Österreich braucht endlich einen Dürremanagementplan
Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten seit Beginn der Messungen. Besonders betroffen ist der Osten Österreichs – und damit auch das Burgenland. Für uns GRÜNE ist klar: Neben rascher Hilfe für die Landwirtschaft braucht es endlich eine vorausschauende Strategie für den Umgang mit Trockenheit und Wasserknappheit. Genau deshalb haben wir bereits im Juni einen österreichweiten Dürremanagementplan gefordert.
Was sich bereits im Frühjahr abgezeichnet hat, hat inzwischen historische Ausmaße erreicht. Laut GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Seit 23. Februar herrscht in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nahezu durchgehend ein Niederschlagsdefizit. Im Burgenland fiel von Jahresbeginn bis 12. August um rund 39 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Vergleich. Eine rasche Entspannung ist nicht zu erwarten.
Für die Landwirtschaft sind die Folgen längst dramatisch. Die dürrebedingten Schäden werden österreichweit bereits auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Besonders Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja sind betroffen. Auch im Burgenland führen die extreme Hitze und der fehlende Niederschlag zu deutlichen Ertragseinbußen.
Nicht erst reagieren, wenn der Schaden da ist
Rasche und unbürokratische Unterstützung für besonders betroffene Bäuerinnen und Bauern ist deshalb notwendig. Doch Hilfspakete allein reichen nicht. Trockenheit ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, auf das Politik erst reagieren kann, wenn Felder vertrocknen und Schäden entstanden sind.
„Die aktuellen Rekorde zeigen, dass wir beim Thema Dürre nicht länger von einem Ausnahmezustand sprechen können. Wir müssen wissen, wann Wasser knapp wird, welche Bereiche besonders gefährdet sind und welche Maßnahmen rechtzeitig gesetzt werden müssen. Genau dafür braucht Österreich einen Dürremanagementplan“, so GRÜNE Klubobfrau Margit Paul-Kientzl.
Bereits Ende Juni haben wir deshalb im Burgenländischen Landtag einen Antrag für einen österreichweiten Dürremanagementplan eingebracht, der in der Landtagssitzung im September auch so beschlossen wird. Die Bundesregierung soll diesen gemeinsam mit den Bundesländern, der Wissenschaft und den betroffenen Interessensgruppen erarbeiten und umsetzen.
Was ein Dürremanagementplan leisten soll
Entscheidend ist, nicht erst dann zu handeln, wenn Wasser bereits fehlt. Unser Antrag fordert daher ein flächendeckendes Monitoring, das Wasserdefizite im gesamten Wasserkreislauf frühzeitig sichtbar macht. Dazu sollen klare, sektorspezifische Schwellenwerte festgelegt werden, ab wann eine kritische Wasserknappheit besteht. Ein modernes Frühwarn- und Vorhersagesystem soll ermöglichen, rechtzeitig gegenzusteuern. Gleichzeitig braucht es langfristige Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen und zur Sicherung der Grundwasserneubildung.
Denn Dürre betrifft weit mehr als die Landwirtschaft. Sinkende Grundwasserstände und niedrige Pegelstände können auch die Trinkwasserversorgung, Energieversorgung, Ökosysteme, Wirtschaft und Gesundheit der Bevölkerung belasten. Der Antrag macht deshalb deutlich: Der Umgang mit Wasserknappheit ist eine zentrale Aufgabe der Klimawandelanpassung.
Wie außergewöhnlich die aktuelle Situation ist, zeigen auch die Daten der GeoSphere Austria: Auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche gab es heuer bis Mitte August mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre. Gleichzeitig verschärft die Hitze die Lage zusätzlich, weil mit steigenden Temperaturen auch mehr Wasser aus Böden und Pflanzen verdunstet.
Akuthilfe und langfristige Vorsorge gehören zusammen
Unsere Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner hat angesichts der hohen Schäden zuletzt rasche Hilfe für die Landwirtschaft eingefordert. Gleichzeitig brauche es Investitionen in Klimaschutz und Klimawandelanpassung – etwa in wassersparende Bewirtschaftung, Bodenschutz, Humusaufbau und an die veränderten Bedingungen angepasste Kulturen.
Wir müssen beides tun. Jenen helfen, die heute unter den Folgen der Dürre leiden, und gleichzeitig dafür sorgen, dass Österreich auf die zunehmende Trockenheit besser vorbereitet ist.
Österreich gilt als wasserreiches Land. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es vorausschauendes Handeln statt Krisenmanagement von Dürre zu Dürre. Der österreichweite Dürremanagementplan muss deshalb endlich umgesetzt werden.
ANTRAG Dürremanagementplan - Download
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Antrag Dürremanagementplan 06-2026