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am 4. Februar

U-Ausschuss: Freunderlwirtschaft und Hobbypostboten

Die Redaktion - Freunderlwirtschaft und Postenschacher Thema im U-Ausschuss

Wer in den Landesdienst des Burgenlandes kommen möchte, bewirbt sich nach einer öffentlichen Ausschreibung. Es sei denn, man ist ein Freund eines hochrangigen SPÖ-Funktionärs. So erging es auch dem von Martin Pucher gefeuerten SVM-Sportdirektors Franz Lederer, der zuerst als Chauffeur bei der BH Mattersburg und schließlich im Amt der Landesregierung gelandet ist. "Lederer hat uns im Ausschuss erklärt, dass ihm nach seiner Kündigung Christian Illedits zunächst den Job als Chauffeur und dann eine Stelle im Amt der Landesregierung verschafft hat", zeigt sich die GRÜNE Klubobfrau Regina Petrik empört über so offensichtliche Freunderlwirtschaft.

​Gastronom von Puchers Gnaden, Facility Manager als Postbote

Spannend war auch die Befragung des Ex-Florianihof und Ex-SVM-Cafe-Geschäftsführers. Obwohl Martin Pucher keine Funktion im Florianihof in Mattersburg innehatte, führte der Ex-Bankchef das Einstellungsgespräch. Wenige Jahre später kaufte der Gastronom schliesslich den Florianihof. Woher das Geld dafür kam? Dazu wollte die Auskunftsperson keine Angaben machen, da er Beschuldigter in mehreren Strafverfahren sei. "Puchers Macht reichte weit über die Bank und den Fußball hinaus", resümiert Petrik.
In dieses Bild passt auch die Befragung des ehemaligen Sportplatzwarts des SVM. Dieser wird als "Briefträger Puchers" ebenfalls als Beschuldigter geführt und verweigerte Auskunft über seine Reisen, bei denen er mutmaßlich die gefälschten Einlagenbestätigungen anderer Banken aufgab. "Da fährt jemand jahrelang im Auftrag Puchers als Hobbybriefträger durch Österreich und will nicht einmal wissen, warum und was er da in die Briefkästen wirft?".

​Kein Widerstand, keine Nachfragen

Petrik resümiert: "Es zeigt sich im Ausschuss, dass viele Menschen bereit sind, Anweisungen eines mächtigen Mannes Folge zu leisten. Und das ohne zu hinterfragen, ohne Widerstand und zwar über einen langen Zeitraum hinweg. Dieses Muster kennen wir auch aus der Politik, was dabei rauskommt, können wir jetzt leider hautnah erkennen"._