Skip to main content
26.04.2024 Kochgespräche

Wir kön­nen nicht alle neh­men

"Wir können nicht alle nehmen" - Erstes Kochgespräch mit Anja Haider-Wallner, Lukas Gahleitner-Gertz und Ghazal Sadr

"Wir können nicht alle nehmen"

Anja Haider-Wallner kocht und plaudert mit Expert:innen über Themen die uns bewegen. Mehr über die neue Reihe “Kochgespräche mit Anja” erfährst du hier: burgenland.gruene.at/news/kochgesprache-mit-anja/

 

Die Landessprecherin der Grünen Anja Haider-Wallner lud am Samstag erstmals zu Kochgesprächen. Unter dem Titel “Wir können nicht alle nehmen…” kochte sie gemeinsam mit Lukas Gahleitner-Gertz von der Asylkoordination und der Sozialpädagogin Ghazal Sadr, die selbst als Asylwerberin nach Österreich kam und mittlerweile in der Flüchtlingsbetreuung tätig ist, und sprach über das immer noch brisante Thema.

 

Haider-Wallner: “Mir ist es wichtig, sachlich über Themen zu diskutieren, bei denen es viele verschiedene Sichtweisen gibt und die wie im Fall von Asyl und Integration oft für populistische Parolen herhalten müssen.” Das Format der Kochgespräche hat sich dafür schon beim ersten Versuch bewährt. Feedback aus dem Publikum: Es war kurzweilig, spannend, interessant und trotz des Themas immer wieder auch lustig.

 

Die Einstiegsfrage an Lukas Gahleitner-Gertz orientierte sich am Titel der Veranstaltung – was er antwortet, wenn er mit dieser Aussage konfrontiert wird: “Wir können nicht alle nehmen – das ist einerseits vollkommen klar, andererseits schafft es ein falsches Bild, denn wir sind weit weg davon, alle zu nehmen: Die meisten Flüchtlinge bleiben in sicheren Nachbarstaaten. Ein Großteil derer, die sich auf den Weg machen, zieht weiter nach Deutschland oder Frankreich.”

 

Ghazal Sadr kam 2014 nach Österreich, fand schnell Anschluss in Eisenstadt und studiert mittlerweile berufsbegleitend Soziale Arbeit im letzten Semester an der FH Burgenland. Auf die Frage, was ihr bei der gelungenen Integration geholfen hat, antwortet sie: “Das war ein großes Glück! Meine Eltern im Iran haben mir eine gute Ausbildung ermöglicht und ich habe Englisch gesprochen.” Beide Gäste betonen, dass frühe Kontakt- und Betätigungsmöglichkeiten in Vereinen, bei der Feuerwehr und durch Arbeit für eine gelingende Integration unabdingbar sind. Gahleitner-Gertz: “Die Probleme, die wir jetzt haben, sind hausgemacht. Wenn Flüchtlinge aus Syrien, die sicher Asyl bekommen, zwei Jahre zum Warten verdammt sind, bis sie überhaupt ein erstes Interview bekommen, dann ist wertvolle Zeit verstrichen.” Um die Situation zu verbessern brauche es politischen Willen und die notwendigen Mittel.

 

Gerade Frauen bräuchten Unterstützung von anderen Frauen aus der Community, die es geschafft haben, ein selbstbestimmtes Leben in Österreich zu führen, betont Sadr. Sie müssten in eigenen Kursen über ihre Möglichkeiten und Rechte in Österreich informiert werden.

 

Angesprochen auf die von der SPÖ geforderte Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen meinte Gahleitner-Gertz, es handle sich wohl um einen Schrei nach Aufmerksamkeit. Derzeit kämen kaum Flüchtlinge über die Grenze. Im März 2024 waren es 36 Personen, die im Burgenland aufgegriffen wurden während es im Vorjahreszeitraum noch 1.150 waren.

 

Abschließend betonten beide die Chancen der Migration: In den nächsten Jahren werden über 200.000 Arbeitskräfte benötigt. Es gelte, das vorhandene Potenzial zu nutzen und vom ersten Tag an gezielt zu fördern.

 

Gekocht wurde übrigens spontan und kreativ mit den Zutaten, die die beiden Gäste ohne Absprache mitgebracht hatten. Es gab persisches Melanzani-Gemüse mit Knusperreis und Räuchertofu, dazu Blattsalat mit einer speziellen Vinaigrette und als Dessert Safran-Couscous mit Thymian-Melone.

Kochgespräche mit Anja
Persisches Melanzani-Gemüse mit Knusperreis und Räuchertofu

Persisches Melanzani-Gemüse mit Knusperreis und Räuchertofu (für 4 Personen)

2 Melanzani

½ kg Reis

4 Paradeiser

4 Knoblauchzehen

Kurkuma

Safran

Olivenöl

2 Packerl Räuchertofu

1 Bund Frühlingszwiebel

4 EL Teriyaki-Sauce

Thymian

Majoran

Geräucherter roter Paprika

Salz & Pfeffer

Aglio e Olio Gewürzmischung

 

Tofu in Würfel schneiden und mit Teriyaki-Sauce, Thymian, Majoran, Gewürzmischung und geräuchertem Paprika marinieren.

 

Die ganzen Melanzani auf der Herdplatte oder unterm Grill im Backrohr von allen Seiten schwarz werden lassen und ca. 30 Minuten backen/ braten.

 

Den Reis 3x waschen und mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Ca 10 min köcheln lassen, bis er noch bißfest ist. Durch ein Sieb abgießen. Im Topf Olivenöl mit Kurkuma und fein gemörsertem Safran erhitzen und den vorgekochten Reis darauf geben. Ein Geschirrtuch über den Topf, Deckel drauf und noch 20-30 Min bei niedriger Hitze fertig garen lassen. Am Boden bildet sich eine wohlschmeckende Kruste!

 

Knoblauch in kleine Streifen schneiden, Zwiebel in Ringe schneiden, Paradeiser würfeln

 

Knoblauch in einer Pfanne mit Olivenöl goldbraun rösten. Kurkuma dazugeben.

 

Die Melanzani aus dem Rohr nehmen und die schwarze Haut abziehen (soll einen smokey Geschmack hinterlassen). In kleine Würfel schneiden. Mit Knoblauch und Paradeiswürfeln in einer Pfanne noch ca 15 Minuten dünsten. Salzen und pfeffern.

 

Zwiebel in einer anderen Pfanne rösten, Tofu samt Marinade dazu und unter ständigem Rühren auf mittlerer Temperatur rösten, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

 

Reis mit Gemüse und Tofu anrichten und Salat dazu servieren.

Blattsalat mit Spezial-Vinaigrette

Blattsalat mit Spezial-Vinaigrette

Blattsalat/e nach Belieben

Balsamico-Essig

Olivenöl

Agavendicksaft

Dijonsenf nach aller Art (mit ganzen Samen)

 

Alle Zutaten für die Marinade zu gleichen Teilen gut miteinander vermengen. Salzen, Pfeffern und über die gewaschenen, in mundgerechte Stücke gezupften Salatblätter geben.

Safran-Couscous mit Thymian-Melone

Safran-Couscous mit Thymian-Melone

250g Couscous

1/8l Orangensaft

Safran

1 kleine Wassermelone

Agavendicksaft

1/8 Rotweinlikör

Thymian

 

Couscous nach Packungsangabe mit heißem Wasser vermengen und Safran unterrühren. Wenn der Couscous angezogen hat mit Salz, Orangensaft und Agavendicksaft abschmecken.

Wassermelone mit Thymian, Rotweinlikör und je nach Reifegrad auch noch etwas Agavendicksaft marinieren. Zusammen anrichten.

Sei dabei und melde dich gleich an

Nächste “Kochgespräche mit Anja”
Zeit: 8.6. um 16 Uhr
Ort: Teamspace Sonnenland, Oberpullendorf
Thema: “Ortskern-Sterben – muss das sein?”
Experten-Gäste: Didi Csitkovics von BLOP und ein:e Expert:in.

Bis zu 10 Personen können wieder live dabei sein.
Anmeldungen gerne an [email protected]

Anna Schumann
Anna Schumann

Presse-, Medienarbeit und Kommunikation

[email protected]
Beitrag teilen
1
2
3
4
5
6
7
8