Kritik zum EU-Beschluss zur Neuen Gentechnik
LH-Stv.in Haider-Wallner: „Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten wird massiv eingeschränkt“
Die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner kritisiert den Beschluss des Europäischen Parlaments zur Deregulierung der Neuen Gentechnik. Ab 2028 sollen die meisten Pflanzen aus Neuer Gentechnik nicht mehr den bisherigen strengen Gentechnikregeln unterliegen. Für viele Produkte entfallen damit Risikoprüfungen und die verpflichtende Kennzeichnung.
„Die Menschen verlieren damit ein Stück Wahlfreiheit. Gleichzeitig profitieren vor allem große Agrarkonzerne, während bäuerliche Familienbetriebe und unabhängige Züchterinnen und Züchter unter Druck geraten“, so Haider-Wallner.
Transparenz sichern
Besonders kritisch sieht die Agrarlandesrätin den Wegfall der Kennzeichnung. Konsumentinnen und Konsumenten könnten künftig kaum mehr erkennen, ob Lebensmittel mit Neuer Gentechnik hergestellt wurden.
„Die Menschen wollen wissen, was sie essen. Transparenz muss entlang der gesamten Lebensmittelkette gewährleistet sein“, betont Haider-Wallner.
Schutz der Landwirtschaft
Auch die Möglichkeit, weiterhin Patente auf Pflanzen aus Neuer Gentechnik zu vergeben, sieht Haider-Wallner kritisch. Dadurch würden internationale Agrarkonzerne gestärkt und kleinstrukturierte Betriebe benachteiligt.
Sie fordert Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf, sich auf EU-Ebene für verpflichtende Kennzeichnung, ein Patentverbot auf NGT-Pflanzen und wirksame Schutzmaßnahmen für die gentechnikfreie Landwirtschaft einzusetzen.