Bibermanagement im Burgenland wird ausgebaut
Mehr Unterstützung für Gemeinden, mehr Prävention, klare Regeln
Das Bibermanagement im Burgenland wird gezielt weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen bessere Unterstützung für Gemeinden, mehr Prävention und ein klar geregelter Umgang mit Konfliktfällen. Grundlage sind zahlreiche Gespräche mit Bürgermeister:innen sowie Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Forst und Naturschutz.
Mehr Ressourcen für wirksame Lösungen
Das Land Burgenland investiert gezielt in ein funktionierendes Bibermanagement:
- 180.000 Euro aus einem LE-Projekt für Schutzmaßnahmen
- zusätzlich rund 50.000 Euro jährlich für Prävention (deutlich erhöht gegenüber bisher)
Neu gefördert werden unter anderem auch Vergrämungsmaßnahmen – insbesondere zum Schutz sensibler Infrastruktur.
Gleichzeitig wird das Team verstärkt: Zwei erfahrene Wildtierexpertinnen übernehmen zentrale Aufgaben und sorgen für fachlich fundierte, praxisnahe Unterstützung.
Prävention statt Eskalation
Ein klarer Schwerpunkt liegt auf niederschwelligen, rasch umsetzbaren Maßnahmen. Die Erfahrung zeigt: In über 70 Prozent der Fälle lassen sich Probleme bereits mit einfachen Eingriffen entschärfen – etwa durch:
- Dammabsenkungen
- Drainagelösungen
- Schutzmaßnahmen bei Bäumen oder Flächen
Diese Lösungen sollen künftig noch schneller und bekannter werden. Eine neue Informationsbroschüre für Gemeinden ist in Ausarbeitung.
Klare Linie: Schutz bleibt, Eingriffe sind die Ausnahme
Der Biber ist europaweit streng geschützt – und das bleibt auch so. Das Burgenland setzt weiterhin auf ein abgestuftes Vorgehen:
- Prävention und Beratung
- Gezielte Eingriffe in Lebensräume
- Eingriffe in die Population nur als letztes Mittel und unter strengen Auflagen
„Pauschale Bejagung ist keine Lösung. Sie verschiebt Probleme nur und untergräbt den Artenschutz. Wir setzen auf Verantwortung, Fachwissen und Zusammenarbeit“, stellt Haider-Wallner klar.
„Eine pauschale Bejagung wäre kein nachhaltiger Lösungsansatz, sondern würde bestehende Probleme nur kurzfristig in die Zukunft verschieben“, stellt Haider-Wallner abschließend klar. „Biberpopulationen regulieren sich selbst – und wo Tiere entnommen werden, siedeln sich bald neue an.“