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am 2. Mai

Global2000 Wohnbaucheck: Burgenland Schlusslicht

Die Redaktion - Bereits zum zweiten Mal hat die Umweltschutzorganisation Global2000 einen Wohnbaucheck der Bundesländer durchgeführt. Dabei werden Entwicklungen im Bereich der Heizungen und der thermischen Sanierung und deren Auswirkungen auf den Klimaschutz überprüft. Das Burgenland ist gemeinsam mit der Steiermark Schlusslicht.

„Das Burgenland ist beim Wohnbaucheck von Global2000 zusammen mit der Steiermark Schlusslicht und hat mit nur zwei von 18 Punkten noch schlechter abgeschnitten als 2017 - das ist eine klimapolitische Bankrotterklärung der Landesregierung“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller. Mehr noch: Die zwei erreichten Punkte sind laut Globall2000 nicht Folge politischer Maßnahmen, sondern spiegeln schlicht denn Trend wider, dass Ölheizungen trotz Förderungen durch die Industrie weniger nachgefragt werden.​

„Global2000 bezeichnet das Burgenland als Kilmaschutz-Nachzügler. Die Landesregierung betreibt beim Thema Wohnbau und Sanierungen Anti-Klima-Politik.“
Wolfgang Spitzmüller, Landtagsabgeordneter

Sanierungsrate 0,1

Die Sanierungsrate im Burgenland beträgt statt der angestrebten 3% (Energie-Strategie Österreich) nur noch 0,1% (2017: 0,2%), das ist der schlechteste Wert aller Bundesländer. Selbst in der Energiestrategie Burgenland 2020 wird festgehalten wie wichtig eine Steigerung der Sanierungsrate ist. Die neue Bundesregierung setzt sich selbst ein niedriges Ziel, obwohl schon seit Jahren 3% angestrebt werden: „Die Sanierungsrate von derzeit rund 1% soll auf durchschnittlich 2% im Zeitraum 2020 bis 2030 angehoben werden.“ (Klimastrategie Ö). 
Dazu kommt, dass das Burgenland bei der Qualität der Sanierungen am schlechtesten abschneidet. So wird im Burgenland kaum Niedrigenergie-Standard oder Passivhaus-Qualität erreicht.

Weiter neue Ölheizungen

Auch wenn es im Burgenland von offizieller Seite keine Förderungen für Ölheizungen mehr gibt und die Zahlen rückläufig sind, wurden zwischen 2010 und 2015 etwa 1700 von der Öl-Industrie geförderte neue Ölheizungen installiert. „Dies bedeutet es wird jetzt weiter in Ölheizungen investiert, obwohl diese spätestens 2025 ausgetauscht werden müssen“, ärgert sich der GRÜN-Abgeordnete.

Immer mehr statt weniger Gasheizungen

Auch bei Gasheizungen geht die Entwicklung im Burgenland in die falsche Richtung (ein Plus von von 7% seit 2010). Nach wie vor werden Gasheizungen im Rahmen der Wohnbauförderung zugelassen, obwohl längst klar ist, dass auch ein Ausstieg aus Gasheizungen stattfinden muss. Gas ist - im Gegensatz zur Behauptung der Bundesregierung - keine Brückentechnologie. Gas ist ein fossiler Rohstoff und Hauptverursacher des Treibhausgases Methan. Vor allem bei der Gewinnung von Erdgas wird Methan frei, das klimaschädlicher ist als CO2.

„Fossile Politik ist Politik von gestern. So werden wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen, zudem macht es uns weiter abhängig von Heizsystemen die nicht zukunftsfähig sind,“ so Spitzmüller. Dass es auch anders geht, zeigen Länder wie Salzburg, Niederösterreich oder Vorarlberg.

GRÜNE Forderungen:

Die Klimaerwärmung fordert ein massives Umdenken, und die Politik ist gefordert dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Neue Ideen sind nötig, so ist etwa die Finanzierung über Contracting eine Möglichkeit, dass HausbesitzerInnen ohne große Einmalinvestitionen, Sanierungen und Heizungstausch finanzieren können. Bei Contracting werden die Investition vom Auftragnehmer vorfinanziert und aus den Einsparungen rückgezahlt. Zwischenfinanzierungen und Förderungen sind über die Wohnbau-Investitionsbank möglich.

Die GRÜNEN fordern endlich eine offensive Klimaschutzpolitik, ein Ausstiegsszenario für Erdgas-Heizungen, ein Verbot von neuen Öl- und Gasheizungen und eine ganzjährige Sanierungsoffensive. „Wir werden dazu unseren Antrag von vor einem Jahr nochmals einbringen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen jetzt in Heizsysteme investieren, die sie ab 2025 (Vorgabe der Bundesregierung) wieder tauschen müssen", so Spitzmüller.

Es ist bezeichnend, dass die Regierungsparteien auch den Antrag der GRÜNEN zur Reduktion von Plastikverpackungen und Plastikmüll vertagt haben. Sie müssen angeblich Stellungnahmen dazu einholen. Der GRÜNE Antrag fordert vor allem Bewusstseinsbildung und lenkende Maßnahmen auf Landesebene, sowie ein verpflichtendes Flaschenpfand-System auf Bundesebene.​