gegen eine künstliche Wasserzuleitung in den Neusiedler See ausgesprochen.

Stand Aktivität Landesregierung

Der sinkende Wasserpegel des Neusiedler Sees setzt die politisch Verantwortlichen unter Druck. Vor einigen Jahren wurden ein gemeinsames Projekt der Landesregierung mit der ungarischen Regierung für eine Zuleitung von Wasser aus dem Moson-Donauarm in den Seewinkel und den See gestartet. Waren es zuerst die Ungarn, die treibend dabei waren, ist es jetzt die burgenländische Seite, gesteigertes Interesse am Bau einer Zuleitung hat.

Die dafür erstellte wasserwirtschaftliche Machbarkeitsstudie ist noch immer nicht finalisiert, angeblich, weil sie auf der ungarischen Seite nicht abgezeichnet ist. Die Ungarn wollen das Geld dafür aus EU-Mittel bekommen. Zugänglich ist nur eine Zusammenfassung der Studie.

 

Hier geht es also um die verschiedenen wasserwirtschaftlichen Ziele, wie z.B. ein hoher Grundwasserspiegel im Frühjahr bei den Salzlacken oder lokale Absenkungen des Grundwasserspiegels in der Nähe der Siedlungsgebiete, um Kellervernässungen vorzubeugen. Hauptziel ist der sparsame Umgang mit der Ressource Wasser. Die Studie befasst sich daher auch mit der Verhinderung von Abfluss von überschüssigem Wasser. Vorrangiges Ziel ist die Schaffung eines an die Anforderungen optimal angepassten Reservoir-Systems durch die Errichtung von Staubauwerken, die in abgestimmter Steuerung vorhandenes Wasser am Abfließen hindern, um es für Zeiten der Trockenheit zurückzuhalten.

 

Weiters ist vorgesehen, Oberflächenwasser aus dem Moson-Donauarm bei einem Übergabebauwerk im Bereich Andau von Ungarn zu übernehmen und dieses über ein Pumpbauwerk in Ungarn in den gesamten Seewinkel zu transportieren. Das soll über Kanäle, Abgabebauwerke und Versickerungsbauwerke geschehen.

Das Wasser dient der direkten Abgabe von Wasser an die Landwirtschaft, wodurch diese nicht mehr auf die Entnahme aus dem Grundwasser angewiesen ist und die Ressource Grundwasser damit indirekt geschont werden kann, und der Anreicherung des Grundwassers, um höhere Grundwasserstände zu bewirken.

 

Das geplante Verteilsystem soll auch die Möglichkeit bieten, Wasser direkt oder indirekt in den Neusiedler See zu transportieren, um Wassertiefststände zu vermeiden.

Donauwasser schädigt Neusiedler See

Lokale Wasserüberschüsse nutzen statt Abhängigkeit von Ungarn erhöhen.

Die GRÜNEN lehnen eine künstliche Wasserzufuhr aus dem ungarischen Moson-Donauarm in den Neusiedler See aus ökologischen Gründen ab. Wasserzufuhr aus der Kanalisation der Gemeinden, die aus Oberflächenwasser gespeist wird, kann dem Neusiedler See jenes Wasser zuführen, aus dem er sich natürlich nährt (z.B. Regenwasser aus Schützen in Wulka einleiten).

Neuorientierung der Landwirtschaft hin zu trockenresistenteren Nutzpflanzen

Die Landwirtschaft muss den Verbrauch von Grundwasser deutlich senken, die Entnahme von Grundwasser muss scharf reglementiert werden. Die Bodenbearbeitung muss in Zukunft wassersparender gestaltet werden. Unter dem Motto „HANF STATT MAIS“ muss die Landwirtschaft die Praxis ihrer Bewirtschaftung überprüfen und auf trockenresistenteren Nutzpflanzen umsteigen.

Ein zukunftstaugliches Tourismuskonzept mit der Natur, nicht gegen sie

Der Burgenland Tourismus ist angehalten, einen Konzept zur Entwicklung von Tourismus, Gastwirtschaft und Freizeitbetrieben zu erarbeiten, das Optionen für Phasen unterschiedlichen Wasserstands beinhaltet sowie die mögliche partielle „Austrocknung“ des Sees. Eine kurzfristig wirksame Lösung für den Tourismus durch umfassende Zufuhr von Fremdwasser mit dem Preis der Gefahr einer noch schnelleren Austrocknung des Neusiedler Sees, ist abzulehnen.

Gewässerökologische Studie

Wir fordern daher eine gewässerökologische Studie über Auswirkungen einer künstlichen Wasserzufuhr aus dem Moson-Donau-Arm. Die GRÜNEN werden einen entsprechenden Antrag im Landtag einbringen.

Beendigung der Bodenversiegelung

  1. Wir fordern eine Beendigung der Bodenversiegelung rund um See.

Downloads zum Thema

Die Position der GRÜNEN Burgenland zur Dotierung des Neusiedler Sees

Kon­takt

Regina Petrik

Regina Petrik Portrait

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