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29.09.2026 Landtag

Volksgruppensprachen gehören mitten ins Leben

Philip Juranich und Anja Haider-Wallner

Mit der Eröffnung des Hauses der Volksgruppen in Oberwart bekommt die sprachliche und kulturelle Vielfalt des Burgenlands einen neuen gemeinsamen Ort. Dass die Eröffnung ausgerechnet am Europäischen Tag der Sprachen stattfand, passt besonders gut: Mehrsprachigkeit zu bewahren heißt vor allem, sie zu leben und an die nächste Generation weiterzugeben.

Ein Haus, das Zusammenarbeit leichter macht

Das Haus der Volksgruppen ist für uns GRÜNE ein lange ersehntes Herzstück burgenländischer Offenheit. „Das Haus der Volksgruppen ist mehr als ein gemeinsames Gebäude – hier können die Vertreter:innen der burgenlandkroatischen, ungarischen und Roma-Volksgruppe ihre Arbeit bündeln, voneinander lernen, gemeinsam neue Projekte entwickeln und sich einfach auf kurzem Weg auf einen Kaffee treffen. Diese Synergien machen die Volksgruppen sichtbarer und stärken jede einzelne von ihnen. Für mich ist das ein wichtiges Signal: Vielfalt gehört nicht nur zur Geschichte des Burgenlands – sie hat auch eine starke Zukunft“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Sprachen leben, damit sie Zukunft haben

Eine besondere Aufgabe liegt darin, auch jüngere Generationen für die sprachliche und kulturelle Vielfalt des Burgenlands zu begeistern. Für unseren Volksgruppensprecher Philip Juranich stand deshalb gerade am Eröffnungstag, dem Europäischen Tag der Sprachen, die Zukunft der Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt:
„Der Europäische Tag der Sprachen erinnert uns daran, welchen Wert Mehrsprachigkeit für unser Zusammenleben hat. Die Sprachen unserer Volksgruppen gehören in den Alltag und damit mitten ins Leben. Sie müssen gesprochen, gelernt, gehört und an die nächste Generation weitergegeben werden. Genau darin liegt für mich auch das identitätsstiftende Potenzial dieses Hauses: dass hier neue Impulse entstehen und junge Menschen erleben, dass unsere sprachliche Vielfalt nicht nur Teil unserer Geschichte, sondern auch Teil unserer Zukunft ist.“

2026 ist ein besonderes Jahr für unsere Volksgruppen

Die Eröffnung fiel auch in ein besonderes Jahr: 50 Jahre nach dem Beschluss des Volksgruppengesetzes wurden 2026 alle sechs autochthonen Volksgruppen Österreichs ausdrücklich verfassungsrechtlich abgesichert.
Diese Anerkennung ist für uns GRÜNE zugleich ein Auftrag: Volksgruppensprachen und -kulturen sollen nicht nur bewahrt, sondern im täglichen Leben sichtbar und hörbar bleiben.
Das Haus der Volksgruppen bietet dafür viele neue Möglichkeiten – von Bildungsarbeit und kulturellen Initiativen über gemeinsame Projekte bis zum Austausch zwischen den Generationen. Jetzt geht es darum, diesen Raum mit Leben, Sprache und neuen Ideen zu füllen.

Martin Friessnegg

Pressesprecher im GRÜNEN Landtagsklub

[email protected]
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