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13.07.2024 Landespartei

Zu viele Spritzmittel, kaum Kontrollen durch das Land

Wir fordern strenge Kontrollen und ein Pestizid-Reduktionsprogramm

Ein Skandal im angeblichen Bioland Burgenland: Giftige Spritzmittel werden nach wie vor massiv eingesetzt, Kontrollen gibt es kaum.

 

Der Rechnungshof des Bundes prüfte den Ablauf und den Inhalt der Kontrollen über den Pestizid-Einsatz in Österreich, und zusätzlich genauer jenen im Burgenland. Seit 2019 wurde die Überprüfung des Spritzmittel-Einsatzes vom Land selbst durchgeführt, zuvor hatte das noch eine Firma fürs Land erledigt. Da gab es zumindest Stichproben und auch Beanstandungen. Seit jedoch die Gewässeraufsicht den Job übernommen hat, gibt es keine Blatt- und Bodenkontrollen mehr und keine schriftlichen Festlegungen über Ablauf und Inhalt der Kontrollen –  also wo, wann, was, wie geprüft wird, bzw. werden sollte. Als Begründung wird von der zuständigen LH-Stv. Astrid Eisenkopf Corona angeführt. Eine schlechte Ausrede, zumal es sich um enorm wichtige Überprüfungen handelt, die letztendlich unser aller Gesundheit und auch das Wasser betreffen. Solche Überprüfungen können nicht einfach ausgesetzt werden. Konnte man doch zu Coronazeiten auch nicht ohne gültiges Pickerl Autofahren.

 

„Klar ist, es wird nach wie vor zu viel Gift auf unseren Äckern gespritzt, obwohl es EU-weit ein Reduktionsprogramm gibt, auch ohne Rückgänge des Pestizideinsatzes“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller.

 

Der Rechnungshof kritisiert österreichweit besonders viele Notfallzulassungen, weit mehr als in anderen EU-Ländern. Dadurch werden strengere Standard-Zulassungsverfahren umgangen. Natürlich findet das auch im Burgenland laufend statt.

GRÜNER Antrag auf Pestizid-Dokumentation von SPÖ abgelehnt

Wer Bioland sagt, muss auch die konventionelle Landwirtschaft mitdenken. Es gibt auch im Nicht-Biolandbau innovative Bauern und Bäuerinnen, die mit neuen Anbaumethoden wesentlich weniger Pestizide verbrauchen. Vor allem aber müssen wir wissen, wo wir stehen, was im Burgenland nicht der Fall zu sein scheint. Erst dann können Maßnahmen ergriffen werden, um den Spritzmittel-Einsatz zu reduzieren. Ein Antrag der GRÜNEN vom Dezember 2022, den Pestizideinsatz im Burgenland zu dokumentieren und in einem Pestizidregister öffentlich zu machen, wurde von der SPÖ-Regierungsmehrheit jedoch abgelehnt.

Wie kommen die Burgenländerinnen und Burgenländer dazu, dass neben ihren Häusern so viel Gift versprüht wird? Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller: „Wir fordern eine unabhängige Kontrolle des Pestizideinsatzes im Burgenland und einen Maßnahmen-Plan zur stufenweisen Reduzierung desselben. Ich werde dazu im Herbst einen Antrag im Landtag einbringen.“