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am 19. August 2020

Fertörakos: Welterbe in Gefahr, Baustopp gefordert

Die Redaktion - Welterbe muss über die Landesgrenzen gerettet werden

Sowohl die GRÜNEN im Burgenland als auch der Verein "Freunde des Neusiedlersees" in Ungarn und in Österreich sehen den Welterbe-Status durch das Bauprojekt in Fertörakos akut bedroht und machen sich gemeinsam für einen Baustopp und die Einbindung der UNESCO stark. "Der Welterbestatus ist für den Erhalt der Natur, der außerordentlichen Tierarten und für den Tourismus und damit tausende Arbeitsplätze am Neusiedler See wichtig. Wenn das einmal zerstört ist, ist weder die Umwelt noch die Wirtschaft zu retten. Darum brauchen wir endlich eine verbindliche Bauordnung für das Welterbe-Gebiet", fordert die GRÜNE Klubobfrau Regina Petrik.​

Landesregierung gefordert, sich einzusetzen

In einem bereits eingebrachten Antrag im Landtag fordern die GRÜNEN einen vorläufigen Baustopp für alle Großprojekte auf österreichischer Seite des Sees sowie eine Einbindung der UNESCO. Weiters wird die Landesregierung aufgefordert, wegen eines vorläufigen Baustopps in Fertörakos bis zur Einschätzung durch die UNESCO mit der ungarischen Seite in Kontakt zu treten.

Freunde des Neusiedlersees für vorläufigen Baustopp

Rudolf Golubich vom Verein "Freunde des Neusiedlersees" kann auch die Position der Landesregierung nicht nachvollziehen. "Ein Bekenntnis zum Weltkulturerbe, wie es das Land Burgenland bekundete, wird zum Lippenbekenntnis, wenn man nur „pro forma“ Einsicht fordert. Derartige Projekte, wie in Fertörakos angedacht, sollten prinzipiell grenzüberschreitend und in Absprache mit der UNESCO gestaltet werden", fordert Golubich.
Auch die Freunde des Neusiedlersees, sowohl in Ungarn als auch in Österreich, verlangen einen vorläufigen Baustopp am Seeufer und sehen das Welterbe gefährdet. "Das Motto „Schützen durch Nützen" hat für uns versagt: dass den Bekenntnissen zum See keine oder nur zu spät Taten folgen, macht das Weltkulturerbe Fertö–Neusiedlersee nicht nur für die „Freunde des Neusiedlersees“ zu einem klaren Kandidaten für die „rote Liste der Welterbestätten“, sondern für 30 Organisationen aus 20 Nationen", so Golubich.

Petrik in Gespräche mit Ministerien eingebunden

Die Klubobfrau der GRÜNEN im Landtag ist in dieser Sache auch in Kontakt mit den zuständigen Bundesministerien. So sagte Klimaministerin Leonore Gewessler bereits zu, die ökologischen Bedenken auf österreichischer Seite zu dem Mega-Bauprojekt in Fertörakos beim Treffen mit ihrem ungarischen Amtskollegen im September zur Sprache zu bringen. Auch Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer hat ein Auge auf die Welterberegion Fertö-Neusiedler See und pflegt den Kontakt mit der UNESCO.
"Welterbe zu sein ist keine einmalige Auszeichnung, sondern erfordert permanente Anstrengung. Wir müssen uns alle, die wir den Neusiedler See wie wir ihn kennen und erhalten wollen, über die Landesgrenzen hinweg für den See einsetzen", hofft die GRÜNE Klubobfrau auf breite Unterstützung._