Skip to main content
    Barrierefreiheit
18.02.2026 Landesregierung

Identitätsdiebstahl: Nicht zahlen, rasch handeln

Konsument:innenschutz hilft bei Identitätsdiebstahl
Bild (Büro LH-Stv.in): Claudia Pinterich, Leiterin des Referats Konsumentenschutz; Landeshauptmann-Stellvertreterin und Konsumentenschutz-Landesrätin Anja Haider-Wallner; GRÜNER Klubobmann Wolfgang Spitzmüller

Konsumentenschutz rät zu raschem Handeln statt vorschneller Zahlung

Immer mehr Menschen werden Opfer von Identitätsdiebstahl. Persönliche Daten wie Name, Adresse oder E-Mail-Adresse reichen oft schon aus, damit Betrüger auf fremde Rechnung einkaufen oder Verträge abschließen. Der Konsumentenschutz des Landes Burgenland warnt daher vor dieser zunehmenden Form des Online-Betrugs und informiert über die richtigen Schritte im Ernstfall.

Landeshauptmann-Stellvertreterin und Konsumentenschutz-Landesrätin Anja Haider-Wallner macht deutlich: „Identitätsdiebstahl kann jede und jeden treffen – oft ohne dass man selbst etwas falsch gemacht hat. Wichtig ist, rasch zu reagieren und sich Unterstützung zu holen. Niemand muss mit solchen Forderungen allein bleiben.“

Wie schnell man selbst betroffen sein kann, zeigt ein aktueller Fall aus dem Burgenland. Klubobmann Wolfgang Spitzmüller (Grüne) erhielt unerwartet eine Zahlungsaufforderung samt Anwaltskosten für einen Online-Einkauf, den er nie getätigt hatte. Weder eine Bestellung noch eine Rechnung waren ihm bekannt. Erst nach mehrmaligem Nachfragen wurden Unterlagen übermittelt – eine Zustellung an seine Adresse hatte es nie gegeben. Nach einer Anzeige bei der Polizei wurde die Forderung schließlich zurückgezogen. „Der Aufwand und die Verunsicherung bleiben dennoch“, so Spitzmüller. „Viele Rückmeldungen zeigen, dass solche Fälle längst keine Einzelfälle mehr sind.“

Klare Empfehlung: Nicht zahlen, sondern aktiv werden. Claudia Pinterich, Leiterin des Referats Konsumentenschutz, rät, unberechtigte Forderungen sofort schriftlich zurückzuweisen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten und alle Unterlagen sorgfältig aufzubewahren. „Wer schnell handelt, kann Folgeschäden oft verhindern. Wir unterstützen Betroffene bei der rechtlichen Einschätzung und in der Kommunikation mit Unternehmen oder Inkassobüros.“

Auch Prävention spielt eine zentrale Rolle. Haider-Wallner betont die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit persönlichen Daten und Online-Diensten. Technische Schutzmaßnahmen wie E-Mail-Masken oder sichere Passwörter können zusätzlichen Schutz bieten. Spitzmüller ergänzt: „Persönliche Daten sollten sparsam weitergegeben werden. Und wenn etwas auffällt, gilt: sofort reagieren und Hilfe holen.“

Die Polizei beschreibt ein häufiges Vorgehen der Täter: Waren oder Dienstleistungen werden online unter fremdem Namen bestellt, die Lieferung erfolgt jedoch an andere Adressen oder Abholstationen. Die Rechnung bleibt offen, Inkassobüros werden eingeschaltet – und die Betroffenen erfahren oft erst durch Mahnungen vom Betrug. Entscheidend ist: Wer keinen Vertrag abgeschlossen hat, ist rechtlich nicht zur Zahlung verpflichtet.

Empfohlen wird, Forderungen ausdrücklich und schriftlich zu bestreiten, auf den Identitätsmissbrauch hinzuweisen, Anzeige zu erstatten sowie den ursprünglichen Händler direkt zu kontaktieren. Zudem sollten Bonitätsauskünfte überprüft und unberechtigte Einträge umgehend löschen lassen. Drohungen mit Gericht oder Exekution sind ohne gerichtlichen Titel nicht zulässig.

Der Konsumentenschutz des Landes Burgenland steht Betroffenen rasch und unbürokratisch zur Seite.

Samara Sánchez Pöll
Samara Sánchez Pöll

Medienreferentin Grüne Bgld

Klubobfrau & Jugendgemeinderätin in Eisenstadt
Sprecherin Grüne Jugend Bgld

[email protected]
Beitrag teilen