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am 31. Oktober 2019

Gewässer-Alarm

Wolfgang Spitzmüller - Der ökologische Zustand der burgenländischen Flüsse ist zum Großteil mäßig bis schlecht, lediglich 12% sind in einem guten ökologischen Zustand. Das Burgenland ist einmal mehr Schlusslicht im Bundesländervergleich. Wir fordern einen ambitionierten Fahrplan für die rasche Renaturierung der Flüsse und Bäche.

Spätestens bis 2027 müssen unsere Fließgewässer in einem guten Zustand sein, dies
verlangt Wasserrahmen-Richtlinie der EU Die Verbesserung verläuft allerdings schleppend, ursprünglich sollte das Ziel bereits bis 2015 erreicht sein, immerhin trat die Richtlinie bereits im Jahr 2000 in Kraft.

Durch Begradigungen, Uferverbauungen, Querbauwerke und die Nutzung für Wasserkraft sind, in den letzten Jahrzehnten, wertvolle Lebensräume verlorengegangen. Es wurden in Österreich täglich zwei Hektar Fläche an unseren Flüssen verbaut. Laut WWF haben wir 82% ökologisch wertvoller Flächen verloren. "Wir verlieren zunehmend die Artenvielfalt und damit ein funktionierendes ökologisches System und vergessen dabei zudem, dass wir ein Teil davon sind," sagt Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller.​

Biberdamm

Wulka, Pinka, die Strem und viele andere Flüsse haben zu wenig Platz, sind begradigt
und bieten somit schlechte Bedingungen für einen guten natürlichen, ökologischen
Lebensraum. „Wichtig ist dies nicht nur aus der Sicht des Naturschutzes, sondern auch für den Hochwasserschutz, hat der Bach mehr Platz kann er auch mehr Wasser aufnehmen“ erklärt Spitzmüller.

Deshalb ist es v.a. wichtig den Flüssen und Bächen mehr Raum zu geben und damit zB.
auch dem Biber ausreichend Platz. Der Biber ist ein hervorragender Baumeister natürlicher Lebensräume in den Fließgewässern. Dank dem burgenländischen Bibermanager funktioniert dies zunehmend besser, ein Problem ist allerdings nach wie vor, dass die Landwirtschaft oft sehr nahe bis zu den Bächen und Flüssen reicht und der Platz fehlt. „Ökologischer Hochwasserschutz bedeutet daher auch, dass Flächen vorhanden sind, die bei Hochwasser überflutet werden können, damit plötzliche auftretende Wassermengen Platz
finden und nicht verbautes Gebiet, oder landwirtschaftliche Flächen überflutet.“

Ökologischer Zustand: rot=schlecht, orange=unbefriedigen, gelb=mäßig, grün=gut blau=sehr gut

Das Burgenland muss einen ambitionierten Fahrplan für die rasche Renaturierung der Flüsse und Bäche vorlegen und Druck auf die Bundesregierung ausüben, damit die Gelder dafür bereitgestellt werden. Zudem ist eine Verwässerung der Wasserrahmenrichtlinie entschieden abzulehnen. Wir werden dazu einen Antrag im Landtag stellen.​