Was Entsiegelung bewirkt
1. Ein Quadratmeter Asphalt ist praktisch wasserundurchlässig
Bei Starkregen kann ein versiegelter Boden nahezu kein Wasser aufnehmen – alles fließt sofort ab und belastet Straßen, Plätze und die Kanalisation. Ein entsiegelter, humusreicher Boden hingegen kann bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter speichern und zeitverzögert wieder abgeben. Entsiegelung wirkt damit wie ein natürlicher Hochwasserschutz, direkt dort, wo der Regen fällt, ganz ohne zusätzliche technische Infrastruktur.
2. Asphalt kann doppelt so heiß werden wie begrünte Flächen
An heißen Sommertagen mit über 30 °C erreicht Asphalt schnell 50 bis 60 °C Oberflächentemperatur. Begrünte und offene Flächen bleiben dagegen oft 20 bis 30 °C kühler. Diese Unterschiede machen sich im Alltag deutlich bemerkbar: weniger Hitzestress, bessere Luftqualität und eine geringere gesundheitliche Belastung – besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.
3. Entsiegelung ist aktive Klimaanpassung – nicht nur Klimaschutz
Oft wird übersehen: Entsiegelung verhindert nicht direkt Emissionen,
aber hilft essentiell hilft uns, mit den Folgen der Klimakrise umzugehen.
Fachlich spricht man von Klimawandelanpassung (Adaptation), z. B. durch:
- Kühlung von Ortskernen
- Reduktion von Hitzetagen
- Schutz vor Starkregenereignissen
Gerade für Regionen wie das Burgenland mit vielen Hitzetagen ist das zentral.
4. Entsiegelung schafft sofort Biodiversität – ohne große Projekte
Wird Asphalt entfernt, beginnt der Boden fast sofort wieder zu funktionieren. Schon kleine entsiegelte Flächen – etwa Parkbuchten, Randstreifen oder Innenhöfe – können Lebensraum für Wildbienen schaffen, Bodenorganismen zurückbringen und Vögeln neue Nahrungsquellen bieten. Studien zeigen, dass Biodiversität häufig innerhalb weniger Monate sichtbar zunimmt.
5. Schulhöfe sind ein riesiges Entsiegelungspotenzial
Viele Schulhöfe sind fast vollständig versiegelt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass entsiegelte Schulhöfe deutlich kühler sind, mehr Bewegung ermöglichen und das Verletzungsrisiko senken. Gleichzeitig bleibt Regenwasser vor Ort und verdunstet langsam. Entsiegelung verbindet hier Gesundheits-, Bildungs- und Klimapolitik auf besonders greifbare Weise.
6. Gemeinden sparen langfristig Geld
Was paradox klingt, ist gut belegt:
Entsiegelung kann Kosten senken, weil:
- Kanalnetze entlastet werden
- weniger Hochwasserschäden entstehen
- weniger künstliche Kühlung nötig ist
Jeder entsiegelte Quadratmeter reduziert die Abhängigkeit von teurer Infrastruktur.
7. Jeder Quadratmeter zählt
Entsiegelung muss nicht großflächig beginnen. Jeder einzelne Parkplatz, Innenhof oder Randstreifen macht einen Unterschied. Viele kleine Maßnahmen ergeben gemeinsam eine große Wirkung. Entsiegelung ist damit eine der schnellsten, sichtbarsten und lokal umsetzbaren Maßnahmen gegen Hitze und Überlastung unserer Orte.