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11.06.2026 Landtag

#beteiligt mit Ecole Güssing

beteiligt im Juni mit Ecole Güssing

Ecole Güssing diskutierte im Landtag über Demokratie und Beteiligung

Wenn junge Menschen Politiker:innen mit kritischen Fragen konfrontieren, entsteht genau das, was Demokratie lebendig macht: Austausch, Widerspruch und echtes Interesse. Im Rahmen des Projekts „#beteiligt“ waren diesmal Schüler:innen der ecole güssing im Burgenländischen Landtag zu Gast. Von GRÜNER Seite stellte sich Landtagsabgeordneter Philip Juranich den Fragen der Jugendlichen.

Direkter Austausch statt trockener Theorie

Das Projekt „#beteiligt“ bringt junge Menschen mit Abgeordneten zusammen und macht politische Arbeit unmittelbar erlebbar. Die Schüler:innen können dabei nicht nur erfahren, wie der Landtag funktioniert, sondern vor allem selbst Themen einbringen, Fragen stellen und erfahren dabei, wie politische Entscheidungen ihren Alltag beeinflussen.

Bei der ecole güssing war das Interesse besonders groß: Die Schüler:innen hatten so viele Fragen vorbereitet, dass im offiziellen Teil gar nicht alle beantwortet werden konnten. Auch nach dem Ende der Diskussion wurde lebhaft weitergesprochen.

Sorge um Demokratie und Zusammenhalt

Ein Schwerpunkt der Diskussion waren grundsätzliche Fragen zur Demokratie. Die Schüler:innen wollten unter anderem wissen, was derzeit die größte Gefahr für demokratische Gesellschaften sei. Juranich erzählte, dass er als Jugendlicher miterlebt habe, wie Grenzen abgebaut wurden und Menschen und Gesellschaften näher zusammenrückten. Heute sei vielerorts ein gegenteiliger Trend zu beobachten.

In der Politik werde zunehmend weniger Gemeinsamkeit und Konsens gesucht, sondern immer öfter auf Populismus und Polarisierung gesetzt. Innerhalb der Gesellschaft würden neue Mauern entstehen. „Viele Menschen verfallen dem Trugbild, dass ein einzelner starker Mann einfache Antworten auf komplexe Fragen liefern kann. Genau das ist gefährlich für die Demokratie“, so Juranich.

Seriöse Information als demokratische Grundlage

Auch der Umgang mit Informationen wurde diskutiert. Eine Schülerin:in schilderte ihren Eindruck, dass sich viele Menschen heute nicht mehr ausreichend Zeit nehmen würden, um sich gründlich zu informieren. Stattdessen werde oft das übernommen, was besonders einfach, laut oder bequem erscheine.

Juranich betonte in diesem Zusammenhang, dass eine funktionierende Demokratie informierte Bürger:innen brauche. Wer politische Entwicklungen verstehen und mitreden wolle, müsse auf seriöse Quellen bauen, verschiedene Perspektiven prüfen und sich eine eigene Meinung bilden.

Jugendliche müssen mitentscheiden können

Weitere Fragen drehten sich darum, wie Jugendliche wieder stärker für Politik interessiert werden können und was nötig ist, damit Menschen Politiker:innen mehr Vertrauen entgegenbringen. Für Juranich ist klar: Politische Gremien müssen die Vielfalt der Bevölkerung besser widerspiegeln. Dazu gehören auch junge Menschen.

„Jugendliche sollen in der Politik nicht nur gehört werden. Sie sollen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden können“, betonte Juranich. Beteiligung bedeute, Verantwortung zu übernehmen – in der Schule, in der Gemeinde und auch in der Politik.

Der Besuch der ecole Güssing zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse junger Menschen an politischen Fragen ist, wenn sie ernst genommen werden und Raum für ihre Anliegen bekommen.