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am 15. Mai

GRÜNE FORDERN UMFASSENDE AGRARWENDE - AUCH IM BURGENLAND

Regina Petrik - Eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft ist die Basis für intakte Ökosysteme und gesunde Lebensmittel. Die Bio-Landwirtschaft leistet dabei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Ernährungssicherheit. Dem gegenüber steht eine Agrarindustrie, die die regionale bäuerliche Landwirtschaft zerstört.

BIO-WENDE ALS ERSTER SCHRITT ZUR AGRARWENDE

Mit der Bio-Wende ist im Burgenland schon ein wichtiger Schritt in Richtung einer umfassenden Agrarwende gelungen. „Was die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft betrifft, wurden die GRÜNEN jahrelang belächelt. Wir haben aber nicht lockergelassen, Anträge und Anfragen gestellt, konkrete Ideen zur Umsetzung geliefert und damit Druck gemacht. Mittlerweile haben wir viele überzeugt, sogar den Landeshauptmann“, erinnert Regina Petrik an die Vorgeschichte der Bio-Wende im Burgenland. „Der 12-Punkte-Plan von Doskozil und Eisenkopf ist ein Meilenstein, aus grüner Sicht muss der Weg noch viel weiter gehen. Wir brauchen im Burgenland ein mutigeres Vorgehen gegen Glyphosateinsatz in Privatgärten und in der Landwirtschaft und eine rechtliche Grundlage für stressfreie Schlachtung.“ 

Die GRÜNEN fordern einen grundsätzlichen Paradigmenwechsels in der gemeinsamen Agrarpolitik Europas. Der Übergang von der industriellen Landwirtschaft und gentechnisch veränderten Organismen (GVO) hin zu ökologischen Anbauformen muss zügig vorangetrieben werden. Eine nachhaltige Landwirtschaft hilft, Emissionen zu reduzieren, Bienen bzw. Insekten zu retten, ländliche Gebiete wiederzubeleben und unsere Lebensmittel sicher zu machen. Um landwirtschaftliche Flächen zu schützen müssen auch Zersiedelung und Flächenverbrauch verringert werde


„Wir brauchen eine umfassende Agrarwende. Der Schutz von Klima, Boden, Wasser, Artenvielfalt und das Tierwohl müssen im Mittelpunkt einer neuen Land­wirt­schaftspolitik stehen.“
Regina Petrik, Landtagsabgeordnete

LANDWIRTSCHAFTSFÖRDERUNGEN AUF DEN KOPF STELLEN

40% des EU-Budgets gehen in die Landwirtschaft, davon landen 80% in Agrarindustrie und Massentierhaltung. Die Bauern und Bäuerinnen in der regionalen Landwirtschaft, die noch dazu unsere Kulturlandschaft pflegen, haben dabei das Nachsehen. Das Blatt muss sich politisch wenden, damit eine umfassende Wende in der Agrarpolitik möglich wird. Das ist nicht nur in der Europäischen Union ein Thema, das betrifft auch die Bundes- und die Landespolitik.

„Ich bin überzeugt davon, dass die burgenländischen Landwirtschaftsbetriebe nur dann eine langfristige Überlebenschance haben, wenn die Agrarsubventionen nach völlig neuen Prinzipien verteilt werden. Steuergeld sollte überhaupt nur mehr für nachhaltige Landwirtschaft verwendet werden, die auf fairen und ergebnisorientierten Bedingungen basiert. Pestizide wie Glyphosat schädigen nicht nur die produzierten Lebensmittel, sondern auch den Boden und die Luft. Sie sollten verboten werden. Im Gegenzug dazu sollten zusätzliche Kosten aufgrund höherer Umwelt-, Tierschutz- oder Gesundheitsstandards mithilfe von Subventionen ausgeglichen werden“, beschreibt Regina Petrik die Eckpunkte einer neuen Agrarpolitik


WER BESTIMMT, WAS WIR ESSEN?

Im April 2019 tourte Regina Petrik mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Wer bestimmt, was wir essen?“ durch das Burgenland. In sieben Gesprächsabenden in Jennersdorf, Oberwart, Weppersdorf, Mattersburg, Eisenstadt, Neusiedl am See und Bruckneudorf wurde gemeinsam mit ExpertInnen darüber gesprochen, wo bereits welche Vorentscheidungen gefallen sind, bevor etwas auf unserem Teller landet. Mit dabei waren Irmi Salzer, Biobäuerin und Agrarpolitikexpertin, Ernst Trettler und Franz Traudtner von Bio Austria Burgenland, der Biobauer Georg Schoditsch aus Großpetersdorf sowie der Ökologe und Pestizidforscher Johann Zaller. Trotz unterschiedlichster TeilnehmerInnen war nach allen Abenden klar: Wer sich nicht nur von Produkten aus der Direktvermarktung ernährt, weiß oft nicht, unter welchen Bedingungen die Lebensmittel erzeugt wurden. Daher ist für Regina Petrik klar: „Die Menschen wollen wissen, was ihre Lebensmittel enthalten, wo sie herkommen und wie sie hergestellt wurden. Zur Sicherheit der Konsumentinnen brauchen wir eine umfassende Kennzeichnungspflicht. Erst dann haben Konsumenten eine echte Entscheidungsfreiheit.


Die großen Akteure der Agrarindustrie wollen den Markt für Saatgut, Pestizide, Düngemittel und Futtermittel bestimmen. Sie bedrohen die Sortenvielfalt der bäuerlichen Landwirtschaft, da ihre Technologien für enormen Preisdruck und Abhängigkeit sorgen. Billigproduktion, intransparente Handelsabkommen und Subventionen für Massenware wirken gegen das Anliegen der gesunden Ernährung. Auf den Feldern eingesetzte Pestizide verunreinigen unsere Lebensmittel und die Umwelt und gefährden darüber hinaus die lebenswichtigen Bienen. Tiere werden über tausende von Kilometern durch Europa gekarrt und müssen in stickigen Transportern und Schiffen leiden. Mangelhafte Kontrollen verhindern zusätzlich die Gewährleistung von Tierschutzstandards. In Hinblick auf die EU-Wahl ist Petrik überzeugt: „Die Grüne Stimme ist die einzige im Europaparlament für ökologische Landwirtschaft und konsequenten Tierschutz. Das haben unsere Abgeordneten in den vergangenen Jahren in der täglichen Arbeit beweisen, allen voran Tom Waitz, und das wird Sarah Wiener in Zukunft konsequent und mit klaren Konzepten vorantreiben.“

„Gesunde Lebensmittel sollen kein Luxus, sondern Standard sein“, beschreibt Regina Petrik das Ziel der neuen Agrarpolitik. „Die Landwirtschaft ist eine der Hauptbetroffenen der Klimakrise, aber international selbst für einen beträchtlichen Anteil des Ausstoßes klimaschädlicher Gase und damit für die Erderhitzung mitverantwortlich. Es ist höchste Zeit, eine Agrar- und Ernährungspolitik zu entwickeln, die unsere Landwirtschaft zukunftsfähig macht. Dabei geht es ja auch darum, die Kulturlandschaft zu erhalten und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu sichern.“


5 ECKPUNKTE EINER GRÜNEN AGRARWENDE


  • Förderungen mittelfristig nur für ökologische und Bio-Betriebe
  • Kennzeichnungspflicht von Pestizideinsatz, Haltungsbedingungen und Herkunft
  • Respekt vor dem Tierwohl, auch auf dem Transportweg und stressfreie Schlachtung
  • Glyphosat vom Acker und Insekten- und Vogelsterben stoppen
  • Vernünftige Gestaltung der Veränderungsprozesse

„Allgemeine Aufrufe zu freiwilligem Verzicht sind letztlich wirkungslos. Die Politik muss den Mut haben, klare Rahmenbedingungen zu setzen, um die Ver­sor­gung mit gesunden Lebensmitteln sicherzustellen.“
Regina Petrik, Landtagsabgeordnete

GRÜNE FORDERN ÄNDERUNG DES PFLANZENSCHUTZGESETZES IM BURGENLAND


Anträge als Beitrag zu einer umfassenden Agrarwende wurden schon in den letzten Jahren von den GRÜNEN im Landtag eingebracht, fanden aber noch keine Mehrheit, darunter:

  • Die Aufforderung an die Landesregierung, die erforderlichen Maßnahmen zu einem Verbot der Verwendung von Totalherbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat zu setzen. Dies ist auch zur Wahrung des besonders hohen Wasserschutzniveaus im Burgenland und zum Schutz der biologischen Landwirtschaft, der Biodiversität, von Natura 2000-Gebieten sowie der kleinstrukturierten Landwirtschaft von wesentlicher Bedeutung.
     
  • Die Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Burgenland für die Durchführung stressfreier Schlachtungen am Hof.

Die GRÜNEN bringen nun einen Antrag auf Änderung des Pflanzenschutzgesetzes ein, das die Glyphosat freie Pflege von öffentlichen Flächen und Privatgärten sicherstellt und sie fordern die Aufnahme von Verhandlungen zur Verbannung von Glyphosat aus der Landwirtschaft.  „Ich will nicht warten, bis so viele Menschen durch den intensiven Kontakt mit Pestiziden an Krebs erkrankt sind, dass sie gegen die Erzeuger vor Gericht gehen. Die Politik muss den Mut haben, jetzt zu handeln," fordert Regina Petrik.