Diese 40 Jahre sind vor allem eine Geschichte der Menschen, die sich eingemischt, neue Themen auf die politische Agenda gesetzt und immer wieder gezeigt haben, dass Veränderung möglich ist. Die Themen, für die sich Menschen bei den GRÜNEN engagieren, sind vielfältig.
Unsere 40 Jahr Feier GRÜNE Burgenland in Bildern © Caterina Hoffmann
Am 11. Oktober 1986 konstituiert sich in Mattersburg die burgenländische Landesgruppe der Grünen. Damit beginnt die organisierte Geschichte der GRÜNEN Burgenland. Das 30-jährige Jubiläum wurde 2016 ausdrücklich mit diesem Gründungsdatum gefeiert.
Am 5. Oktober 1997 erreichen die Grünen bei der Gemeinderatswahl in Eisenstadt 4,93 Prozent und ein Mandat. Damit sind die Grünen erstmals in den Gemeinderäten aller österreichischen Landeshauptstädte vertreten.
Der historische Durchbruch: Mit 5,49 Prozent und 10.057 Stimmen schaffen die GRÜNEN erstmals den Einzug in den Burgenländischen Landtag.
Die ersten beiden grünen Landtagsabgeordneten sind:
Grete Krojer aus Wulkaprodersdorf und Joško Vlasich aus Großwarasdorf.
In Wulkaprodersdorf erreichen die Grünen bemerkenswerte 17,79 Prozent.
Noch bedeutender für die weitere Geschichte: Die beiden grünen Abgeordneten unterstützen die Wahl von Hans Niessl zum Landeshauptmann und erhalten dafür politische Zusagen im Umwelt- und Demokratiebereich.
Damit beginnt eine Phase, in der die kleine grüne Landtagsfraktion konkrete institutionelle Veränderungen durchsetzen bzw. maßgeblich mitermöglichen kann.
selbstverständlich zum Burgenland gehören:
Der Burgenländische Landesrechnungshof und die Burgenländische Umweltanwaltschaft.
Eine Bilanz der Grünen aus dem Jahr 2005 nennt Landesrechnungshof und Umweltanwaltschaft als Ergebnisse dieser Zusammenarbeit.
Am 18. April 2002 erklärt sich das Burgenland als erstes österreichisches Bundesland zur „gentechnikfreien Zone“.
Der Antrag wird mit SPÖ, Grünen und FPÖ gegen die ÖVP beschlossen. Vlasich wird bereits in der damaligen Berichterstattung als grüner Agrarsprecher und treibende Stimme zitiert.
Am 19. Mai 2005 folgt das Burgenländische Gentechnik-Vorsorgegesetz, LGBl. 64/2005, das unter anderem gentechnikfreie Landwirtschaft und Biolandbau schützen soll.
2002 werden die Grundlagen geschaffen, 2004 eröffnet das erste Frauenhaus des Burgenlandes in Eisenstadt. Das Burgenland war zuvor das einzige Bundesland ohne Frauenhaus.
Die GRÜNEN wirken maßgeblich an der politischen Durchsetzung des ersten burgenländischen Frauenhauses mit.
Frauenlandesrätin Verena Dunst war federführend; sie nennt allerdings ausdrücklich Grete Krojer neben Gabriele Arenberger und Andrea Gottweis als wichtige Mitstreiterinnen bei der Verwirklichung. Das Frauenhaus zählte 2005 zu den Projekten, die infolge des Arbeitsübereinkommens möglich wurden.
Mit 6,43 % kehren die GRÜNEN zu zwei Mandaten zurück. Gleichzeitig sind erstmals Vertreter:innen aller drei autochthonen Volksgruppen des Burgenlandes auf der grünen Landtagsliste vertreten.
Die Eisenstädter Grünen starten unter Anja Haider-Wallner die Petition „Natur statt Beton“ gegen weitere Bodenversiegelung und neue Einkaufsflächen am Stadtrand.
Die Kampagne sammelt rund 500 Unterschriften und verbindet Bodenschutz mit der Forderung nach lebendigen Ortskernen.
Bodenschutz und Ortskernbelebung werden später zu zentralen grünen Regierungsthemen.
SPÖ und Grüne einigen sich im März auf die Forderung nach einem Ende des Projekts; am 16. April 2020spricht sich eine Mehrheit aus SPÖ, ÖVP und Grünen im Landtag gegen die Verlängerung und für die Streichung aus dem Bundesstraßengesetz aus.
Der bundesweit endgültige Projektstopp erfolgt 2021.
Bei der Landtagswahl erreichen die GRÜNEN 5,66 Prozent und 11.062 Stimmen und halten ihre beiden Mandate.
Die SPÖ verliert gleichzeitig mit 17 von 36 Mandaten ihre absolute Mehrheit. Hans Peter Doskozil entscheidet sich anschließend für Koalitionsverhandlungen mit den Grünen.
Zum ersten Mal in ihrer Geschichte werden die GRÜNEN Teil der Burgenländischen Landesregierung.
Anja Haider-Wallner wird Landeshauptmann-Stellvertreterin. Die rot-grüne Landesregierung wird mit 19 von 36 Stimmen gewählt.
Damit vollzieht die Partei nach fast 25 Jahren Landtagsarbeit in der Opposition den Wechsel in die Regierung.
Der Landtag beschließt das Burgenländische Klimaschutzgesetz. Das Burgenland wird damit nach Wien zum zweiten Bundesland Österreichs mit einem eigenen Klimaschutzgesetz.
Gesetzlich verankert werden unter anderem:
- Klimaneutralität bis 2040,
- bilanzielle Klima- und Energieneutralität 2030,
- jährliches Monitoring,
- Ausbauziele für erneuerbare Energien,
- Klimachecks für Gesetze und Verordnungen,
- Klimachecks für Bauvorhaben des Landes,
- klimaneutrale Landesverwaltung bis 2030.
Die aktuelle Landtagsmannschaft besteht aus Klubobfrau Margit Paul-Kientzl und Landtagsabgeordnetem Philip Juranich; Anja Haider-Wallner führt die Landesorganisation und ist Landeshauptmann-Stellvertreterin.