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28.01.2026 Grünes Wissen

Warum Gedenktage heute immer noch wichtig sind

27. Jänner – Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

Am 27. Jänner, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, erinnern wir an die Millionen Menschen, die vom nationalsozialistischen Regime systematisch verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Der Holocaust war kein abstraktes historisches Ereignis, sondern ein beispielloses Verbrechen, getragen von Antisemitismus, Rassismus und der gezielten Entmenschlichung ganzer Bevölkerungsgruppen. Gerade in einer Zeit, in der rechte und rechtsextreme Kräfte wieder an Einfluss gewinnen und rassistische Weltbilder zunehmend normalisiert werden, ist dieses Gedenken von zentraler Bedeutung.

Der Holocaust richtete sich gegen Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner:innen, queere Menschen und viele andere. Er zeigt auf drastische Weise, wohin es führen kann, wenn Menschen nach Herkunft, Religion oder Lebensweise bewertet, ausgegrenzt und entrechtet werden. Das Erinnern an diese Verbrechen ist daher nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern eine Mahnung für die Gegenwart.

Denn auch heute leben wir in einer Welt, in der sich rassistische Massenabschiebungen wiederholen und staatliche Gewalt gegen Schutzsuchende als legitim dargestellt wird. In den USA führt die Behörde ICE Massenabschiebungen durch, bei denen Menschen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden. Kinder werden von ihren Eltern getrennt, Familien auseinandergerissen, Menschen verlieren ihre Rechte und ihre Würde. Solche Entwicklungen zeigen, wie schnell Entmenschlichung wieder Teil politischer Praxis werden kann.

Auch in Europa und Österreich ist diese Entwicklung spürbar. Rechte Parteien wie die FPÖ gewinnen an Zustimmung, während Sprache und Politik zunehmend nach rechts rücken. Wenn Ausgrenzung verharmlost, Geschichte relativiert oder Menschenrechte infrage gestellt werden, dann wird deutlich, warum das Gedenken an den Holocaust heute mehr ist als nur ein symbolischer Akt.

Der Holocaust-Gedenktag erinnert uns daran, dass Demokratie, Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander keine Selbstverständlichkeit sind. Nie wieder bedeutet, heute hinzuschauen, früh zu widersprechen und aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit einzutreten. Erinnerung ist kein Ritual – sie ist ein politischer und gesellschaftlicher Auftrag.

Samara Sánchez Pöll
Samara Sánchez Pöll

Medienreferentin Grüne Bgld

Klubobfrau & Jugendgemeinderätin in Eisenstadt
Sprecherin Grüne Jugend Bgld

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