Wo Humor seine Grenzen hat
Ein geschmackloser, anzüglicher Witz auf einer Bühne im öffentlichen Raum hat bereits berechtigte Kritik gesorgt. Ziel der verbalen Entgleisung war die GRÜNE Landessprecherin und burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner. Der Musiker Volker Weise entschuldigte sich im Nachhinein für seine Aussagen, die Entschuldigung wurde angenommen – dennoch bleibt eine zentrale Frage bestehen: Was wird in unserer Gesellschaft noch immer als „Scherz“ toleriert?
Anzügliche oder doppeldeutige Bemerkungen auf Kosten von Frauen sind kein Kavaliersdelikt. Sie tragen dazu bei, Respektlosigkeit zu normalisieren und Machtverhältnisse zu reproduzieren, besonders dann, wenn sie öffentlich geäußert werden und auf Zustimmung oder Schweigen stoßen. Dass sich die Betroffene klar positioniert und deutlich gemacht hat, dass es hier nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um eine grundsätzliche Haltung geht, ist wichtig und richtig.
Gerade Frauen in der Politik erleben solche Grenzüberschreitungen regelmäßig. Im beruflichen Alltag, im öffentlichen Raum oder auf Bühnen wird ihnen Respekt oft nicht selbstverständlich entgegengebracht. Viele schweigen, um nicht als „empfindlich“ zu gelten oder weiteren Angriffen ausgesetzt zu sein. Umso wichtiger ist es, wenn Grenzen benannt und überschrittenes Verhalten klar zurückgewiesen wird.
Die GRÜNEN stehen für eine Politik des Respekts, der Gleichstellung und der klaren Haltung gegen Sexismus – egal, ob er als „Witz“ verpackt ist oder nicht. Kunstfreiheit endet dort, wo Menschen herabgewürdigt oder aufgrund ihres Geschlechts lächerlich gemacht werden. Humor darf viel, aber er darf nicht nach unten treten.
Es braucht Mut, sich zu wehren und laut zu sagen: Das war nicht okay. Dieser Mut verdient Unterstützung und er braucht eine Gesellschaft, die zuhört, hinschaut und Konsequenzen zieht. Respekt ist keine Nebensache. Er ist die Grundlage eines fairen, demokratischen Miteinanders.