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am 17. Oktober

Erreicht: Burgenland wird Bioland

Regina Petrik - Jahrelange grüne Arbeit greift: Das Burgenland will BIO-Vorzeigeregion werden. Nach wiederholten Initiativen im Landtag und Überzeugungsarbeit in unzähligen Gesprächen, haben wir in der Landesregierung Verbündete für eine Agrarwende im Burgenland gefunden.

Als die GRÜNEN 2013 erstmals „100% BIO“ plakatierten, hielten das viele für zu radikal. Im Landtagswahlkampf 2015 stellten wir unser Programm BIOLAND BURGENLAND vor, obwohl das damals noch nicht populär war. Seither ist viel Bewusstseinsbildung von verschiedenen Seiten geschehen. Nun geht es in Richtung 100% BIO. Wir werden in den nächsten Monaten intensiv im Arbeitskreis des Landes mitarbeiten, um das Burgenland in den kommenden Jahren zu einem echten Bioland zu machen.
Schön, was alles möglich wird, wenn man gemeinsam an einer guten Zukunft arbeiten will.​

Und das ist das Programm, das im Landtag beschlossen wird:


Die Burgenländische Landesregierung wird aufgefordert, durch eine Neuausrichtung der Agrarpolitik das Burgenland zum Bio-Vorzeigeland zu entwickeln. Diese „Bio-Wende“ soll auf breiter politischer Basis unter Einbindung von Landwirtschaftsvertretern und Experten durch folgende Maßnahmen und Zielsetzungen erreicht werden:

  • schrittweise Umstellung des Fördersystems zur verstärkten Unterstützung des Umstieges auf Biolandwirtschaft mit dem mittelfristigen Ziel, so nah wie möglich an 100 Prozent biologische Landwirtschaft im Burgenland heranzukommen

  • nachhaltige Reduktion der Pestizidbelastung im Burgenland und vollständiger Glyphosatverzicht nach dem Vorbild der landesnahen Betriebe

  • Absicherung der landwirtschaftlichen Betriebe im Burgenland in ihrem Bestand

  • zweckgebundener Einsatz von Landesmitteln in der Burgenländischen Landwirtschaftskammer mit dem Ziel des Verzichtes auf Pestizide und Glyphosat sowie Forcierung der Bio-Landwirtschaft

  • Forcierung der Regionalität und der biologischen Landwirtschaft bei der Beschaffung von Lebensmitteln im landes- und landesnahen Bereich

  • beratende und begleitende Unterstützung der Gemeinden als Kindergarten- bzw. Schulerhalter zur Umsetzung des gesunden Mittagessens im Kindergarten und in der Schule

  • verstärkte Information und Sensibilisierung der Konsumenten hinsichtlich des Wertes von hochqualitativen, gesunden heimischen Bio-Lebensmitteln

  • Schwerpunkt Biolandbau in der landwirtschaftlichen Facharbeiter- und Meisterausbildung

  • Erarbeitung eines modernen und schlanken Burgenländischen Landwirtschaftskammergesetzes unter Einbeziehung aller im Landtag vertretenen Parteien und der Burgenländischen Landwirtschaftskammer

sowie an die Bundesregierung heranzutreten, diese möge

  • die Stärkung und Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft mit dem Ziel einer Neuausrichtung der österreichischen Agrar- und Förderpolitik umsetzen

  • umgehend nationale Verbotsschritte hinsichtlich Glyphosat einleiten und eine "Exit Strategie" für ein komplettes Aus in Österreich bis spätestens 2020 festlegen

  • eine eindeutige Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen zur Information der Konsumenten umsetzen

  • auf EU-Ebene darauf hinwirken

    • dass eine Förderkulisse für den Neuein-/Umstieg in die Bio-Landwirtschaft nach 2018 geschaffen wird

    • bei der Erarbeitung künftiger Förderprogramme die 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik auf Biolandwirtschaft auszurichten

    • die Berücksichtigung des Förderstatus „Übergangsregion“ in der gemeinsamen Agrarpolitik 2020 zu verankern, um eine Verschlechterung der Förderkulisse für die Landwirtschaft zu verhindern
v.l.n.r.: Regina Petrik (GRÜNE), Gezar Molnar (FPÖ), Ingrid Salamon (SPÖ) und Gerhard Hutter (LBL)