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23.07.2025 Grünes Wissen

Stille Blütenpracht

Wenn Blüten schön aussehen – aber niemandem nützen

Nicht alles, was bunt blüht, ist auch ein Gewinn für die Natur. Viele beliebte Zierpflanzen in unseren Gärten, auf Balkonen oder im öffentlichen Raum bieten Insekten weder Nahrung noch Lebensraum.

Oft handelt es sich um exotische Arten oder stark gezüchtete Sorten, die zwar optisch beeindrucken – aber für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber wertlos oder sogar hinderlich sind.

 

Was macht Blühpflanzen „insektenfeindlich“?

  • Sie produzieren keinen oder kaum Pollen/Nektar.
  • Ihre Blüten sind gefüllt – aus Staubgefäßen wurden Blütenblätter gezüchtet und die wenigen Staubgefäße liegen unzugänglich versteckt
  • Sie stammen nicht aus der Region – unsere Insekten haben sich über Jahrtausende an heimische Pflanzen angepasst.
  • Sie blühen zwar „extra lange“, aber oft auf Kosten der Nährstoffqualität.

 

„Es ist schon ok wenn man im Garten auch Blumen hat die NUR schön sind, aber wichtig ist, dass man grundsätzlich eine Vielfalt hat und möglichst auch Naturblumen- und Sträucher setzt. Nur so kommen auch Schmetterlinge, Hummeln und andere Blütenbesucherinnen in den Garten.“, so Wolfgang Spitzmüller, Klubobmann der Grünen Burgenland.

 

Beispiele für Blühpflanzen mit geringem ökologischen Wert:

  • Geranie (Pelargonium)
    Klassiker auf Balkonen – aber leider völlig nutzlos für Wildbienen und andere Bestäuber. Keine heimische Art, kein Pollen, kein Nektar.
  • Gefüllte Dahlien, Rosen,…..
    Beliebt in Gärten und Beeten, aber durch die stark gefüllten Blüten für Insekten kaum zugänglich. Besser: einfache, ungefüllte Sorten wählen.
  • Petunie (Petunia hybrida)
    Sehr beliebt in Balkonkästen – aber kaum Nektar, und durch Züchtung oft so verändert, dass unsere Insekten nicht an die wenigen Nährstoffe herankommen.
  • Oleander (Nerium oleander)
    Mediterraner Dauerbrenner, aber in unseren Breiten ökologisch irrelevant. Seine dicken Blütenblätter und Giftstoffe machen ihn für Bestäuber uninteressant und können für Haustiere sogar gefährlich werden.
  • Forsythie
    Die knallgelbe Frühblüherin ist zwar ein Blickfang, aber ökologisch nahezu bedeutungslos – kein Nektar, kein Pollen.

 

Fazit: Schönheit allein reicht nicht

 

Wer mit seinem Garten oder Balkon einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten möchte, sollte gezielt auf heimische Wildpflanzen und ungefüllte Blütenformen setzen.

 

Heimische Blühpflanzen, die sowohl eine ansehnliche Blütenpracht als auch eine wichtige Nahrungsquelle bieten, sind beispielsweise der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), die Wilde Malve (Malva sylvestris) oder auch Borretsch, ein tolles Küchenkraut. Diese sind hübsch, bieten aber auch Nahrung, Lebensraum und sind perfekt auf unsere Insektenwelt abgestimmt

Philipp Juranich
Philip Juranich

Landessprecherin-Stv.
Pressesprecher GRÜNER Landtagsklub
Stv. Bezirkssprecher OP
Gemeinderat FR-UP

[email protected]
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