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18.03.2026 Landesregierung

„Wir sagen Neophyten den Kampf an!“

cccLandesumweltanwalt DI. Dr. Michael Graf, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Hermann Frühstück, Landesleiter der burgenländischen Naturschutzorgane, zeigen, wie die Blüten dieser Pflanzen aussehen.

Neophyten-Offensive Burgenland 2026 gestartet

Das Land Burgenland und der Verein der Burgenländischen Naturschutzorgane (VBNO) starten ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten. Bis Ende 2026 soll ein burgenländischer Neophyten-Managementplan erarbeitet und ein flächendeckendes Freiwilligennetzwerk in den Gemeinden aufgebaut werden. Für das Projekt sind rund 45.000 Euro budgetiert.

„Die Bekämpfung invasiver Pflanzen grenzt an eine Sisyphos-Aufgabe – das gelingt nur gemeinsam und mit engagierten Partnern und Partnerinnen. Deshalb setzen wir auf enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Fachleuten, Ehrenamtlichen und der Bevölkerung vor Ort. Mir ist auch besonders wichtig, junge Menschen im Rahmen der Neophyten-Offensive für den Naturschutz zu begeistern und sie auch langfristig einzubinden“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Warum Neophyten ein Problem sind

Österreichweit gelten rund 1.600 Pflanzenarten – und damit fast die Hälfte der gesamten Flora – als gebietsfremd. Nur etwa ein Prozent davon ist invasiv, doch gerade diese Arten verursachen erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden.

Pflanzen wie die Kanadische Goldrute, der Japan-Staudenknöterich oder der Götterbaum verdrängen heimische Arten, verändern Lebensräume und führen zu einem Rückgang der Biodiversität. Gleichzeitig entstehen Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie an Infrastruktur. Europaweit werden die Kosten invasiver Arten auf über zehn Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Situation im Burgenland

Im Burgenland sind derzeit zwölf invasive Pflanzenarten weit verbreitet. Vier davon – der Götterbaum, die Gewöhnliche Seidenpflanze, das Drüsige Springkraut und der Riesenbärenklau – stehen auf der EU-Liste besonders problematischer Arten.

„Neophyten setzen unsere heimische Natur zunehmend unter Druck. Gleichzeitig lässt sich ihre Ausbreitung nicht kurzfristig stoppen – auch, weil die Klimakrise sie zusätzlich begünstigt. Mit der Neophyten-Offensive bündeln wir im ganzen Burgenland Wissen und Engagement und entwickeln ein solides Fundament dafür, die Ausbreitung der Schadpflanzen nachhaltig einzudämmen“, erklärt Haider-Wallner.

Maßnahmen: Zusammenarbeit im ganzen Land

Das Projekt wird vom Verein der Burgenländischen Naturschutzorgane koordiniert und umfasst mehrere konkrete Schritte:

  • Neophyten-Aktionstage im ganzen Burgenland mit Pflegeeinsätzen und Informationsveranstaltungen

  • Stakeholder-Workshops mit Vertreter:innen aus Landesverwaltung, Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Naturschutzorganisationen

  • Expertenworkshops zur Sammlung von Best-Practice-Beispielen und zur Entwicklung eines regional angepassten Managementplans

Freiwillige als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentraler Bestandteil der Offensive ist der Aufbau eines flächendeckenden Freiwilligennetzwerks in den Gemeinden. Die rund 250 ehrenamtlichen Naturschutzorgane sollen verstärkt eingebunden und zu lokalen Ansprechpartner:innen ausgebildet werden.

„Unser Ziel ist es, dass künftig in jeder Gemeinde eine Ansprechperson für das Thema Neophyten zur Verfügung steht“, erklärt Hermann Frühstück, Landesleiter der burgenländischen Naturschutzorgane.

Interessierte können sich direkt beim Verein melden:
www.naturschutzorgane-bgld.at/mitwirken

Nächste Schritte bis 2026

Die Ergebnisse des ersten Maßnahmenpakets sollen im Sommer 2026 ausgewertet werden und die Grundlage für weitere Schritte bilden. Eine zweite Phase der Neophyten-Offensive ist ab Herbst 2026 geplant, um die aufgebauten Strukturen weiter zu stärken und zusätzliche Maßnahmen umzusetzen.

„Invasive Arten gehören zu den großen Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Wenn sich solche Pflanzen einmal stark ausbreiten, ist ihre Bekämpfung sehr aufwendig und muss gut geplant sein. Genau deshalb ist es so wichtig, jetzt zu handeln, Wissen zu bündeln und Maßnahmen langfristig zu entwickeln“, betont Umweltanwalt Dr. Michael Graf. „Das Kick-Off der Neophyten-Offensive ist daher ein wichtiger Schritt, um künftig gezielter und fachlich fundiert gegen invasive Arten im Burgenland vorzugehen.“

Samara Sánchez Pöll
Samara Sánchez Pöll

Medienreferentin Grüne Bgld

Klubobfrau & Jugendgemeinderätin in Eisenstadt
Sprecherin Grüne Jugend Bgld

[email protected]
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