Boden schützen, Verantwortung leben, Lösungen finden
Tag 2 der Landtagsklub-Sommertour „Grün unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“
Was braucht ein gesunder Boden? Wie können Unternehmen nachhaltig wirtschaften? Und welche Maßnahmen helfen gegen zunehmende Hitze und Trockenheit? Der zweite Tag der Sommertour des GRÜNEN Landtagsklubs in Eisenstadt Umgebung führte vom Biohof SCHMIT in Zagersdorf über den Schokoladenhersteller Ritter Sport in Breitenbrunn bis zum gemeinsamen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen in Purbach. Mit dabei war diesmal auch die Bundessprecherin der GRÜNEN und Klubobfrau des GRÜNEN Parlamentsklubs, Leonore Gewessler.
Gesunde Böden als Grundlage unseres Lebens
Am Vormittag besuchte der GRÜNE Landtagsklub den Biohof SCHMIT in Zagersdorf, um Einblicke in die biologische Landwirtschaft und das komplexe Leben unter unseren Füßen zu erhalten.
Jungbauer Martin Schmit erklärte, wie wichtig es für eine nachhaltige Landwirtschaft ist, sich intensiv mit dem Boden auseinanderzusetzen. Ein gesunder Boden ermöglicht nicht nur erfolgreichen Ackerbau, sondern sorgt auch für ausgeglichene Nährstoffverhältnisse und hochwertige, gesunde Lebensmittel. Entscheidend sei, dieses empfindliche Ökosystem möglichst schonend zu bewirtschaften.
Noch immer fehle es am Bewusstsein dafür, welche Bedeutung gesunde Böden für die Landwirtschaft, den Wasserhaushalt und den Klimaschutz haben. Martin Schmit plädierte deshalb dafür, das Thema stärker in den Lehrplänen zu verankern.
Große Sorgen bereiten der Familie Schmit die zunehmende Bodenversiegelung und der Verlust landwirtschaftlicher Flächen. Je weniger Lebensmittel regional produziert werden können, desto stärker gibt man auch die Kontrolle über ihre Herstellung und die dabei geltenden Standards ab. Gleichzeitig kann versiegelter Boden kaum Wasser aufnehmen. Niederschläge werden rasch abgeleitet, anstatt vor Ort zu versickern und das Grundwasser zu speisen.
„Das Thema Entsiegelung war uns beim Eintritt in die rot-grüne Regierung ein großes Anliegen. Mit dem Entsiegelungswettbewerb „Baba, Beton!“ haben wir unsere Offensive für den Bodenschutz gestartet. Das ist jedoch erst der Anfang. Entscheidend ist, dass sich das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert unversiegelter Böden grundlegend verändert – so, wie es uns bei der Mülltrennung oder beim Plastikpfand gelungen ist“, sagt GRÜNEN-Klubobfrau Margit Paul-Kientzl.
Nachhaltige Schokolade aus dem Burgenland
Am Nachmittag stieß die GRÜNEN-Bundessprecherin Leonore Gewessler zur Sommertour dazu. Gemeinsam besuchte die Delegation das Ritter-Sport-Werk in Breitenbrunn.
Das hoch spezialisierte Unternehmen beschäftigt am Standort 94 Mitarbeiter:innen, ein Großteil davon kommt aus dem Burgenland. In Breitenbrunn werden die bekannten Amicelli-Rollwaffeln sowie zahlreiche Sorten der berühmten quadratischen Ritter-Sport-Schokolade hergestellt – darunter auch mehrere vegane Varianten.
Als Familienunternehmen bemüht sich Ritter Sport, Nachhaltigkeit auf unterschiedlichen Ebenen in den Betrieb zu integrieren. Dazu gehören eine eigene Kakaoplantage in Nicaragua, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt.
Neben Photovoltaikanlagen möchte das Unternehmen nach Möglichkeit auch ein eigenes Windrad nutzen, um einen größeren Teil seines Energiebedarfs selbst zu decken. Auf dem Betriebsgelände wurde außerdem ein naturnahes Trockenrasengebiet angelegt, das sich am nahe gelegenen Naturschutzgebiet Thenau orientiert und wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schafft.
„Unternehmen, die nicht nur erfolgreich produzieren, sondern zugleich Verantwortung für Umwelt, Klima und Gesellschaft übernehmen, leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft und können damit auch für andere Betriebe Vorbilder sein“, sagt die GRÜNE Klubobfrau.
Über Mobilität, Hitze und Bodenschutz reden
Zum Ausklang des Tages lud der GRÜNE Landtagsklub wieder zum gemeinsamen Z’sammsitzen, diesmal beim Sandhofer in Purbach. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie vielfältig die Themen sind, die die Menschen vor Ort beschäftigen.
Diskutiert wurde unter anderem über Tempo 30 in Gemeinden und den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das Ziel muss sein, dass die Menschen ihre Wege im Burgenland möglichst lückenlos und verlässlich auch ohne eigenes Auto zurücklegen können.
Ein weiteres großes Thema waren die zunehmende Hitze und Trockenheit. Viele Menschen spüren die Folgen der Klimakrise längst in ihrem Alltag und erwarten konkrete Maßnahmen – vom Schutz unversiegelter Böden über mehr Grün in den Gemeinden bis zur besseren Anpassung an langanhaltende Hitzeperioden.
„Mit Menschen und Betrieben reden, ihre Sorgen und Wünsche verstehen – das ist das Fundament guter Politik. Genau deshalb sind wir Grünen laufend unterwegs und hören zu. Es braucht mehr grüne Energie, es braucht gesunde Böden im Kampf gegen Hitze und Trockenheit. Das habe ich mir mitgenommen. Vielen Dank für die spannenden Gespräche“, sagt die GRÜNE Bundessprecherin Leonore Gewessler.
Auch der zweite Tag der Sommertour hat gezeigt: Gute politische Lösungen entstehen dort, wo praktische Erfahrungen, verantwortungsvolle Betriebe und die Anliegen der Menschen zusammenkommen.