Bezirkegruene.at
Navigation:
am 17. März 2016

Filmabend: "Landraub"

Dagmar Tutschek - Über globale und lokale Auswirkungen eines Spekulationsgeschäfts

„Kaufen Sie Land, es wird keines mehr gemacht“ (Mark Twain)

Grüne Bildungswerkstatt und Kulturforum Südburgenland luden nach Eberau zu einem kritischen Filmabend über die globale Jagd nach Ackerland. Nicht nur im Burgenland wird Ackerland immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen weltweit etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Das globale Finanzkapital hat die Äcker dieser Erde als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf unsere wichtigste Ressource und Lebensgrundlage sichern. "Diesen Raubzug gilt es zu verhindern - mit politischen Mitteln ebenso wie durch ein gezieltes Einkaufsverhalten der KonsumentInnen: Wenn wir regelmäßig zum billigsten Angebot im Supermarkt greifen, müssen wir uns bewusst machen, dass wir damit Lebensbasis und Zukunftschancen zahlloser Bauern und Bäuerinnen auf's Spiel setzen", kommentiert LAbg. Wolfgang Spitzmüller, Agrarsprecher der Grünen Burgenland.

Geraubte Lebensbasis zwingt zur Flucht

Eine weitere Konsequenz der Profitgier zeigt sich durch die aktuelle Flüchtlingsthematik: Krieg und Perspektivenlosigkeit zwingen Millionen Menschen in die Flucht, um in Europa ein winziges Stück vom Wohlstandskuchen zu erlangen und es mit der zurückgebliebenen Familie zu teilen. Die Politik der EU hat daran großen Anteil: Fischereiabkommen mit den Regierungen der westafrikanischen Staaten bringen die Trawler der europäischen Fischereiflotten an die westafrikanische Küste und die regionalen Fischer um ihr Brot. Und der großflächige Landraub für Agrosprit, Palmöl, Soja und andere Exportfrüchte – als "nachhaltig" zertifiziert und abgesichert nicht zuletzt auch mit Entwicklungshilfe-Geldern aus Österreich – zerstört die Existenzgrundlage der regionalen Bauern.

Alternativen

„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“- dieser Slogan ist leider bittere Realität. Veranstalterin Dagmar Tutschek (Grüne Bildungswerkstatt) abschließend: "Mehr denn je brauchen wir eine Handels-und Agrarpolitik, die das Wohl aller Menschen auf unserem Planeten, den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen und einen sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt in den Mittelpunkt stellt!"

Alternativen gibt es, gerade auch bei uns im Südburgenland: Das zeigen die vielen Pflanzenmärkte, die jetzt im Frühling Hochsaison haben, oder auch der neue Bauernmarkt in Eberau, der am 13. März seine Premiere feierte und faire, regionale Lebensmittel vor die Haustür bringt.

Gemeinsam für faire Lebensmittel: LAbg. Wolfgang Spitzmüller (Grüne Burgenland), Dagmar Tutschek (Grüne Bildungswerkstatt), Natanja Kullnig (Verein Biofair), Michael Muhr (Kulturforum Südburgenland).