Vorgehen gegen die Rebzikade
Enge Zusammenarbeit für den Schutz der burgenländischen Reben
Die Flavescence dorée, auch bekannt als „Goldgelbe Vergilbung der Rebe“, stellt derzeit eine ernstzunehmende Bedrohung für den burgenländischen Weinbau dar. Übertragen wird diese gefährliche Quarantänekrankheit durch die Amerikanische Rebzikade, deren Vorkommen besonders in den Weingärten des Südburgenlands stark zugenommen hat.
Da eine direkte Bekämpfung des Erregers nicht möglich ist, konzentrieren sich die Maßnahmen auf die Eindämmung des Überträgers sowie die konsequente Entfernung infizierter Rebstöcke. „Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst und setzen auf ein abgestimmtes, entschlossenes Vorgehen aller relevanten Stellen im Land“, betonen Landessprecherin und Landeshauptmann-Stellvertreterin sowie Landwirtschaftslandesrätin Anja Haider-Wallner.
Die Amerikanische Rebzikade wurde in Österreich erstmals 2004 in der Südoststeiermark nachgewiesen, der erste Ausbruch der Krankheit folgte 2009 in Tieschen. Im Burgenland wurde die Rebenkrankheit 2015 durch Labortests bestätigt. Seither erfolgt eine systematische Überwachung: Verdachtsfälle werden dokumentiert und betroffene Rebstöcke konsequent entfernt.
Koordiniertes Maßnahmenpaket
Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Burgenland, den Bezirkshauptmannschaften und dem Pflanzenschutzdienst Burgenland wurde ein abgestimmtes Maßnahmenpaket erarbeitet, das aktuell konsequent umgesetzt wird. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine Ausbreitung der Krankheit verhindern und die burgenländischen Reben schützen. Das kann nur mit einem gemeinsamen, lückenlosen Vorgehen gelingen – und dieses setzen wir jetzt konsequent um“, so Anja Haider-Wallner.
Sofortmaßnahmen in betroffenen Regionen
Besonders betroffen sind derzeit die Weinbauregionen Csaterberg, Eisenberg, Winten, Gaas, Heiligenkreuz, Eltendorf, Lutzmannsburg und Deutschkreutz. Hier laufen bereits Sofortmaßnahmen: intensive Begehungen und Sichtkontrollen, begleitende Schulungen sowie Beratungen durch den Pflanzenschutzdienst. Infizierte Rebstöcke werden samt Wurzelstock entfernt und fachgerecht gerodet. Gleichzeitig erfolgt ein Monitoring der Rebzikade mittels Gelbtafeln, um das Auftreten des Überträgers frühzeitig zu erkennen.
„Unsere Beraterinnen und Berater in der Landwirtschaftskammer sind in engem Austausch mit den Winzerinnen und Winzern. Denn eines ist klar: Wir wollen, dass sie ihre Weingärten und somit ihre Existenzgrundlage nicht verlieren. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit dem Land und den Behörden entschlossen daran, Schädlinge und Krankheiten einzudämmen und zu bekämpfen“, erklärt Berlakovich und bedankt sich bei allen Mitarbeiter:innen, die mit ihrer Expertise dazu beitragen.
Früherkennung ist entscheidend
Für die betroffenen Winzer:innen ist die rasche Erkennung möglicher Krankheitsherde zentral. Erste Anzeichen sind eine frühzeitige Verfärbung der Blätter: Bei Rotweinsorten färben sich diese leuchtend rot, bei Weißweinsorten vergilben sie deutlich. Auffällig ist zudem, dass sich die Blattspreiten stark nach unten einrollen. Ein Abgleich mit dem offiziellen Symptomkatalog unterstützt bei der sicheren Bestimmung.
„Wir appellieren an alle Weinbäuerinnen und Weinbauern, ihre Weingärten regelmäßig auf Symptome zu kontrollieren. Nur durch frühe Erkennung und rasches Handeln können wir die Krankheit eindämmen“, unterstreichen Berlakovich und Haider-Wallner.