Bezirkegruene.at
Navigation:
am 12. September

S4-Ausbau: Sicherheitsargument ist vorgeschoben

Die Redaktion - In den vergangenen Tagen informierte die ASFINAG Bürgerinnen und Bürger aus Bad Sauerbrunn und aus Neudörfl von einem geplanten Ausbau der S 4. Die Aufregung danach war groß.

Petrik: Wer Straßen ausbaut, wird Lärm und Schmutz ernten

Die Aufregung nach der Bekanntgabe des S4-Ausbaus war groß, legen die Pläne doch offen, dass die S 4 als neue Transitstrecke durch den Bezirk Mattersburg angedacht ist. Dagegen protestieren die GRÜNEN. „Höhere Verkehrssicherheit erreicht man nicht durch zusätzliches Betonieren, sondern durch Geschwindigkeitsbegrenzungen und verantwortungsvolles Fahren“, kritisiert Regina Petrik, Landessprecherin der GRÜNEN, die Ausbaupläne der ASFINAG. „Gegen eine Verbreiterung der Abfahrtskurven für Neudörfl sei nichts einzuwenden, aber Straßen breiter zu machen, um sie für den Schwerverkehr zu optimieren, widerspricht jeder zukunftsorientierten Verkehrsplanung. Die Sicherheit als Argument vorzuschieben, wenn es eigentlich um den Ausbau eines Transitnetzes geht, ist hinterhältig.“

Keine weitere Lärm- und Schmutzbelastung!

Nicht nur der ökologische Aspekt dieses Straßenbauprojekts stößt den GRÜNEN sauer auf. Sie weisen auf die Parallelen zum Ausbau der A 3 und die Proteste der Anrainergemeinden hin. „Die Lärmbelastung und die Luftverschmutzung bringen große Beeinträchtigungen für die Anrainerinnen und Anrainer mit sich. Das ist unzumutbar. Die Errichtung einer Lärmschutzwand, die noch dazu ein massiver Eingriff in die Landschaft ist, ist eine Symptombehandlung. Denn der Lärm und die Luftverschmutzung werden dadurch nicht geringer“, begründet Petrik den Protest der GRÜNEN. „Ich wundere mich, dass der Bürgermeister von Bad Sauerbrunn seinen Kurort nicht vor diesen Belastungen schützen möchte und seine Stimme erhebt. Ob das mit seinem Antreten auf der Landtagswahlliste der SPÖ zu tun hat, wäre zu erfragen.“

Schienen statt Straßen ausbauen

„In Zeiten, in denen die Erreichung von Klimazielen diskutiert wird, dauernd Durchzugsstraßen auszubauen, ist unverantwortlich“, kritisiert Petrik den geplanten Ausbau der S 4. „Der Straßenverkehr ist der Hauptverursacher klimarelevanter Gase und wo eine hochrangige Straße gebaut wird, wird zusätzlicher Verkehr angezogen. Das sind hinlänglich bekannte Tatsachen.“ Es brauche den Ausbau des Schienennetzes, nicht des ohnehin schon im Burgenland unverhältnismäßig breit ausgebauten Straßennetzes. Im Österreichvergleich weist das Burgenland mit 20,5 m pro EinwohnerIn das umfassendste Straßennetz aus. Der Anteil des Verkehrssektors an den CO2-Emissionen in unserem Bundesland beträgt 62,1%.  „Es muss einmal Schluss sein mit dem Zubetonieren. Die Burgenländerinnen und Burgenländer wollen hohe Lebensqualität und diese ist durch die rückwärtsgewandte Straßenbaupolitik im Land mittlerweile nachhaltig bedroht“, warnt Petrik und fordert den Stopp der Ausbaupläne der S 4.