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15.07.2026 Landtag

Wasser schützen, Geschichte bewahren, Anliegen aufnehmen

Vor der ehemaligen Synagoge in der Unterbergstraße

Tag 1 der Landtagsklub-Sommertour „Grün unterwegs – Zuhören & Z’sammsitzen“

Wie sichern wir unsere Trinkwasserversorgung in Zeiten des Klimawandels? Was erzählt uns das jüdische Erbe Eisenstadts über unsere Geschichte? Und welche Anliegen beschäftigen die Menschen vor Ort? Der erste Tag der Sommertour des GRÜNEN Landtagsklubs führte von den Brunnen des Wasserleitungsverbandes in Neudörfl über die jüdischen Friedhöfe Eisenstadts bis zum gemeinsamen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen.

Trinkwasserversorgung vor neuen Herausforderungen

Am Vormittag besuchte der GRÜNE Landtagsklub den Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland in Neudörfl. Als viertgrößter Wasserversorger Österreichs beliefert der Verband 66 Mitgliedsgemeinden in den Bezirken Eisenstadt, Neusiedl am See und Mattersburg mit frischem Trinkwasser.

55 Brunnen, rund 3.000 Kilometer Leitungen und 168 Mitarbeiter:innen sorgen dafür, dass das Wasser zuverlässig in die Haushalte der Region gelangt. Durch den starken Zuzug kommen jährlich etwa 600 neue Anschlüsse hinzu. Der Wasserbedarf steigt – deshalb wird in Neudörfl neben den beiden bestehenden Brunnen derzeit ein dritter errichtet. Gleichzeitig stellen der Klimawandel und sinkende Grundwasserstände die Wasserversorgung vor immer größere Herausforderungen.

„Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage – aber leider keine unerschöpfliche Ressource. Deshalb müssen wir besonders gut darauf achten“, betont GRÜNEN-Klubobfrau Margit Paul-Kientzl. „Angesichts der zunehmenden Trockenheit brauchen wir einen österreichweiten Dürremanagementplan, der die Veränderungen in unseren Wasserkreisläufen genau unter die Lupe nimmt. Wenn wir wissen, wo Wasser knapp wird, welche Regionen besonders betroffen sind und welche Maßnahmen frühzeitig notwendig sind, können wir besser vorsorgen – für die Landwirtschaft, für unsere Gemeinden und für die kommenden Generationen.“

Auf den Spuren jüdischen Lebens in Eisenstadt

Am Nachmittag begab sich der Landtagsklub gemeinsam mit der GRÜNEN Bezirksgruppe Eisenstadt auf Spurensuche nach dem einst pulsierenden jüdischen Leben der Stadt.

Die beiden nahe beieinanderliegenden jüdischen Friedhöfe erinnern daran, dass Eisenstadt über Jahrhunderte eine bedeutende jüdische Gemeinde beherbergte. Noch im 19. Jahrhundert zählte sie rund 900 Mitglieder. Das jüdische Viertel erstreckte sich rund um die heutige Unterbergstraße. Dort befanden sich zahlreiche Geschäfte sowie eine Synagoge.

An jüdischen Feiertagen wurde das Viertel mit einer eisernen Kette abgesperrt. Ein Teil dieser Kette ist heute noch an der Ecke zur Alexander-Wolf-Gasse zu sehen. Auch das historische Eingangstor zum ehemaligen jüdischen Viertel ist erhalten geblieben.

1938 wurde dieses vielfältige Leben gewaltsam zerstört. Die Nationalsozialisten vertrieben, deportierten und ermordeten die jüdischen Bewohner:innen Eisenstadts. Eine Kultur, die über Jahrhunderte selbstverständlicher Teil des Burgenlandes gewesen war, wurde durch den nationalsozialistischen Rassenwahn ausgelöscht. Auch dieses traurige Kapitel gehört zur Geschichte des Burgenlandes und darf nicht vergessen werden.

Zuhören und Z’sammsitzen

Zum Abschluss des Tages lud der GRÜNE Landtagsklub zum gemütlichen Z’sammsitzen mit interessierten Bürger:innen bei Hopfen & Soehne. In entspannter Atmosphäre wurde über ganz unterschiedliche politische Themen und konkrete Anliegen gesprochen.

Die Gespräche reichten von der Möglichkeit, Gemeinderatssitzungen künftig per Livestream öffentlich zugänglich zu machen, bis hin zu einer Leerstandsabgabe für ungenutzte Gewerbeimmobilien.

„Es ist enorm wichtig, mit den Menschen vor Ort zu reden und zu hören, was sie bewegt“, sagt Paul-Kientzl. „Gerade im direkten Austausch erfahren wir sehr konkret, wo der Schuh drückt und welche Anliegen wir in unsere politische Arbeit im Landtag mitnehmen müssen.“

Der erste Tag der Sommertour hat gezeigt, wofür „Grün unterwegs“ steht: genau hinschauen, aufmerksam zuhören und gemeinsam an konkreten Lösungen für das Burgenland arbeiten.