#NeinZuMERCOSUR
Mit ihrer Teilnahme an der Demonstration #NeinZuMERCOSUR setzt Anja Haider‑Wallner GRÜNE Landessprecherin, burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarreferentin, ein klares Zeichen der Solidarität mit den bäuerlichen Betrieben im Land. Entlang der Route zwischen Parndorf und Neusiedl am See protestierten zahlreiche Landwirt:innen gegen das am Freitag, 9. Jänner 2025 beschlossene EU-Handelsabkommen mit Mercosur.
„Dass wir uns hier mit den Bäuerinnen und Bauern auf der Straße versammeln, zeigt, wie groß die Sorge in der Landwirtschaft ist“, betont Haider-Wallner. „Parndorf steht sinnbildlich für den Druck, der auf regionalen Betrieben lastet: Auf der einen Seite globale Handelsinteressen, auf der anderen Seite jene Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Genau diesen Betrieben müssen wir jetzt den Rücken stärken.“
Die kleinteilige Landwirtschaft im Burgenland steht seit Jahren unter massivem Druck. Steigende Produktionskosten, unsichere Märkte, zunehmende Wetterextreme und ein fortschreitender Strukturwandel belasten die Betriebe. „Das Bauernhofsterben der letzten Jahrzehnte ist auch bei uns deutlich spürbar. Immer weniger Betriebe bewirtschaften immer größere Flächen – das Mercosur-Abkommen verschärft diese Entwicklung weiter“, so Haider-Wallner.
Ein zentraler Kritikpunkt sind die stark unterschiedlichen Produktionsstandards. Während burgenländische Landwirt:innen hohe Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards einhalten, gelten im Mercosur-Raum vielfach deutlich niedrigere Auflagen. Der Einsatz wachstumsfördernder Antibiotika, hormoneller Zusätze in der Tiermast sowie hochgefährlicher Pestizide ist dort vielerorts Alltag. In Brasilien sind rund 150 Pestizide zugelassen, die in der EU verboten sind – der Pestizideinsatz hat sich in den vergangenen 20 Jahren sogar versechsfacht.
Bedrohung für regionale Versorgung und Qualität
Das Mercosur-Abkommen gefährdet nicht nur bäuerliche Existenzen, sondern auch die regionale Lebensmittelversorgung und die Qualität unserer Produkte. Um Konsument:innen eine bewusste Entscheidung zu ermöglichen, fordert Haider-Wallner eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel, auch in der Gastronomie.
„Nur wenn klar erkennbar ist, woher ein Produkt stammt, können sich Konsumentinnen und Konsumenten gezielt für heimische Qualität entscheiden und unsere Betriebe stärken. Angesichts des Mercosur-Abkommens ist eine umfassende Herkunftskennzeichnung wichtiger denn je.“