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Petrik: Bildungsschere darf nicht weiter aufgehen

Die Redaktion - Der Bildungsweg hängt in Österreich bekanntlich sehr stark vom Bildungsstatus und den finanziellen Möglichkeiten der Eltern ab. Das trifft auch auf die derzeitige Form des Teleunterrichts zu.

Die GRÜNEN begrüßen grundsätzlich diese Form des E-Learnings, die in der jetzigen Situation die beste Möglichkeit ist, den Unterrichtsstoff auch abseits des regulären Schulunterrichts zu lernen und zu wiederholen.

Datenvolumen und Muttersprache

"Doch wir müssen aufpassen, dass die Bildungsschere nicht so weit aufgeht wie die Einkommensschere", gibt die GRÜNE Landessprecherin Regina Petrik zu bedenken. Nicht jeder Haushalt im Burgenland hat WLAN daheim, manche nur die Datenpakete ihrer Smartphones und die können jetzt sehr schnell aufgebraucht werden. "Hinzu kommt noch, dass nicht alle zu Hause ihren Kindern helfen können, weil sie etwa im Gesundheitsbereich oder im Supermarkt arbeiten müssen oder weil sie schlicht Deutsch nicht so gut beherrschen. Hier muss die Bildungungsdirektion unterstützen", fordert Petrik Maßnahmen.

Mehrsprachige Infos und analoges Lernen

Es müsse ein Verfahren geben, wie jene Kinder beim Lernen zu Hause auch mit analogem Lernmaterial unterstützt werden. Wichtige Informationen müssten mehrsprachig zu den Eltern gelangen, damit Probleme nicht durch Unkenntnis entstehen. "Diese Übersetzungen dürfen aber nicht den Schulen umgehängt werden, da muss ebenfalls die Bildungsdirektion helfen. Mehrsprachige Informationen sollten auch von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, damit alle Eltern wissen, wo sie sich mit ihren Kindern im Freien aufhalten dürfen und welche Regeln dafür gelten", gibt die ausgebildete Erziehungswissenschafterin zu bedenken.

Verzerrtes mediales Bild

Auch wenn es derzeit so aussieht, dass praktisch alle burgenländischen Eltern im Haus mit großem Garten wohnen, so ist das eine Verzerrung. "Es leben viele Menschen im Burgenland in Wohnungen ohne Balkon oder mit kleinem Balkon. Auf diese Menschen dürfen wir nicht vergessen, sie sind ebenfalls Teil unserer Gesellschaft", schließt Petrik.