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20.01.2026 Grünes Wissen

Was sind denn überhaupt Naturschutzorgane?

Naturschutzorgane im Burgenland – Engagement für unsere Natur

Im Burgenland sind die Naturschutzorgane ein Herzstück des praktischen Natur- und Umweltschutzes. Sie stellen eine Brücke zwischen Gemeinschaft, Ehrenamt und Verwaltung dar  und sie sind unmittelbar dort aktiv, wo Natur lebendig und schützenswert ist.

Was sind Naturschutzorgane?

Naturschutzorgane sind offiziell bestellte und beeidete Personen, die im ganzen Burgenland tätig sind. Sie unterstützen die Behörden bei der Umsetzung des jeweiligen Naturschutz- und Landschaftspflegegesetzes und tragen so direkt zur Erhaltung unserer vielfältigen Natur bei.

Die Bestellung und Beeidigung erfolgt durch die Landesregierung, und die Kosten dafür übernimmt das Land. Voraussetzung ist unter anderem ein Wohnsitz im Burgenland (oder angrenzend), ein Mindestalter von 19 Jahren, EU-Staatsbürgerschaft und eine fachliche Ausbildung.

Aufgaben und Befugnisse

Die Naturschutzorgane wirken aktiv an der Vollziehung des Naturschutzrechts mit. Ihre Befugnisse reichen von Beobachtung und Dokumentation bis hin zu hoheitlichen Maßnahmen, wenn es um Verstöße gegen Naturschutzbestimmungen geht. Dazu zählen unter anderem:

  • Anhalten und Identitätsfeststellung von Personen bei Verdacht auf eine Verwaltungsübertretung.
  • Vorläufige Sicherstellung von Tieren, Pflanzen oder Gegenständen, die im Naturschutzkontext relevant sind.
  • Kontrolle von Fahrzeugen und Behältnissen nach geschützten Naturgegenständen.
  • Vorläufige Arbeits- oder Eingriffseinstellungen bis zu einer offiziellen Entscheidung der zuständigen Behörde.
  • Überwachung stark frequentierter Schutzgebiete und Meldung von Gefährdungen an die Behörden.

Diese Befugnisse machen Naturschutzorgane zu einer wichtigen Anlaufstelle zwischen Bevölkerung und Verwaltung – als „Augen und Ohren“ für die Natur vor Ort.

Ehrenamt und aktive Naturpflege

Über die gesetzlichen Aspekte hinaus tragen die Naturschutzorgane auch praktisch zum Schutz unserer Landschaft bei. Viele sind ehrenamtlich engagiert, z. B. bei:

  • Pflege von Schutzgebieten wie Trockenrasen oder Feuchtgebieten.
  • Artenschutzprojekten (z. B. Fledermausschutz, Amphibienschutz an Straßen).
  • Informations- und Bildungsarbeit für Gemeinden und Naturinteressierte.
  • Durchführung von Kursen, Vorträgen und Broschüren zu Naturthemen.

Allein über 200 ehrenamtliche Naturschutzorgane sind in den Bezirken des Landes organisiert, ein starkes Netzwerk für unsere Umwelt.

Warum sind sie wichtig für das Burgenland?

Das Burgenland ist landschaftlich und biologisch vielfältig: von den Salzsteppen am Neusiedler See über Wälder im Mittelburgenland bis zu Feuchtlandschaften im Süden. Diese Vielfalt braucht Pflege, Beobachtung und Schutz – genau dort setzen die Naturschutzorgane an.

Naturschutz ist kein abstraktes Konzept, sondern alltagsnaher Einsatz. Die Organe helfen dabei, bewährte rechtliche Grundlagen mit bürgernahem Engagement zu verbinden, und sorgen dafür, dass naturökologische Belange direkt dort Gehör finden, wo sie entstehen.

Samara Sánchez Pöll
Samara Sánchez Pöll

Medienreferentin Grüne Bgld

Klubobfrau & Jugendgemeinderätin in Eisenstadt
Sprecherin Grüne Jugend Bgld

[email protected]
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