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26.11.2022 Landespartei

Le­bens­mit­tel-Ver­sor­gungs­si­cher­heit: Wege in der Kli­ma­kri­se

Regenerative Landwirtschaft als Modell

Trockenheit, Wetterextreme, hoher Flächenverbrauch und sinkender Grundwasserspiegel sorgen zunehmend für weniger Ertrag und gefährden damit mittelfristig die Lebensmittelversorgung. “Die Anpassung an die Klimakrise ist eine riesige Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine große Chance, die Landwirtschaft grundsätzlich zu ökologisieren”, ist Landwirtschaftssprecher Wolfgang Spitzmüller überzeugt. Damit diese Anpassung gelingt, braucht es innovative Projekte, wie sie Familie Grötschl im mittelburgenländischen Lackendorf schon seit Jahren ausprobiert.

Diese sogenannte regenerative Landwirtschaft versteht den gesamten Boden als Organismus, der schonend behandelt werden muss. “Regenwürmer sorgen für bis zu drei Meter tiefe Röhren, durch die Regen gut versickern kann. Die Bodenbearbeitung darf nur flach erfolgen und der Acker wird immer begrünt, damit sich Wurzeln bilden können, die den Boden vor Erosion schützen”, erklärt Spitzmüller.

Gegenmodell zur intensiven Landwirtschaft

Zur Besichtigung des Öko-Betriebes kam auch der EU-Abgeordnete Tom Waitz. Er ist seit langem Vorkämpfer für ökologische Landwirtschaft im EU-Parlament. “Die Versorgung mit Lebensmitteln ist für die nächsten Jahre gesichert, da brauchen wir uns keine Sorgen machen. Damit das aber so bleibt, brauchen wir eine Re-Orientierung in der Landwirtschaft, weg von der intensiven Bewirtschaftung. Also Gründünger und Fruchtfolge statt Pestizideinsatz”, so Waitz.

Versorgungssicherheit bedeutet für ihn auch, dass regionale Versorgungsketten gestärkt werden müssen und wertvolle Lebensmittel nicht als Bio-Sprit enden. Waitz: “Das Getreide gehört auf den Teller und nicht in den Tank”.

Forderung nach mehr Bodenschutz

Die beiden GRÜNEN Parlamentarier fordern echten Bodenschutz und ein europäisches Fördersystem, das auf biologische Landwirtschaft ausgerichtet ist. “Die massive Versiegelung muss sofort ein Ende haben und auch die PV-Anlagen dürfen keine Konkurrenz zur sauberen Energiegewinnung sein. Daher darf am Acker nur eine Agri-PV-Anlage errichtet werden. Damit erreichen wir die doppelte Versorgungssicherheit, nämlich Energie und Lebensmittel”, so Spitzmüller abschließend.

Bild: Spitzmüller, Grötschl, Waitz

Christoph Gerhardt

Pressesprecher des Grünen Landtagsklubs

[email protected]
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