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11.12.2024 Grünes Wissen

Bodenfakten

Boden – Unsere Grundlage für ein intaktes Klima und eine gute Zukunft

Unser Boden ist weit mehr als die sprichwörtliche „Grundlage“ unter unseren Füßen. Er ist Lebensraum, Klimaregulator und Nahrungsgrundlage – und seine Bedeutung für unser Überleben wird oft unterschätzt.

 

Doch die Fakten zeigen, dass wir es uns nicht leisten können, unseren Boden weiterhin so zu behandeln, wie wir es derzeit tun. Warum der Schutz unserer Böden essenziell ist, und was wir verlieren, wenn wir nicht handeln, möchten wir hier aufschlüsseln.

Böden als lebendige Ökosysteme und Klimaschützer

Böden sind ein lebendiges und äußerst komplexes Ökosystem:

 

  • Unglaubliche Artenvielfalt: In einem einzigen Kubikmeter Boden tummeln sich mehrere Billionen Bodenorganismen – also 1.000 Milliarden Individuen. Unter optimalen Bedingungen kann diese Zahl sogar auf das Tausendfache ansteigen. Diese winzigen Lebewesen sind entscheidend für die Bodenfruchtbarkeit, den Abbau organischer Stoffe und die Speicherung von Nährstoffen.
  • Temperaturregulation: An heißen Tagen können Grünflächen die Umgebungstemperatur um bis zu 30°C senken – ein Effekt, der in Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnt.
  • Wasserspeicher: Böden können zwischen 20 und 50 % ihres eigenen Volumens an Wasser speichern. Das ist entscheidend für die Stabilisierung unseres Wasserkreislaufs, insbesondere in trockenen und heißen Perioden.
  • Kohlenstoffspeicher: Böden spielen eine zentrale Rolle bei der Speicherung von CO₂. Veränderungen der Landnutzung – beispielsweise durch Versiegelung – tragen jedoch zu rund 10 % der weltweiten CO₂-Emissionen bei und beschleunigen so die Erderwärmung.

Die Lage in Österreich: Ein Blick auf die Zahlen

Österreich verliert täglich wertvollen Boden, und die Versiegelung schreitet rasant voran:

 

  • 20 km² Boden, eine Fläche so groß wie der Wörthersee, wird jedes Jahr versiegelt.
  • 50+ Gemeinden setzen zwar bereits aktiv auf Entsiegelungsmaßnahmen, aber diese Bemühungen reichen nicht aus, um den Verlust auszugleichen.
  • 7 % der Fläche Österreichs sind bereits so stark beansprucht, dass sie nicht mehr für Landwirtschaft genutzt werden können. Dabei sind nur 32 % der Gesamtfläche für den Ackerbau geeignet.

Die Versiegelung hat dramatische Konsequenzen: Versiegelte Böden sind nicht mehr in der Lage, Wasser aufzunehmen oder Kohlenstoff zu speichern. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Ackerflächen. Schon jetzt bräuchte Österreich das Vierfache an landwirtschaftlich nutzbarem Boden, um sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen.

Böden und Ernährungssicherheit

Boden ist die Grundlage unserer Ernährung: Für die Versorgung einer Person wird im Schnitt 1 Hektar Ackerfläche benötigt. Doch der kontinuierliche Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung gefährden nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch unsere Eigenversorgung mit Lebensmitteln. Laut einer Greenpeace-Studie verliert das Burgenland jährlich 3.285 Tonnen potenzieller Ernte durch verbaute Böden.

Wer betoniert, verliert

Die Bedeutung des Bodenschutzes lässt sich nicht überbetonen. Auch, wenn uns das von anderen Parteieln manchmal vorgeworfen wird und als Thema als “politisch aufgeblasen” abgestempelt wird.

 

Jeder Quadratmeter unversiegelter Boden trägt dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern, die Nahrungsmittelproduktion zu sichern und unsere Lebensqualität zu erhalten. Gleichzeitig ist der Boden ein unverzichtbarer Lebensraum für Billionen von Organismen, die unsere Ökosysteme am Leben halten. Die gute Nachricht ist: Es gibt Lösungen. Mehr als 50 Gemeinden in Österreich zeigen bereits mit Entsiegelungsprojekten, wie man gegensteuern kann. Doch es braucht mehr.

Boden schützen heißt Zukunft sichern.

Der Boden ist ein kostbares Gut, das wir nicht länger verschwenden dürfen. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten – sei es durch bewussten Flächenverbrauch, Unterstützung von Initiativen oder den Einsatz für nachhaltige Stadtplanung. Denn eines ist klar: Wenn wir den Boden schützen, schützen wir nicht nur unsere Natur, sondern auch unsere Zukunft.