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am 18. März

Gesundheitsver­sor­gung ohne Naturzerstörung

Die Redaktion - Türkis-grüne Initiative für ein Krankenhaus in Neusiedl am See

Der Masterplan Burgenlands Spitäler sieht den Neubau eines Krankenhauses in der Region Neusiedl – Weiden – Gols vor. Der von der SPÖ geplante Standort auf den Wiesäckern bei Gols stößt vor allem unter Klima- und LandschaftsschützerInnen auf Widerstand, weil in einem Europaschutzgebiet wertvoller Boden zubetoniert werden müsste und der letzte freie Blick aus dem Norden auf den Neusiedler See zerstört würde. Mit einem neuen Vorstoß lassen nun ÖVP und GRÜNE in Neusiedl am See aufhorchen. Sie wollen das Spital in die Bezirkshauptstadt holen. Dort wäre bereits die nötige Infrastruktur vorhanden und entsprechende Flächen gewidmet. Ein entsprechender türkis-grüner Antrag wird in der kommenden Gemeinderatssitzung diskutiert.

„Neusiedl am See ist die zweitgrößte Stadt des Burgenlandes und das Zentrum der Gesundheitsversorgung im Bezirk Neusiedl. Mehr als 30 Ärztinnen und Ärzte aus allen Fachgebieten sorgen hier für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Das Spital stellt für die Stadtgemeinde daher die logische Weiterentwicklung und Ergänzung dieses breiten medizinischen Angebotes dar“, begründet Vizebürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) den gemeinsamen Vorstoß und verweist auch auf die wirtschaftliche Komponente eines Spitals für die Stadtgemeinde.

Als Standort für das Spital schlagen ÖVP und GRÜNE das Betriebsgebiet Prädium vor. Im Vergleich mit den Golser Äckern steigt das Prädium denkbar gut aus. Das Land besitzt hier bereits 20 Hektar Bauland. Die Flächen sind gewidmet und mit Kanal, Wasser, Gas und Strom voll erschlossen. Das Gebiet liegt zentral an der Autobahn und ist aus dem ganzen Bezirk schnell erreichbar. Nicht umsonst weist das dem Masterplan Burgenlands Spitäler zugrunde liegende EPIG-Gutachten die Bezirkshauptstadt als einen möglichen Standort für ein neues Krankenhaus aus.

Auf die besondere ökologische Komponente weist Gemeindesrat Hannes Linhart (GRÜNE) hin: „Wenn das neue Krankenhaus in Neusiedl am Prädium gebaut wird, können die Auswirkungen auf die Umwelt deutlich geringer gehalten werden, als beim geplanten Standort in Gols. Das Spital würde hier nicht im Natura 2000-Gebiet liegen und der Nationalpark sowie das UNESCO-Weltkulturerbe wären durch den Bau nicht berührt. Ein neues Krankenhaus hierher zu bauen, wäre ein gutes Zusammenwirken von Gesundheitsversorgung und Klima- und Naturschutz.“  

Gemeinsam fordern ÖVP und GRÜNE mit ihrem Antrag Bürgermeisterin Elisabeth Böhm auf, mit dem Land in Verhandlungen über einen Krankenhausbau am Prädium in Neusiedl am See aufzunehmen. „Wir erwarten uns eine offene Debatte über unseren konstruktiven Vorschlag zur Bewältigung der Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im Bezirk“, erklären Halbritter und Linhart unisono. Die Unterstützung ihrer Landesparteien ist ihnen bereits gewiss.