🌱 GRÜN unterwegs im BURGENLAND 🌱
Wir waren in deinem Bezirk! 🌻
Im Rahmen unserer Landtagsklub-Sommertour waren wir im ganzen Burgenland unterwegs und wollten vor allem eines: mit euch ins Gespräch kommen.
🧐 Was läuft gut? Wo drückt der Schuh?
🌱 Welche Ideen habt ihr für eure Region?
👉 Ihr seid vorbeigekommen, habt Freunde mitgenommen, euch auf ein Getränk zu uns gesetzt und mit uns gesprochen – unkompliziert, offen und ohne großes Tamtam.
Egal ob du schon lange politisch interessiert bist, einfach neugierig warst oder uns kennenlernen wolltest:
Du warst und bist immer herzlich willkommen und wir haben uns sehr über den Austausch gefreut! 💚
Du willst weiterhin mit uns in Kontakt bleiben?
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Tag 1 - EISENSTADT
Auftakt unserer Sommertour „GRÜN unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“! 💚
Wie sichern wir unsere Trinkwasserversorgung in Zeiten des Klimawandels? Was erzählt uns das jüdische Erbe Eisenstadts über unsere Geschichte? Und welche Anliegen beschäftigen die Menschen vor Ort? Der erste Tag der Sommertour des GRÜNEN Landtagsklubs führte von den Brunnen des Wasserleitungsverbandes in Neudörfl über die jüdischen Friedhöfe Eisenstadts bis zum gemeinsamen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen.
Der erste Tourtag führte uns zum 💧 Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland, auf die Spuren jüdischen Lebens in Eisenstadt 🕍 und schließlich zum offenen Z’sammsitzen mit vielen interessierten Bürger:innen. 🗣️
💧TRINKWASSERVERSORGUNG VOR NEUEN HERAUSFORDERUNGEN
Am Vormittag besuchten wir den Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland in Neudörfl. Als viertgrößter Wasserversorger Österreichs beliefert der Verband 66 Mitgliedsgemeinden in den Bezirken Eisenstadt, Neusiedl am See und Mattersburg mit frischem Trinkwasser.
55 Brunnen, rund 3.000 Kilometer Leitungen und 168 Mitarbeiter:innen sorgen dafür, dass das Wasser zuverlässig in die Haushalte der Region gelangt. Durch den starken Zuzug kommen jährlich etwa 600 neue Anschlüsse hinzu. Der Wasserbedarf steigt – deshalb wird in Neudörfl neben den beiden bestehenden Brunnen derzeit ein dritter errichtet. Gleichzeitig stellen der Klimawandel und sinkende Grundwasserstände die Wasserversorgung vor immer größere Herausforderungen.
“Angesichts der zunehmenden Trockenheit brauchen wir einen österreichweiten Dürremanagementplan, der die Veränderungen in unseren Wasserkreisläufen genau unter die Lupe nimmt. Wenn wir wissen, wo Wasser knapp wird, welche Regionen besonders betroffen sind und welche Maßnahmen frühzeitig notwendig sind, können wir besser vorsorgen – für die Landwirtschaft, für unsere Gemeinden und für die kommenden Generationen.”
🕍 AUF DEN SPUREN JÜDISCHEN LEBENS IN EISENSTADT
Am Nachmittag begaben wir uns auf Spurensuche nach dem einst pulsierenden jüdischen Leben der Stadt.
Die beiden nahe beieinanderliegenden jüdischen Friedhöfe erinnern daran, dass Eisenstadt über Jahrhunderte eine bedeutende jüdische Gemeinde beherbergte. Noch im 19. Jahrhundert zählte sie rund 900 Mitglieder. Das jüdische Viertel erstreckte sich rund um die heutige Unterbergstraße. Dort befanden sich zahlreiche Geschäfte sowie eine Synagoge.
An jüdischen Feiertagen wurde das Viertel mit einer eisernen Kette abgesperrt. Ein Teil dieser Kette ist heute noch an der Ecke zur Alexander-Wolf-Gasse zu sehen. Auch das historische Eingangstor zum ehemaligen jüdischen Viertel ist erhalten geblieben.
1938 wurde dieses vielfältige Leben gewaltsam zerstört. Die Nationalsozialisten vertrieben, deportierten und ermordeten die jüdischen Bewohner:innen Eisenstadts. Eine Kultur, die über Jahrhunderte selbstverständlicher Teil des Burgenlandes gewesen war, wurde durch den nationalsozialistischen Rassenwahn ausgelöscht. Auch dieses traurige Kapitel gehört zur Geschichte des Burgenlandes und darf nicht vergessen werden.
🗣️ ZUHÖREN UND Z’SAMMSITZEN
Zum Abschluss des Tages luden wir zum gemütlichen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen bei Hopfen & Soehne. In entspannter Atmosphäre wurde über ganz unterschiedliche politische Themen und konkrete Anliegen gesprochen.
Die Gespräche reichten von der Möglichkeit, Gemeinderatssitzungen künftig per Livestream öffentlich zugänglich zu machen, bis hin zu einer Leerstandsabgabe für ungenutzte Gewerbeimmobilien.
Es ist enorm wichtig, mit den Menschen vor Ort zu reden und zu hören, was sie bewegt. Gerade im direkten Austausch erfahren wir sehr konkret, wo der Schuh drückt und welche Anliegen wir in unsere politische Arbeit im Landtag mitnehmen müssen.
Danke an alle, die dabei waren! 💚
Wir freuen uns auf die nächsten Stationen unserer Sommertour. 🚗🌻
TAG 2 - Bezirk EISENSTADT UMGEBUNG
🌱 Gesunde Böden, nachhaltige Betriebe und gute Gespräche 🗣️
Was braucht ein gesunder Boden? Wie können Unternehmen nachhaltig wirtschaften? Und welche Maßnahmen helfen gegen zunehmende Hitze und Trockenheit? Der zweite Tag der Sommertour des GRÜNEN Landtagsklubs in Eisenstadt Umgebung führte vom Biohof SCHMIT in Zagersdorf über den Schokoladenhersteller Ritter Sport in Breitenbrunn bis zum gemeinsamen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen in Purbach. Mit dabei war diesmal auch die Bundessprecherin der GRÜNEN und Klubobfrau des GRÜNEN Parlamentsklubs, Leonore Gewessler.
🌱 GESUNDE BÖDEN ALS GRUNDLAGE DES LEBENS
Am Vormittag besuchten wir den Biohof SCHMIT in Zagersdorf, um Einblicke in die biologische Landwirtschaft und das komplexe Leben unter unseren Füßen zu erhalten.
Jungbauer Martin Schmit erklärte, wie wichtig es für eine nachhaltige Landwirtschaft ist, sich intensiv mit dem Boden auseinanderzusetzen. Ein gesunder Boden ermöglicht nicht nur erfolgreichen Ackerbau, sondern sorgt auch für ausgeglichene Nährstoffverhältnisse und hochwertige, gesunde Lebensmittel. Entscheidend sei, dieses empfindliche Ökosystem möglichst schonend zu bewirtschaften.
Noch immer fehle es am Bewusstsein dafür, welche Bedeutung gesunde Böden für die Landwirtschaft, den Wasserhaushalt und den Klimaschutz haben. Martin Schmit plädierte deshalb dafür, das Thema stärker in den Lehrplänen zu verankern.
Große Sorgen bereiten der Familie Schmit die zunehmende Bodenversiegelung und der Verlust landwirtschaftlicher Flächen. Je weniger Lebensmittel regional produziert werden können, desto stärker gibt man auch die Kontrolle über ihre Herstellung und die dabei geltenden Standards ab. Gleichzeitig kann versiegelter Boden kaum Wasser aufnehmen. Niederschläge werden rasch abgeleitet, anstatt vor Ort zu versickern und das Grundwasser zu speisen.
Das Thema Entsiegelung war uns beim Eintritt in die rot-grüne Regierung ein großes Anliegen. Mit dem Entsiegelungswettbewerb „Baba, Beton!“ haben wir unsere Offensive für den Bodenschutz gestartet. Das ist jedoch erst der Anfang. Entscheidend ist, dass sich das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert unversiegelter Böden grundlegend verändert – so, wie es uns bei der Mülltrennung oder beim Plastikpfand gelungen ist.
🍫 NACHHALTIGE SCHOKOLADE AUS DEM BURGENLAND
Am Nachmittag stieß die GRÜNEN-Bundessprecherin Leonore Gewessler zu unserer Sommertour dazu. Gemeinsam besuchten wir das Ritter-Sport-Werk in Breitenbrunn.
Das hoch spezialisierte Unternehmen beschäftigt am Standort 94 Mitarbeiter:innen, ein Großteil davon kommt aus dem Burgenland. In Breitenbrunn werden die bekannten Amicelli-Rollwaffeln sowie zahlreiche Sorten der berühmten quadratischen Ritter-Sport-Schokolade hergestellt – darunter auch mehrere vegane Varianten.
Als Familienunternehmen bemüht sich Ritter Sport, Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen in den Betrieb zu integrieren. Dazu gehören eine eigene Kakaoplantage in Nicaragua, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt.
Neben Photovoltaikanlagen möchte das Unternehmen nach Möglichkeit auch ein eigenes Windrad nutzen, um einen größeren Teil seines Energiebedarfs selbst zu decken. Auf dem Betriebsgelände wurde außerdem ein naturnahes Trockenrasengebiet angelegt, das sich am nahe gelegenen Naturschutzgebiet Thenau orientiert und wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schafft.
Unternehmen, die nicht nur erfolgreich produzieren, sondern zugleich Verantwortung für Umwelt, Klima und Gesellschaft übernehmen, leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft und können damit auch für andere Betriebe Vorbilder sein.
🗣️ ÜBER MOBILITÄT, HITZE UND BODENSCHUTZ
Zum Ausklang des Tages luden wir wieder zum gemeinsamen Z’sammsitzen, diesmal beim Sandhofer in Purbach. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielfältig die Themen sind, die die Menschen vor Ort beschäftigen.
Diskutiert wurde unter anderem über Tempo 30 in Gemeinden und den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das Ziel muss sein, dass die Menschen ihre Wege im Burgenland möglichst lückenlos und verlässlich auch ohne eigenes Auto zurücklegen können.
Ein weiteres großes Thema waren die zunehmende Hitze und Trockenheit. Viele Menschen spüren die Folgen der Klimakrise längst in ihrem Alltag und erwarten konkrete Maßnahmen – vom Schutz unversiegelter Böden über mehr Grün in den Gemeinden bis zur besseren Anpassung an langanhaltende Hitzeperioden.
„Mit Menschen und Betrieben reden, ihre Sorgen und Wünsche verstehen – das ist das Fundament guter Politik. Genau deshalb sind wir Grünen laufend unterwegs und hören zu. Es braucht mehr grüne Energie, es braucht gesunde Böden im Kampf gegen Hitze und Trockenheit. Das habe ich mir mitgenommen. Vielen Dank für die spannenden Gespräche“, sagt die GRÜNE Bundessprecherin Leonore Gewessler.
Auch der zweite Tag der Sommertour hat gezeigt: Gute politische Lösungen entstehen dort, wo praktische Erfahrungen, verantwortungsvolle Betriebe und die Anliegen der Menschen zusammenkommen.
Tag 3 - Bezirk NEUSIEDL
☕ Vom Kaffeesatz zum Dünger, vom Schilf zum Dach 🌾
Der dritte Tag der Sommertour stand ganz im Zeichen einer regionalen und nachhaltigen Bioökonomie. Wir besuchten BeanSaver in Gols und die Schilfdachdeckerei Van Hoorne in Weiden am See. Dort erlebten wir, wie aus vermeintlichem Abfall ein wertvoller Rohstoff wird und wie eine den Neusiedler See prägende Pflanze zu einer nachhaltigen Baukultur beiträgt.
☕ KAFFEESATZ FÜR UNSERE PFLANZEN
Vera Amtmann und Christoph Moser von BeanSaver haben sich zum Ziel gesetzt, eine Kreislaufwirtschaft für Kaffee aufzubauen. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft verwandelt das Unternehmen Kaffeesatz in neue, hochwertige Produkte.
In Österreich werden jährlich mehr als 66.000 Tonnen Kaffeebohnen verbraucht. 99 Prozent davon landen nach dem Kaffeegenuss als Kaffeesatz im Abfall. Dabei steckt in diesem vermeintlichen Abfall noch großes Potenzial.
Das erste marktreife Produkt von BeanSaver ist ein Ganzjahresdünger aus wiederverwertetem Kaffeesatz, heimischer Schafwolle und Holz aus österreichischen Wäldern. Damit bietet das Unternehmen eine regionale und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Düngemitteln.
„Wir importieren Dünger aus fernen Ländern, während bei uns wertvolles Düngerpotenzial häufig im Mistkübel landet“, erklärte Managing Director Vera Amtmann. Entscheidend sei daher, Kaffeesatz nicht länger als Abfall, sondern als wertvollen Rohstoff zu betrachten.
Die möglichen Anwendungen reichen weit über Dünger hinaus. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern arbeitet BeanSaver unter anderem an Grillkohle, Briketts, Ölen für Kosmetik sowie Leder- und Holzpflege, Schmiermitteln und nachhaltigen Kunststoffalternativen.
♻️ Kreislaufwirtschaft zeigt, wie aus vermeintlichem Abfall ein wertvoller Rohstoff werden kann. Damit das im großen Maßstab funktioniert, braucht es aber ein Umdenken entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Unternehmen, Forschung, Sammelstellen und öffentliche Hand müssen eng zusammenarbeiten. Gerade letztere kann mit gutem Beispiel vorangehen, Kooperationen ermöglichen und solchen innovativen Projekten den Weg ebnen.
🌾 TRADITIONELLES HANDWERK MIT ZUKUNFT
Am Nachmittag ging es weiter nach Weiden am See zur Schilfdachdeckerei Van Hoorne. Der Familienbetrieb verbindet seit Jahrzehnten traditionelles Handwerk mit moderner Planung, Nachhaltigkeit und Innovation. Eine Besonderheit des Unternehmens: Es verarbeitet das Schilf nicht nur zu Dächern, sondern schneidet einen Teil des verwendeten Materials auch selbst am Neusiedler See.
Ein fachgerecht geplantes, verlegtes und gewartetes Schilfdach kann 50 Jahre oder länger halten. Der jährlich nachwachsende Rohstoff bietet eine natürliche Wärmedämmung, sorgt im Sommer für angenehm kühle und im Winter für warme Räume und kann nach seiner Nutzung vollständig in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden.
Lange Zeit begegneten Behörden der traditionellen Bauweise wegen der vermeintlich größeren Brandgefahr mit Skepsis. Technische Weiterentwicklungen und neue Dachaufbauten haben die Brandsicherheit jedoch deutlich verbessert. Jacobus van Hoorne hat auch sein eigenes Haus zu einem Vorzeigeprojekt gemacht und damit gezeigt, wie traditionelles Handwerk mit heutigen bautechnischen Anforderungen verbunden werden kann.
Während Schilfdächer etwa in den Niederlanden weit verbreitet sind, kommen sie in Österreich bisher vergleichsweise selten zum Einsatz. Dabei bietet Schilf auch abseits des klassischen Dachbaus großes Potenzial. Erste Projekte erproben den regionalen Naturrohstoff beispielsweise als Bestandteil von Lärmschutzwänden.
Die Schilfdachdeckerei Van Hoorne ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Regionalität, Tradition und Nachhaltigkeit im Bauwesen verbinden lassen. Dieses Handwerk soll nicht nur als touristische Besonderheit wertgeschätzt werden. Es ist auch ein Auftrag, wieder stärker zu den Wurzeln unserer burgenländischen Baukultur und Identität zu finden und diese aktiv zu fördern.
🗣️ FINANZEN, BEGRÜNUNG UND MOBILITÄT
Der Abend klang dann wieder bei einem gemeinsamen Z’sammsitzen, diesmal beim Weitzer in Winden am See, aus. Viel diskutierte Themen waren Mobilität im ländlichen Raum, Bodenschutz, Begrünung und der Zustand der Gemeindefinanzen. In gemütlicher Atmosphäre wurden Anliegen gehört, diskutiert und für die weitere Landtagsarbeit mitgenommen.
Der Tag hat gezeigt, wie hervorragend innovative Ideen und traditionelles Wissen ineinandergreifen, wenn engagierte Menschen am Werk sind. So können auf ressourcenschonende Weise regionale Wertschöpfung gestärkt und neue Perspektiven für das Burgenland eröffnet werden. 💚
Tag 4 - Bezirk MATTERSBURG
💚 NEUE CHANCEN FÜR MENSCHEN UND HIGHTECH FÜR DIE ENERGIEWENDE
Am vierten Tag unserer Sommertour „Grün unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“ waren wir im Bezirk Mattersburg unterwegs.
Bei MEIN LADEN haben wir gesehen, wie Menschen nach längerer Arbeitslosigkeit wieder Struktur, Selbstvertrauen und eine berufliche Perspektive gewinnen. Gleichzeitig erhalten Kleidung, Möbel und Haushaltsgegenstände ein zweites Leben – ein starkes Projekt, das soziale Unterstützung und Ressourcenschonung verbindet.
🤝 EINE NEUE PERSPEKTIVE AM ARBEITSMARKT
MEIN LADEN bietet seit 2009 befristete Arbeitsplätze für langzeitbeschäftigungslose Menschen, Wiedereinsteiger:innen und ältere Personen. Neben einem Secondhand-Geschäft gehören Transportdienste, Übersiedlungen sowie einfache Haus- und Gartenarbeiten zum Angebot. Ziel ist es, die Teilnehmer:innen fachlich und persönlich zu stabilisieren und ihre Chancen auf eine dauerhafte Rückkehr ins Erwerbsleben zu verbessern. Dabei werden sie auch sozialpädagogisch begleitet und bei Bewerbungen unterstützt.
Die sogenannten Transitarbeitskräfte werden dem Projekt vom AMS für maximal ein Jahr zugewiesen. Ihre Lebensläufe und Ausbildungen sind ganz unterschiedlich: Die Bandbreite reicht von Menschen mit Pflichtschulabschluss bis hin zu Akademiker:innen. AMS-Mattersburg-Geschäftsstellenleiter Markus Plattner erklärte, dass das Projekt vielen die Möglichkeit gebe, nach längerer Arbeitslosigkeit wieder Struktur zu gewinnen, Fähigkeiten weiterzuentwickeln und beruflich Fuß zu fassen.
Zugleich zeigt sich, wie schwierig die Rückkehr in den regulären Arbeitsmarkt geworden ist. Noch vor einigen Jahren lag die Vermittlungsquote laut den Projektverantwortlichen bei rund 60 Prozent. Heute stoßen vor allem Frauen auf zusätzliche Hürden. Viele möchten im Einzelhandel arbeiten, finden dort aber überwiegend Teilzeitstellen, deren Einkommen für ein selbstständiges Leben häufig nicht ausreicht.
👕♻️ Secondhand schafft sozialen und ökologischen Mehrwert
Im Secondhand-Geschäft von MEIN LADEN werden gespendete Kleidung, Hausrat und Möbel sortiert, aufbereitet und verkauft. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 57.000 Kilogramm Kleidung abgegeben. Etwa 20.000 Kilogramm davon konnten allerdings nicht mehr verwendet werden und mussten entsorgt werden. Umso erfreulicher sei es, dass der Umsatz im Geschäft zuletzt gestiegen ist, berichtete Projektleiterin Nina Steiner. Neben der Finanzierung durch das AMS und das Land Burgenland erwirtschaftet das Projekt damit auch einen Teil seiner Mittel selbst.
MEIN LADEN gibt Menschen nicht nur eine befristete Beschäftigung, sondern vor allem Struktur, neue Sicherheit und eine echte Perspektive. Hier werden Fähigkeiten sichtbar gemacht, Selbstvertrauen gestärkt und Menschen auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt begleitet. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie sozialer Zusammenhalt und Ressourcenschonung durch Wiederverwendung zusammenpassen. Solche Initiativen sind ein Gewinn für alle Beteiligten, für die Region und für die Umwelt.
🔬💧 HIGHTECH FÜR EINE SICHERE WASSERSTOFF-ZUKUNFT
Am Nachmittag ging es weiter zu SCIOFLEX Hydrogen. Das Mattersburger Unternehmen untersucht, wie sich Metalle, Kunststoffe und elastische Werkstoffe unter dem Einfluss von Wasserstoff verhalten. Solche Tests sind unverzichtbar, damit Pipelines, Tanks, Ventile und andere Bauteile sicher eingesetzt werden können.
Wasserstoff ist vor allem dort eine wichtige Zukunftstechnologie, wo eine direkte Elektrifizierung nur schwer möglich ist – etwa in Teilen der Industrie, im Schwerverkehr, bei schweren Maschinen auf Baustellen oder bei Pistenraupen. Mit erneuerbarer Energie erzeugter grüner Wasserstoff kann dort fossile Energieträger ersetzen, große Energiemengen speichern und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Entscheidend ist, ihn gezielt in jenen Bereichen einzusetzen, in denen er gegenüber direkten elektrischen Lösungen tatsächlich Vorteile bietet.
Geschäftsführer Bernd Schrittesser erklärte, dass Materialien unter Wasserstoffeinfluss nie völlig unverändert bleiben. Entscheidend sei daher, wie stark sich ihre Festigkeit, ihr Bruchverhalten und ihre Lebensdauer verändern. Im Mattersburger Prüflabor können Werkstoffe unter realitätsnahen Wasserstoffbedingungen und einem Druck von bis zu 400 bar untersucht werden. Dabei werden unter anderem Rissbildung, Materialermüdung und mögliche Schäden durch Wasserstoffversprödung analysiert.
Das Herzstück des Labors ist eine hoch spezialisierte Prüfmaschine mit integriertem 400-bar-Wasserstoffautoklaven. Nur drei Anlagen dieser Art sind laut Unternehmen derzeit in Europa im Einsatz. Die Mattersburger Anlage ist nach Angaben von SCIOFLEX die einzige davon, die sich in privater Hand befindet.
SCIOFLEX begleitet auch die Umwidmung bestehender Gasleitungen. Dafür werden Proben aus Pipelines entnommen und unter Wasserstoffbedingungen geprüft. So lässt sich feststellen, ob bestehende Leitungen sicher weiterverwendet werden können oder an welchen Stellen Anpassungen notwendig sind.
Geprüfte Materialien für Europas Wasserstoffnetz
Das Potenzial und der Bedarf sind groß. Mit dem European Hydrogen Backbone soll in den kommenden Jahren eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Infrastruktur entstehen. Die Initiative zeichnet die Vision eines europäischen Wasserstoffnetzes mit zunächst rund 28.000 Kilometern bis 2030 und etwa 53.000 Kilometern bis 2040. Ein großer Teil davon könnte durch die Umrüstung bestehender Gasleitungen entstehen, weitere Abschnitte müssten neu gebaut werden. Damit Wasserstoff sicher über Ländergrenzen hinweg transportiert werden kann, braucht es jedoch gemeinsame technische Standards und verlässliche Normen.
Wir dürfen diesen Technologiezug nicht verpassen. China hat Wasserstoff längst zu einer strategischen Zukunftstechnologie erklärt und baut Forschung, Produktion und Infrastruktur mit hohem Tempo aus. Europa und Österreich brauchen klare Regeln, Investitionen und starke Forschungsstandorte. SCIOFLEX zeigt, welches international gefragte Know-how auch aus dem Burgenland kommen kann.
💬🌱 Z’SAMMSITZEN ÜBER MOBILITÄT UND LEBENSQUALITÄT
Nach den interessanten Einblicken in die Arbeits- und Unternehmenswelt des Bezirks Mattersburg fand in der Genussquelle Rosalia in Bad Sauerbrunn wieder das traditionelle Z’sammsitzen bei Snacks und Getränken statt. Mit dabei waren Menschen, denen die Entwicklung ihres unmittelbaren Lebensumfelds ein Anliegen ist und die in ihrer Region etwas bewegen wollen.
Einmal mehr nahm das Thema Mobilität viel Raum ein. Gesprochen wurde unter anderem über die sogenannte letzte Meile im öffentlichen Verkehr und die fehlende Radweginfrastruktur im Bezirk. Weitere Themen waren die Streichung der KLAR!-Invest-Förderungen, Lichtverschmutzung sowie ein nach wie vor mangelndes Bewusstsein für unsere Natur und das Sauberhalten unserer öffentlichen Räume.🚲🚌🚯
Was wir mitnehmen: Sowohl bei der Integration in den Arbeitsmarkt als auch bei neuen Zukunftstechnologien und der Gestaltung lebenswerter Gemeinden braucht es Menschen und Unternehmen, die Chancen eröffnen, Wissen weitergeben und gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten.
Tag 5 - Bezirk OBERPULLENDORF
🌱 Bio-Genuss, Braukunst und Sonnenstrom im Mittelburgenland
Am fünften Tag unserer Sommertour „Grün unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“ waren wir gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner im Bezirk Oberpullendorf unterwegs. Die Stationen reichten von biologischer Lebensmittelproduktion und handwerklicher Braukunst bis zu einem geplanten Agri-PV-Projekt in Neckenmarkt. Am Abend wurde wieder z’sammgesessen.
🥕🍎 BIO-AUFSTRICHE AUS WEPPERSDORF
Den Auftakt machte die ALONDO „Bio.k.“ Lebensmittelproduktions GmbH in Weppersdorf. Nach einer Führung durch den Familienbetrieb ließ es sich Eigentümer Franz Dorner nicht nehmen, seine Gäste mit Brötchen und Aufstrichen aus der eigenen Produktion zu bewirten.
Seit 1999 werden in Weppersdorf hochwertige Aufstriche in Bio-Qualität hergestellt. Verarbeitet werden ausschließlich Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. Ein eigens entwickeltes Herstellungsverfahren soll dafür sorgen, dass möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Die Produkte sind heute in zahlreichen Lebensmittelgeschäften erhältlich, unter anderem bei INTERSPAR.
Das Sortiment umfasst mittlerweile 13 Sorten – vom „Bestseller“ Tomate-Basilikum über Gemüse-Kren bis hin zu Hummus. Firmeninhaber Franz Dorner legt großen Wert auf Innovation und tüftelt auch an neuen süßen Kreationen wie Apfel-Zimt oder Haselnuss-Kakao. Auf Konservierungsstoffe wird verzichtet, die Rezepturen werden sorgfältig abgestimmt und auf Wunsch an die Bedürfnisse der Kund:innen angepasst.
Eine der jüngsten Entwicklungen ist ein geschmackvoller Ei-Aufstrich, der ohne Gelatine auskommt. Geliefert wird er unter anderem an die Justizanstalt Stein, weil er dadurch auch für Menschen geeignet ist, die aus religiösen Gründen auf Gelatine verzichten.
🍺 VOM INTERNATIONALEN BRAUMEISTER ZUM EIGENEN BIO-BIER
Anschließend ging es zur Brauerei Kobersdorf. Braumeister Peter Döllinger blickt auf vier Jahrzehnte Erfahrung im In- und Ausland zurück. Bevor er in Kobersdorf sein eigenes Bier braute, arbeitete er unter anderem in Kamerun, Russland und Venezuela. Seine Motivation für den Schritt in die Selbstständigkeit brachte er bei der Führung augenzwinkernd auf den Punkt: Das Bier zu Hause habe ihm nicht geschmeckt, also habe er beschlossen, selbst eines zu machen.
Die Brauerei wird als kleiner Familienbetrieb geführt und ist seit ihren Anfängen vollständig biozertifiziert. Die verwendeten Rohstoffe stammen aus Österreich und werden von Bio-Austria-Betrieben bezogen. Gebraut wird handwerklich nach traditionellen Verfahren, zugleich achtet der Betrieb auf Mehrweg, Energieeinsparung und einen möglichst bewussten Umgang mit Ressourcen.
Besondere Aufmerksamkeit schenkt Döllinger der Hefe, die für die Gärung verantwortlich ist. „Auch die Hefe ist ein Lebewesen. Man muss sie nett behandeln, sonst macht sie nicht das, was man will“, erklärte der Braumeister.
Gemeinsam mit fünf Beschäftigten produziert Döllinger acht verschiedene Biersorten. Einmal pro Woche läuft die Abfüllanlage. Neben Klassikern und verschiedenen Spezialbieren entstehen auch außergewöhnliche Sorten. Dazu gehört das Keltenbier, das eigens für das Schwarzenbacher Keltenfest gebraut und mit Waldblütenhonig verfeinert wird.
Was wir heute gesehen haben, ist burgenländische Lebensmittelproduktion auf höchstem Niveau. Sowohl bei Bio.k. als auch in der Brauerei Kobersdorf hängt der Erfolg ganz wesentlich am Wissen, am Mut und am persönlichen Einsatz der Menschen, die dahinterstehen. Auf diesen Pioniergeist und diese Qualität können wir im Burgenland stolz sein.
☀️🌾 LANDWIRTSCHAFT UND SONNENSTROM ZUSAMMENDENKEN
Die nächste Station führte nach Neckenmarkt, wo ein geplantes Agri-PV-Projekt vorgestellt wurde. Seine Umsetzung hängt noch von den notwendigen Genehmigungen ab. Agri-Photovoltaik ermöglicht es, dieselbe Fläche sowohl landwirtschaftlich als auch zur Erzeugung von Solarstrom zu nutzen.
Nach Berechnungen der Projektbetreiber könnte die geplante Anlage jährlich rund 60.000 Megawattstunden sauberen Strom erzeugen. Das entspräche dem Verbrauch von etwa 12.100 Haushalten.
80 Prozent der Fläche sollen weiterhin für die Produktion von Futtermitteln genutzt werden. Weitere 18 Prozent sind als Biodiversitätsflächen vorgesehen, die wertvollen Pflanzenarten, Insekten und Niederwild Lebens- und Rückzugsräume bieten sollen. Die übrigen zwei Prozent sollen durch Weingärten, Strauchgruppen und Obstbäume ökologisch aufgewertet werden.
Bürgermeister Johannes Igler unterstrich den möglichen Mehrwert für Gemeinde, Landwirtschaft und Energieversorgung. Für ihn sei entscheidend, dass eine Fläche mit geringer Bodengüte gewählt werde, die gut erschließbar sei und auf der sich die Anlage möglichst unauffällig in das Landschaftsbild einfüge.
Projekte wie dieses können Landwirtschaft, Artenvielfalt und saubere Energie miteinander verbinden. Die Energiewende schützt unser Klima, macht uns unabhängiger von Energieimporten und sichert unsere Zukunft. Im Zukunftsplan Burgenland 2030 haben wir den weiteren Ausbau von Windkraft, Solarenergie und Speicherkapazitäten klar verankert. Das Burgenland geht dabei österreichweit voran.
Der Zukunftsplan sieht den verstärkten Ausbau von Wind- und Sonnenkraft sowie zusätzliche Speicherlösungen vor und nennt die bilanzielle Energieautarkie bis 2030 als Ziel.
🗣️ OFFENE GESPRÄCHE IM KLOSTERKELLER
Zum Ausklang des Tages füllte sich der Klosterkeller in Neckenmarkt mit zahlreichen Gästen. Viele nutzten die Gelegenheit, um direkt mit der Landeshauptmann-Stellvertreterin und den beiden Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.
Zur Sprache kamen unter anderem Ragweed und andere invasive Pflanzenarten. Auch die anhaltende Trockenheit und die niedrigen Wasserstände in den Bächen der Region sorgten für Gesprächsstoff.
Breiten Raum nahmen außerdem konkrete Fragen zu Infrastruktur und Mobilität ein. Gewünscht wurden Verbesserungen am Busbahnhof Weppersdorf, etwa Wartehäuschen zum Schutz vor Hitze und Nässe sowie Toiletten. Diskutiert wurde auch über das BAST, das burgenländische Anrufsammeltaxi, und darüber, wie die Mobilität im ländlichen Raum weiter verbessert werden kann. Weitere Anliegen betrafen die Ausstattung der Mittelschule Oberpullendorf.
GRÜNE Landessprecherin und LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner:„Unterwegs im Mittelburgenland haben wir beherzte Menschen getroffen, die nachhaltige Produkte herstellen und mutige Visionen verwirklichen wollen. Bei einem ehrlichen Glas Rotwein lässt sich in vielen Gesprächen die Seele der Region spüren. Menschen, Kulinarik, Landschaft und Unternehmergeist – ich habe diesen Tag sehr genossen. Gerade die persönlichen Gespräche zeigen uns, was die Menschen bewegt und wo Politik konkret unterstützen kann. Diese Anliegen nehmen wir mit – denn gute Lösungen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern gemeinsam mit den Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld.”
Tag 5 machte sichtbar, wie viel Zukunft im Mittelburgenland bereits heute steckt: in familiären Betrieben, handwerklichem Können, mutigen Energieideen und Menschen, die sich für die Entwicklung ihrer Gemeinden einsetzen. Ein Tag voller Geschmack, Unternehmergeist, neuer Energieideen und ehrlicher Gespräche mit Menschen, die sich für die Entwicklung ihrer Gemeinden einsetzen. 💚
Tag 6 - Bezirk OBERWART
🍄 Pilze, Mobilität und gelebte Vielfalt im Bezirk Oberwart
Zum Auftakt der letzten Woche unserer Sommertour „Grün unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“ waren wir gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner im Bezirk Oberwart unterwegs.
Ein Tag voller Pioniergeist, moderner Mobilität und Menschen, die ihre Region mit Herz und Tatkraft gestalten.
🍄🌱 Edle Pilze aus Oberschützen
Die erste Station führte zu KiMa organics in Oberschützen. Hinter dem Betrieb steht Philipp Maitz, der eigentlich aus der Elektronik kommt und sich das Wissen über die Pilzzucht autodidaktisch angeeignet hat. Seit 2022 verbindet er technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und viel Neugier mit dem Ziel, hochwertige Bio-Pilze im Südburgenland zu kultivieren.
Je nach Saison wachsen bei KiMa organics fünf bis sechs verschiedene Kulturen. Zum Sortiment gehören neben Shiitake und Austernpilzen auch außergewöhnliche Sorten mit klingenden Namen wie Black Pearl King, Igelstachelbart, Kräuterseitling oder Goldkäppchen. Abnehmer sind vor allem Gourmetrestaurants in Wien, die auf besondere Qualität und erntefrische Lieferung setzen.
Die Pilze gedeihen auf einem nährstoffreichen Substrat aus Eichensägemehl und Sojahülsen. In den feuchten Kulturräumen herrschen genau kontrollierte Bedingungen. Täglich können – abhängig von Sorte, Entwicklungsphase und Saison – zwischen zehn und 70 Kilogramm geerntet werden.
Maitz versucht, sich trotz kontrollierter Umgebung möglichst am natürlichen Rhythmus der Pilze zu orientieren. Vieles sei Erfahrungssache: Nicht jeder Versuch gelinge sofort, doch gerade aus Misserfolgen lasse sich oft Entscheidendes für die nächste Kultur lernen. Diese Beharrlichkeit ist auch angesichts des starken Konkurrenzdrucks durch asiatische Pilzimporte notwendig.
Es ist bewundernswert, mit welchem Elan, technischem Geschick und ökologischem Gespür hier ein Betrieb im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Schwammerl aus dem Boden geschossen ist. Es braucht Offenheit und Mut, neue eigene Wege zu gehen und genau das beweisen burgenländische Unternehmen wie KiMa organics tagtäglich aufs Neue.
🚌⚡ Öffentlicher Verkehr für alle
Danach ging es zu den Verkehrsbetrieben Burgenland (VBB) nach Oberwart. Die Geschäftsführer Johannes Jandrisevits und Wolfgang Werderits gaben Einblicke in die Organisation des öffentlichen Verkehrs, die laufende Elektrifizierung der Busflotte und die Herausforderungen eines flächendeckenden Angebots im ländlichen Raum.
Die Verkehrsbetriebe Burgenland beschäftigen mittlerweile rund 340 Mitarbeiter:innen und betreiben 70 Fahrzeuge auf 26 Buslinien, die jährlich etwa 8,2 Millionen Kilometer zurücklegen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Barrierefreiheit. Ausklappbare Rampen sollen Menschen mit Rollstuhl, Gehhilfen oder Kinderwagen einen möglichst unkomplizierten Ein- und Ausstieg ermöglichen. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe stehen in allen sieben Bezirken insgesamt zehn entsprechend ausgestattete Busse für den bedarfsgerechten Einsatz zur Verfügung.
Gleichzeitig wird die Elektrifizierung vorangetrieben. Ein Elektrobus benötigt beträchtliche Energiemengen – laut VBB in etwa so viel Strom wie 35 Haushalte. Neben dem Antrieb spielt auch die Temperierung eine Rolle: Um den Innenraum zwischen 21 und 23 Grad zu halten, braucht es besonders im Winter zusätzliche Energie. Für die E-Busse betreibt das Unternehmen im Burgenland mittlerweile 14 eigene Ladestationen.
Wie vielfältig die Aufgaben eines Verkehrsunternehmens sind, konnten wir auch bei einem Besuch der Zentrale erleben: Rund 200.000 Anrufe gehen dort pro Jahr ein. Die Anliegen reichen von Fahrplanauskünften und Fragen zu Verbindungen bis zu Rückmeldungen und Beschwerden. Damit ist die Servicestelle eine wichtige Schnittstelle zwischen den Fahrgästen und dem täglichen Busbetrieb.
Bei den Verkehrsbetrieben Burgenland sehe ich einen klaren Willen zur ständigen Verbesserung. Ob bei der Elektrifizierung, der Anpassung von Linien an die Bedürfnisse der Fahrgäste oder bei der Barrierefreiheit: Hier wird modern gearbeitet und laufend optimiert. Das Unternehmen hat die Zeichen der Zeit erkannt und macht das Burgenland Schritt für Schritt fit für die Mobilität der Zukunft.
🗣️🤝 Vielfalt als Teil der burgenländischen Identität
Einen weiteren Schwerpunkt des Tourtages bildete der Austausch mit Vertreter:innen der burgenländischen Volksgruppen. Die kroatische und die ungarische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma prägen das Burgenland seit Jahrhunderten und sind ein wesentlicher Teil seiner sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt.
Im Gespräch wurde auch die jüngste Neuregelung des Volksgruppenrechts thematisiert. Künftig werden alle sechs anerkannten autochthonen Volksgruppen Österreichs im Volksgruppengesetz ausdrücklich im Verfassungsrang genannt. Dazu kommen ein umfassenderer jährlicher Volksgruppenbericht und eine stärkere Einbindung der Volksgruppenbeiräte. Die Gesprächspartner:innen bewerteten diese Schritte als wichtiges Zeichen der Anerkennung.
„Das ist ein wichtiges und längst überfälliges Zeichen der Anerkennung. Die kroatische und ungarische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma sind ein wesentlicher Teil der burgenländischen Identität. Dass sie nun gemeinsam mit allen anderen autochthonen Volksgruppen klar im Verfassungsrang genannt werden, stärkt Sichtbarkeit, Respekt und Wertschätzung“, sagt der GRÜNE Volksgruppensprecher Philip Juranich, der selbst Burgenlandkroate ist.
Mehrsprachigkeit hörbar machen
Im Anschluss stand ein Besuch bei Radio MORA auf dem Programm. Das Mehrsprachige Offene Radio gibt den unterschiedlichen Sprachen und Kulturen des Burgenlandes eine Stimme und greift Themen auf, die die Menschen in der Region unmittelbar beschäftigen. Damit leistet der Sender einen wichtigen Beitrag dazu, sprachliche Vielfalt im Alltag hörbar und sichtbar zu machen.
💬💚 Z’sammsitzen über Mobilität, Begrünung und Gemeinschaft
Zum Abschluss des Tages traf sich der GRÜNE Landtagsklub beim Arkadenheurigen Dazumal in Bad Tatzmannsdorf mit zahlreichen Menschen aus der Region. In den Gesprächen ging es unter anderem um die Sichtbarkeit der Volksgruppen im Südburgenland, bessere Busverbindungen und sichere Fußwege sowie um mehr Grün in den Gemeinden. Auch die Frage, wie Gemeinschaft in wachsenden Orten gestärkt und neue Bewohner:innen besser eingebunden werden können, beschäftigte viele.
„Tage wie der heutige zeigen mir, wie viel Herz und Tatkraft die Süd-Burgenländer:innen mitbringen! Sie haben uns heute mitgegeben, was in ihrem Alltag gut funktioniert und wo es Verbesserungen braucht. Besonders beeindruckt hat mich, dass so viele Menschen bereit sind, für ihre Region mitanzupacken. Genau dieses Miteinander macht den Bezirk Oberwart aus – und ist der Nährboden für eine gute Zukunft“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.
Tag 7 - Bezirk GÜSSING
Vom ökoEnergieland auf die saftige Streuobstwiese
Am siebten Tourtag ging es auf der Reise durch das „Chile Österreichs“ noch weiter in den Süden, ins Güssinger Land – eine Landschaft, in der Wiesen und Felder den Weg säumen. Wir informierten und über regionale Energieversorgung, besichtigten eine Biogasanlage in Strem und erfuhren im Streuobst-Kompetenzzentrum in Burgauberg-Neudauberg, wie alte Obstsorten durch ihre Nutzung erhalten werden können.
⚡️🌍 DAS MODELL GÜSSING: ENERGIE AUS DER REGION
Den Anfang machte das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing. Das EEE besteht seit 1996 und entwickelt regionale sowie kommunale Konzepte zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energie. Als Dachorganisation bündelt es zahlreiche Energieaktivitäten in der Region und ist weit über die Grenzen des Burgenlandes hinaus vernetzt.
Das fünfköpfige Team arbeitet überwiegend projektbasiert und setzt dabei stark auf europäische Kooperationen. Über Jahre kamen Delegationen aus zahlreichen Ländern nach Güssing, um sich anzusehen, wie eine Region ihre Energieversorgung mit lokal verfügbaren Ressourcen neu organisieren kann.
Grundlage dafür ist das sogenannte „Modell Güssing“: Energie soll möglichst dezentral, nachhaltig und aus jenen erneuerbaren Ressourcen erzeugt werden, die in der jeweiligen Region vorhanden sind. Dadurch werden fossile Importe reduziert und zugleich Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region gestärkt.
Geschäftsführer Joachim Hacker verwies auf den weiterhin großen Beratungsbedarf der Gemeinden in Energie- und Klimafragen. Programme wie die Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) und die Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!) könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie unterstützen Regionen sowohl bei konkreten Energieprojekten als auch bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
♻️🌾 AUS GRAS UND MAIS WERDEN STROM, WÄRME UND DÜNGER
Wie regionale Energieproduktion praktisch funktioniert, konnte die Delegation anschließend in Strem erleben. Die dortige Biogasanlage ist seit 2004 in Betrieb. Gras, Mais und andere pflanzliche Rohstoffe werden zunächst zerkleinert und anschließend unter kontrollierten Bedingungen vergoren. Das dabei entstehende Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt.
Der Strom fließt ins öffentliche Netz, die überschüssige Wärme wird für das lokale Fernwärmenetz genutzt. Auch das vergorene Material bleibt im Kreislauf: Die festen und flüssigen Gärreste werden als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Nach Angaben des ökoEnergielandes kann die Anlage rechnerisch rund 1.200 Haushalte mit Strom und 40 Haushalte mit Wärme versorgen.
Viele Menschen aus der Umgebung bringen Gras- und Grünschnitt zur Anlage und können im Gegenzug den entstandenen Dünger nutzen, erzählt Betreiber Siegfried Legath. Gerade in einem trockenen Jahr zeigt sich ein weiterer Vorteil: Auch Mais, der nicht mehr die notwendige Qualität als Futter- oder Lebensmittel erreicht, kann noch energetisch verwertet werden. So entstehen Strom und Wärme, während die enthaltenen Nährstoffe über den Gärrest wieder auf die Felder zurückkehren.
Regionale Selbstversorgung mit erneuerbarer Energie ist ökologisch sinnvoll, spart Emissionen und hält die Wertschöpfung vor Ort. Gleichzeitig verringert sie unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit von autoritären Regimen. Gerade das Modell Güssing zeigt, dass Energiewende und regionale Entwicklung zwei Seiten derselben Medaille sind.
🍎🌳 ALTE SORTEN FÜR EIN WÄRMERES KLIMA
Danach ging es ins Streuobst-Kompetenzzentrum in Burgauberg-Neudauberg. Geschäftsführerin Brigitte Gerger brachte die Arbeit des Zentrums mit einem einfachen Leitsatz auf den Punkt: „Schutz durch Nutzung.“ Denn nur wenn das Obst geerntet, verarbeitet und geschätzt wird, werden auch die Bäume gepflegt und die alten Sorten langfristig erhalten.
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft und bieten Tausenden Tier- und Pflanzenarten Schutz. Nicht umsonst wurde der Streuobstanbau in Österreich 2023 in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission aufgenommen. Gleichzeitig können intakte Wiesen Niederschläge aufnehmen, Wasser in der Landschaft halten und dienen daher bei Starkregen als Hochwasserschutz.
Mehr als 300 Apfelsorten wurden in der Region bereits kartiert. Darunter finden sich immer wieder seltene oder bisher kaum bekannte Sorten, wie etwa Schafnase und Siebenschläfer. Gerade alte Obstbäume können wertvolle Eigenschaften besitzen: Viele sind widerstandsfähig gegen Krankheiten, weil sie über Generationen ohne intensive Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln bestehen mussten. Diese Vielfalt wird angesichts steigender Temperaturen immer wichtiger. Je breiter die Auswahl ist, desto größer ist die Chance, Sorten zu finden, die auch mit den klimatischen Bedingungen der Zukunft gut zurechtkommen.
Streuobst ist allerdings eine Kulturform, die regelmäßige Pflege benötigt. Das Kompetenzzentrum vermittelt deshalb bei Kursen Wissen über Baumschnitt und Veredelung. Geplant ist außerdem eine „Pflück mich“-App, die sichtbar machen soll, wo nicht benötigtes Obst zur freien Ernte-Verfügung steht.
Mobiles Pressen statt Obst am Boden
Mit seiner mobilen Saftpresse ist das Zentrum im gesamten Burgenland unterwegs. Mitgebrachtes Obst wird direkt vor Ort gepresst, pasteurisiert und abgefüllt – ohne Zusatzstoffe und auf Wunsch auch als Saft für die Weiterverarbeitung zu Most oder Essig. Im vergangenen Jahr wurden auf diese Weise rund 45.000 Kilogramm Obst verarbeitet.
Mit eigenen Kreationen zeigt das Team, wie vielseitig Streuobst verwendet werden kann. Bei der Verkostung reichte die Auswahl von Apfel-Aronia über Apfel mit Bitterorange bis zu einem Apfel-Zimt-Saft, der geschmacklich an Apfelstrudel erinnert.
Streuobstwiesen sind wahre Schatzkammern unserer Kulturlandschaft. Sie sind ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität und lehren uns einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Dieses reichhaltige Erbe gilt es zu fördern und für kommende Generationen lebendig zu halten.
💬💧 Z’SAMMSITZEN ÜBER WASSER UND ENERGIE
Beim abschließenden Z’sammsitzen im conClusius in Güssing kamen erneut viele Menschen zusammen, denen die Entwicklung ihrer Gemeinden am Herzen liegt. Die anhaltende Trockenheit, sinkende Wasserstände und die Frage nach einem vorausschauenden Wassermanagement beschäftigten zahlreiche Gäste.
Auch Energiethemen nahmen viel Raum ein. Diskutiert wurde darüber, wie erneuerbare Energie weiter ausgebaut, regionale Ressourcen sinnvoll genutzt und Gemeinden bei der Umsetzung konkreter Projekte besser unterstützt werden können.
Wie eng Energie, Landwirtschaft und Naturschutz miteinander verbunden sind sahen wir direkt vorort: Regionale Kreisläufe verringern Abhängigkeiten, bewahren wertvolle Ressourcen und schaffen Perspektiven für das Südburgenland.
Tag 8 - Bezirk JENNERSDORF
🍇 Von neuen Wegen im Weinbau und alten Geschichten in der Mühle
Am letzten Tag unserer Sommertour „GRÜN unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“ waren wir im Bezirk Jennersdorf unterwegs.
🌿🍷 MIT MUT UND AUSDAUER ZUM VORZEIGEBETRIEB
Den Anfang machte der Bioweinbau Oberkofler in Weichselbaum. Patrizia Falkensteiner und David Oberkofler kamen aus Südtirol ins Südburgenland und legten mit viel Fleiß, Disziplin und einer klaren Vorstellung von naturnahem Weinbau den Grundstein für ihren heutigen Betrieb.
Seit der Gründung im Jahr 2007 setzt die Familie auf biologischen Anbau, händische Lese und eine möglichst schonende Verarbeitung. Zum Sortiment gehören Weine aus den Rebsorten Bronner, Muscaris und Sauvignac sowie Uhudler und verschiedene Frizzante-Varianten. Zahlreiche Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Weinbewerben bestätigen den eingeschlagenen Weg.
Eine besondere Rolle spielen sogenannte PIWI-Reben. Die Abkürzung steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie verfügen über eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und ermöglichen es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren. Damit bieten sie gerade für den biologischen Weinbau eine zukunftsweisende Ergänzung zu traditionellen Sorten.
Mit ihren PIWI-Weinen gehörten die Oberkoflers in der Region zu den Vorreiter:innen. Mittlerweile greifen auch andere Weinbaubetriebe diesen Ansatz auf. Der Sauvignac des Hauses wurde zuletzt mit dem PIWI Wine Award Austria ausgezeichnet.
Der Bioweinbau Oberkofler veranschaulicht auf beeindruckende Weise, wie viel Potenzial im Mut zu neuen Wegen steckt. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten helfen dabei, den Pflanzenschutz zu reduzieren und den Weinbau besser für die Herausforderungen der Klimakrise zu rüsten. Solche Pionierbetriebe setzen wichtige Impulse für die gesamte Region.
AUS RÜCKSCHLÄGEN WACHSEN NEUE IDEEN
Zum Weinbau sind im Laufe der Jahre weitere Standbeine hinzugekommen. Nachdem Hagel zwei Jahre hintereinander große Teile der Ernte vernichtet hatte, begannen die Oberkoflers, mit dem Anbau von Oliven zu experimentieren. Was mit einzelnen Bäumen im Hausgarten begann, hat sich inzwischen zu einer rund 1,5 Hektar großen Olivenkultur entwickelt. Jährlich kommen zwischen 50 und 100 Bäume ausgewählter, kälteresistenter Sorten hinzu.
Mit der „Villa Ella“ bietet der Betrieb außerdem einen Rückzugsort für Gäste, die Ruhe, Natur und das Leben am Weingut erleben möchten.
Doch auch innovative Rebsorten sind nicht vor jeder Gefahr gefeit. Sorgen bereitet der Weinbaufamilie die sogenannte Goldgelbe Vergilbung. Die gefährliche Reben-Krankheit wird von der Amerikanischen Rebzikade übertragen und kann Rebstöcke massiv schädigen. Befallene Pflanzen müssen rasch und vollständig gerodet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für die Oberkoflers bedeutete das, eine fünf Jahre alte Anlage aufgeben zu müssen – ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt.
🌾⚙️ EINE MÜHLE ERZÄHLT VOM LEBEN FRÜHERER GENERATIONEN
Am Nachmittag führte die Sommertour zur Jost-Mühle in Windisch-Minihof. Die 1903 in Betrieb genommene Wassermühle war bis zum Ruhestand des letzten Müllers im Jahr 1998 in Verwendung. Heute gilt sie als letzte funktionsfähige Wassermühle der Region und vermittelt anschaulich, wie aus Getreide früher Mehl hergestellt wurde.
Die Jost-Mühle war eine sogenannte Lohnmühle: Die Menschen aus der Umgebung brachten ihr Getreide dorthin und ließen es gegen Bezahlung mahlen. Verarbeitet wurden unter anderem Roggen, Weizen, Buchweizen, Dinkel und Mais. Damit war die Mühle nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der regionalen Lebensmittelversorgung und des dörflichen Lebens.
Kultur- und Landschaftsvermittlerin Eveline Schlager nahm die Besucher:innen bei einer ebenso fachkundigen wie lebendigen Führung mit in die Arbeits- und Lebenswelt früherer Generationen.
Dass dieses Stück regionaler Geschichte so gut erhalten geblieben ist, verdankt sich dem Engagement vieler Beteiligter. Vor allem auch der Gemeinde, die den Erhalt der Mühle und ihre touristische Nutzung unterstützt.
Die Jost-Mühle ist ein Stück lebendige Geschichte. Das Wissen darüber, wie Menschen früher gearbeitet, gewirtschaftet und gelebt haben, ist Teil unserer burgenländischen Identität. Dass die Gemeinde und engagierte Menschen diesen besonderen Ort bewahren und für Besucher:innen erlebbar machen, ist ein großer Gewinn für die ganze Region.
💬💚 LETZTES Z’SAMMSITZEN BEIM KREUZSTADL
Das letzte Z’sammsitzen der Tour fand beim Kreuzstadl am Schlösslberg in Mogersdorf statt. In malerischer Umgebung nutzten erneut zahlreiche Menschen die Gelegenheit, ihre Erfahrungen, Sorgen und Ideen mit dem Landtagsklub zu teilen.
Ein großes Thema war die drohende Schließung des Lenzingwerks in Heiligenkreuz und die damit verbundene Sorge um Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts. Darüber hinaus wurde über Kanalgebühren, Mobilität im ländlichen Raum und die eingestellte Bahnstrecke zwischen Friedberg und Oberwart gesprochen.
Auch klimafitte Gemeinden, notwendige Maßnahmen zur Anpassung an Hitze und Trockenheit sowie die Rolle der Dorferneuerung bei der Gestaltung lebenswerter Ortszentren beschäftigten die Gäste. Weitere Diskussionen drehten sich um den Einsatz von Pestiziden und dessen Auswirkungen auf Landschaft, Natur und angrenzende Grundstücke.
Damit geht unsere Sommertour nach acht Tagen durch alle sieben Bezirke zu Ende. Wir haben Menschen mit unterschiedlichsten Ideen und Lebensgeschichten getroffen, verbunden durch ihre Liebe zu ihrer Region, Pioniergeist und den Wunsch, ihr Lebemsumfeld unmittelbar mitzugestalten. Wir nehmen diese Begegnungen und zahlreiche Anliegen mit in unsere Arbeit im Landtag. 💚