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am 17. Juni

Nein zum Vollspaltenboden

Wolfgang Spitzmüller - Vollspaltenböden sind Betonböden mit Spalten, damit der Mist der Tiere in unterhalb liegende Sammelbehälter gelangen kann und zwar ohne Einstreu. Die Schweine leben somit tagein-tagaus auf hartem strukturlosen Boden.

Schweine sind von Natur aus sehr saubere Tiere – wenn es ihnen möglich ist halten sie Schlaf-Fress- und Kotplatz fein getrennt. Das schlechte Image rührt eigentlich von der Schlammsuhle her, diese dient der Hautpflege und der Abkühlung, mit Schmutz hat das wenig zu tun.

In der „modernen“ Tierhaltung ist weder das Eine noch das Andere für die Tiere möglich. Viel zu klein ist der Platz für die Schweine. Die intelligenten Tiere werden völlig gegen ihr natürliches Verhalten gehalten. Ein großes Problem dabei ist, dass sie sehr oft direkt über ihren eigenen Ausscheidungen gehalten werden. Der für die Landwirtschaft praktische Vollspaltenboden wird so zum Problem für die geruchsempfindlichen Tiere. Ammoniak, ein besonders schleimhautreizendes Gas, stellt dabei den größten Anteil dar. Das dauernde Einatmen der Gase bewirkt eine Schädigung der Atemwege und der Lunge – oft leiden die Schweine unter Husten.


„Der Vollspaltenboden widerspricht einer tiergerechten Haltung völlig und ist Tierquälerei. Daher fordern wir ein Verbot der Vollspaltenböden.“
Wolfgang Spitzmüller, Landtagsabgeordneter

                         Laut VGT leben im Burgenland etwa 43.000 Schweine,
               ​45,13 % davon auf Vollspaltenböden und nur 27,85% auf Stroh.
                                                      ​Details: VGT Grafik

​                Hier kann man die VGT - Petition gegen Vollspaltenböden und für
             ​                   Stroh-Einstreu bei Schweinen unterstützen.



„Das Mindeste, was wir den Tieren, die wir essen, bieten müssen, ist eine weiche Liegestatt für die Nacht. Aber nicht einmal das bekommen die armen Schweine von uns, nur, damit das Schnitzel ein paar Cent billiger ist," so Martin Balluch abschließend.“
Martin Balluch, Verein gegen Tierfabriken
Foto: VGT

Zudem kommen schmerzhafte Gelenkerkrankungen, Drucknekrosen, offene Hautwunden und Schleimbeutelentzündungen sehr häufig vor, auch hier ist die Ursache leicht zu finden – der betonharte Vollspaltenboden. Logischerweise liegen auch Schweine gerne weich, haben sie Material zur Verfügung, dann bauen sie mit Freude eigene Liegeplätze, richtige Nester.

Zu wenig Platz, keine Beschäftigung, fixe Futterzeiten – daraus resultiert ein großes fast unsichtbares Problem mit Folgen – Langeweile. Normalerweise sind Schweine einen großen Teil des Tages mit Futtersuche, Nestbau, Körperpflege und Co. beschäftigt. Enthält man ihnen das alles, kommt es zu Fehlhandlungen – gegenseitiges Schwanz- und Ohrenbeißen etwa. Die moderne Schweinhaltung reagiert darauf mit Schwanzkopieren, dies führt wiederum oft zu Gelenk- oder Scheidenbeißen, teilweise führen alle diese Fehlhandlungen bis zum Kannibalismus.

Dafür nun alleine die Landwirtschaft verantwortlich zu machen wäre falsch. Verantwortlich dafür ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die alles möglichst billig und viel davon will. LandwirtInnen sind also gezwungen auch so zu produzieren und da sie pro Tier kaum etwas verdienen, müssen sie sehr viele davon halten. Es geht aber nicht unbedingt um Massentierhaltung, sondern um Intensivtierhaltung – es werden oft auch vergleichsweise wenig Tiere sehr schlecht gehalten und man kann auch relativ viele Tiere einigermaßen tiergerecht halten.

Die GRÜNEN und der VGT fordern daher ein Verbot des Vollspaltenbodens, das bedeutet kein gesamtes Verbot für Spaltenböden, aber zumindest der Liegebereich der Schweine soll zukünftig mit einer organischen und weichen Einstreu versehen werden müssen. „Wie in Wien ist unser Vorschlag, dies über das Tierschutzgesetz zu regeln,“ erläutert Spitzmüller. Die GRÜNEN bringen daher einen konkreten Antrag in den Landtag ein.