Geräte-Retter-Prämie ab jetzt verfügbar
Mit der neuen Geräte-Retter-Prämie wird Reparieren in Österreich wieder staatlich unterstützt. Grundsätzlich ist das ein richtiger Schritt: Reparaturen verlängern die Lebensdauer von Geräten, sparen Ressourcen und entlasten Haushaltsbudgets. Doch im Vergleich zum früheren Reparaturbonus fällt die neue Förderung deutlich schwächer aus.
Die Geräte-Retter-Prämie ersetzt den Reparaturbonus, der seit 2022 stark genutzt wurde. Rund 1,8 Millionen Bons wurden eingelöst, besonders häufig für die Reparatur von Smartphones. Gerade diese Alltagsgeräte haben ein großes Potenzial für Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft – und genau hier setzt die neue Regelung nicht mehr an.
Weniger Geld, weniger Wirkung
Während der Reparaturbonus 50 Prozent der Reparaturkosten bis zu 200 Euro pro Gerät förderte, liegt die neue Obergrenze bei 130 Euro. Auch das Gesamtbudget wurde deutlich gekürzt: Statt rund 124 Millionen Euro stehen für die Jahre 2026 bis 2028 nur mehr 30 Millionen Euro zur Verfügung.
Hinzu kommt eine inhaltliche Einschränkung: Die Förderung konzentriert sich nun auf klassische Haushaltsgeräte. Smartphones, Fahrräder und E-Bikes sind von der neuen Förderung ausgeschlossen, obwohl sie zu den meistgenutzten und am häufigsten reparierten Alltagsgegenständen zählen.
So funktioniert die neue Förderung
Privatpersonen mit Wohnsitz in Österreich können online über www.geräte-retter-prämie.at einen Reparaturbon beantragen. Gefördert werden Reparaturen, Service- und Wartungsleistungen von Elektro- und Elektronikgeräten, die üblicherweise im privaten Haushalt verwendet werden. Die Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch deutlich vom Vorgängermodell – sowohl beim Umfang als auch bei der Wirkung.
Besser als Nichts?
Natürlich ist die Geräte-Retter-Prämie besser als keine Förderung. Doch sie bleibt klar hinter dem früheren Reparaturbonus zurück. Weniger Budget und der Ausschluss zentraler Alltagsgeräte schwächen den Beitrag zu Klima- und Ressourcenschutz genau dort, wo Reparaturen besonders häufig nachgefragt werden.
Wer Reparieren wirklich stärken will, muss dort ansetzen, wo Menschen ihre Geräte tatsächlich nutzen und wo der ökologische Effekt am größten ist. Eine ambitionierte Reparaturförderung ist ein zentraler Baustein für echte Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Konsum.
Reparatur-Cafés als wichtige Ergänzung
Ein wichtiger ergänzender Baustein sind Reparatur-Cafés, die es auch im Burgenland gibt. Dort helfen Ehrenamtliche dabei, defekte Geräte gemeinsam zu reparieren – oft kostenlos oder gegen eine kleine Spende. Reparatur-Cafés vermitteln nicht nur praktisches Wissen, sondern stärken auch das Bewusstsein dafür, dass nicht jedes kaputte Gerät sofort ersetzt werden muss. Wer repariert statt wegzuwerfen, spart Ressourcen, vermeidet Müll und leistet einen konkreten Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Gerade in Zeiten steigender Preise ist Reparieren zudem eine soziale Frage.
Hier findest du eine Übersicht aller Reparatur-Cafés im Burgenland
Gesucht: Handwerkende Heinzelmenschen
Für unser geplantes REPAIR-CAFÉ (3x im Jahr) im Bezirk Güssing suchen wir ehrenamtliche Fachmänner und Fachfrauen – vorwiegend Elektriker:innen, aber auch andere Spezialist:innen, die ihr Wissen zur Verfügung stellen und anderen helfen, Dinge zu reparieren. Hilfsbereite Fachkräfte wenden sich bitte an [email protected]