Am 13. März 2026 brachten wir in der Bauermühle Mattersburg engagierte Bürger:innen, Gemeindepolitiker:innen, Fachleute und Interessierte zusammen, um gemeinsam Antworten auf drängende Fragen zu finden. Fachexpert:innen gaben bei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion Einblicke in aktuelle Entwicklungen, innovative Konzepte und praxiserprobte Lösungsansätze. Inspirierende Best-Practice-Beispiele zeigten, wie Orte wiederbelebt, Leerstände genutzt, Ortskerne gestärkt und nachhaltige Lebensräume geschaffen werden können.
Neben fundiertem Wissen bot die Veranstaltung viel Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Neben konkreten Tipps & Tricks für die Umsetzung vor Ort lernten sich Menschen kennen, die ähnliche Ziele verfolgen: lebenswerte, zukunftsfähige Dörfer für heutige und kommende Generationen.
Nachbericht Symposium ZUKUNFT DORF
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Nachbericht Symposium ZUKUNFT DORF
Die Vortragenden
TILIA - Susanne Staller
Susanne Staller ist Landschaftsplanerin bei tilia. Sie gestaltet klimafitte Freiräume in interdisziplinären Teams für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Sie entwickelt lokale Potenziale und gemeinsame Freiraumnutzungen in Wien und Niederösterreich und begleitet Entwicklungsprozesse, die Ortskerne stärken und Gemeinschaft ermöglichen. Mit partizipativer Planung begleitet sie Gemeinden und Baugruppen vom Konzept bis zur Umsetzung. Gemeinsam mit Werner Rabl hat sie „Gern im Kern“, ein Projekt für die NÖ Wohnbauforschung erarbeitet.
“Gern im Kern” – Gemeinschaftliche Bauformen beleben alte Ortskerne: Baugruppenprojekte im Ortskern fördern die soziale Vernetzung, sensibilisieren für naturnahe, nachhaltige Lebensweisen und können alte Ortskerne wiederbeleben. Neue Kooperationen im Dorf stärken den sozialen Zusammenhalt, nachhaltige Lebensweisen. Gemeinsame Freiraumnutzungen verbinden unterschiedliche Dorfbewohner:innen, ressourcenschonende Bauweisen sind Vorbild für die Siedlungsentwicklung. Was sind Erfolgsfaktoren für Gemeinden, Eigentümer:innen und Bewohner:innen für das Gelingen?
Leithaland - Bernhard Heimhilcher
Klimawandelanpassung als Chance: Gemeinsam mit Gemeinden, Bürger:innen, Schulen und lokalen Akteur:innen gestalte ich in der Region Leithaland lebenswerte Zukunftsräume. Mein Ansatz? Praxisnahe Projekte mit systemischem Blick: Wie stärken wir Gesundheit, Soziales und Ökologie im Wandel? Mit Kreativität, Partizipation und dem Mut, neue Wege zu gehen!
Bernhard Heimhilcher, engagiert sich seit Jahren für eine nachhaltige Entwicklung in der Region Leithaland. Als Regionalentwickler in der KEM & KLAR! Leithaland (Klima- und Energiemodellregion & Klimawandelanpassungs-Modellregion) verbindet er strategische Projektentwicklung mit praktischer Umsetzung. Sein Fokus: Resilienz stärken, Netzwerke knüpfen und innovative Lösungen für Mensch und Umwelt gestalten.
Raum.Impuls - Monika Hohenecker
Ortskerne stehen vor einem grundlegenden Rollenwandel: Vom reinen Versorgungsstandort hin zum multifunktionalen Lebensraum für Begegnung, Arbeiten, Kultur und Nahversorgung. Eine der drängendsten Fragen ist, wie wir unterschiedliche Zielgruppen neu für Ortskerne begeistern können – und warum Leerstandsaktivierung mehr ist als Geschäftsansiedlung. Es geht darum, Funktionen neu zu denken und Ortskerne strategisch zukunftsfit zu machen.
Monika Hohenecker unterstützt seit 15 Jahren in der Entwicklung von hochwertigen Lebensräumen und lebendigen Zentren. In Partizipations- und Stakeholderprozessen fungiert sie als kommunikative Drehscheibe und Sparringpartnerin und kann dank vielfältiger Projekterfahrung bestens zwischen den Bedürfnissen von Kommunen, Projektentwicklung und Nutzer:innen vermitteln.
Judith Leitner
Strukturelle Betrachtungen von Dörfern und Siedlungen im Burgenland und anderswo
Oder: Warum viel oder wenig leersteht und wie aus dem Gebrauch gefallene Gebäude mit Rückschicht auf Siedlungsstrukturen und Bauformen umnutzbar wären. Der Beitrag lädt dazu ein, anhand von praxisnahen Beispielen aus verschiedenen Kontexten den Blick für strukturelle Hintergründe zu schärfen: aus der Reihe „Landschaft Lesen“, aus „Geschichten von Häusern und Menschen“ über bäuerliche Bauten im Südburgenland, aus dem FFG-Projekt „ReHABITAT Siedlung“ zum nachhaltigen Umgang mit Einfamilienhausgebieten und der landuni-Recherche „Anger ist nicht gleich Anger“ an der TU Wien.
Judith Leitner geboren in Wien, aufgewachsen im Burgenland. Nach dem Studium der Architektur an der TU Wien Mitarbeiterin bei GeninascaDelefortrie architectes in Neuchâtel. Seither v.a. in Baukulturvermittlung, Forschung und Lehre tätig. U.a. Mitinitiatorin der Leerstandskonferenz, 2011–2020 Mitarbeiterin im Verein LandLuft. Projektbezogene Mitarbeit im Österr. Ökologie-Institut (ÖÖI) sowie im Büro stadtland. 2024 für das Architektur Haus Kärnten Kuratorin der Konferenz „Seezugänge“. Derzeit mit der Österr. Gesellschaft für Landschaftsarchitektur Etablierung einer bundesweiten Seenkonferenz, Lehrbeauftragte an der TU Wien und der Boku und Forscherin zum Thema Seezugänge.
Erich Trummer - Gemeinde Neutal
Die Gemeinde Neutal im Burgenland wurde 2024 mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis in Gold ausgezeichnet, eine der höchsten Anerkennungen für nachhaltige und zukunftsorientierte Dorfentwicklung in Europa. Es wurde das Ortszentrum neugestaltet und eine neue, multifunktionale Sport- und Kulturhalle ohne zusätzliche Bodenversiegelung sowie mit natürlichen Materialien errichtet.
Für die Gemeinde hat diese internationale Auszeichnung von Expertinnen und Experten in Sachen Dorf- und Gemeinwesensentwicklung sowie Raumplanung einen enorm hohen Stellenwert, betonte Bürgermeister Erich Trummer: „Es ist für uns Gemeindevertreterinnen und -vertreter eine objektive Wertschätzung für den besonderen Neutaler Weg, den die Neutalerinnen und Neutaler seit vielen Jahren, mit guter Zusammenarbeit und starkem Zusammenhalt über Ortsgrenzen hinaus, gehen.“
Die Gemeinde Neutal habe sich „in beeindruckender Art und Weise vom ehemaligen Bauerndorf über ein Pendler- und Maurerdorf bis heute zur modernen Technologie- und Tourismusgemeinde entwickelt. Diese Entwicklung hat die Gemeinde einem visionären Denken und Handeln sowie einer umfassenden Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung unter dem Motto ‚Mit den Menschen für die Menschen‘ zu verdanken.“
Podiumsdiskussion
LH-Stvin. Anja Haider-Wallner
Anja Haider-Wallner (*1979) ist Landessprecherin der Grünen Burgenland und seit 6. Februar 2025 Landeshauptmann-Stellvertreterin. In ihr Ressort fallen zentrale Zukunftsbereiche wie Umwelt, Landwirtschaft, Energie sowie die Dorferneuerung. Mit “Baba, Beton!” initiierte sie den ersten Entsiegelungswettbewerb für burgenländische Gemeinden. Als Obfrau des Vereins „Unser Dorf“ leitet sie das Biodiversitätsprojekt “Vielfalt vor der Haustür”, das ab März Trittsteinbiotope in jeder fünften Gemeinde ermöglicht.
Klubobmann Wolfgang Spitzmüller
Wolfgang Spitzmüller war 11 Jahre im Burgenländischen Landtag und über ein Jahr Klubobmann der GRÜNEN.
Er ist seit vielen Jahren Naturschutzorgan und sehr engagiert im Tier- und Naturschutz.
Bodenschutz ist für den Biobauern selbstverständlich, auch auf seinem kleinen Hof im Südburgenland steht Boden- und Naturschutz ganz vorne.
Als Gemeinderat ist ihm eine gute Dorfentwicklung und die Lösungsfindung natürlich sehr wichtig.
Grete Krojer
Mag. Grete Krojer steht seit Jahrzehnten für engagierte, nachhaltige Dorferneuerung im Burgenland. Als Gemeinderätin in Wulkaprodersdorf, ehemalige Landtagsabgeordnete und Klubobfrau der Grünen verbindet sie politische Erfahrung mit starker Basisarbeit. Ihr Engagement reicht von Bürgerinitiativen über Umwelt- und Gemeindepolitik bis zur Stärkung lokaler Beteiligung. Krojer setzt sich konsequent für lebenswerte Gemeinden, Bürgernähe und eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume ein.
„Mit dem Projekt Dorf der kurzen Wege haben wir in Wulkaprodersdorf bewusst darauf gesetzt, Wege im Alltag wieder zu Fuß zurücklegen zu können. Wenn Wege kürzer und attraktiver werden, steigen Menschen öfter aus dem Auto aus – und begegnen sich wieder im Dorf.
KASTLGREISSLER - Moritz Schuschnigg
Moritz Schuschnigg vereint internationale Marketing- und PR-Erfahrung mit regionalem Unternehmergeist.Mit dem KastlGreissler bringt er seit 2020 frische, gesunde Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs in burgenländische Gemeinden ohne Nahversorger.
Sein Konzept: moderne Selbstbedienungs-Kastln mit rund 450 regionalen Artikeln – zugänglich bis zu sieben Tage die Woche. Ein nachhaltiges Modell zur Stärkung lokaler Produzent:innen und lebendiger Ortszentren.
ESZTER SZAJKOVICS - LSV
Die LSV (Landesschüler:innenvertretung) ist die gesetzlich verankerte Vertretung aller Schüler:innen eines Bundeslandes. Im Burgenland vertritt sie rund 35.000 Schüler:innen diverser Schularten. Die Landesschüler:innenvertretung im Burgenland gliedert sich in drei Bereiche, um die Interessen und Anliegen der Schüler:innen aus verschiedenen Schultypen effektiv zu vertreten: AHS (Allgemeinbildende Höhere Schulen) BMHS (Berufsbildende mittlere und höhere Schulen) BS (Berufsschulen). Eszter Szajkovics, geboren am 17. November 2006 in Budapest. Seit ihrer frühen Kindheit lebt sie in Österreich. In der Unterstufe besuchte sie das BRG Mattersburg, bevor sie für die Oberstufe an die BHAK/HAS Eisenstadt wechselte, wo sie aktuell ihre schulische Ausbildung abschließt.
Ihr Engagement in der Schüler:innenvertretung begann in der 3. Oberstufe, als sie erstmals in ihrer eigenen Schule kandidierte und Teil des aktiven Teams wurde. Im darauffolgenden Jahr übernahm sie die Funktion der stellvertretenden BMHS-Landesschulsprecherin.
Derzeit besucht sie die Abschlussklasse und vertritt neben der Vorbereitung auf ihrer Matura als BMHS-Landesschulsprecherin rund 35.000 Schüler:innen im Burgenland – sowohl auf Landesebene in der Landesschüler:innenvertretung Burgenland als auch auf Bundesebene in der Bundesschüler:innenvertretung.
Pia Jordan-Lichtenberger - Radlobby Burgenland
Die Radlobby Burgenland setzt sich für den Alltagsradverkehr im Burgenland ein. Das Ziel der Radlobby ist, auf gute Rahmenbedingungen hinzuwirken, um sich im Burgenland sicher und ohne Umwege mit dem Fahrrad fortbewegen zu können. Wir sind im Austausch mit Politik und Verwaltung, bieten aber auch viele Aktivitäten an, um Menschen wieder mehr zum Fahrradfahren zu bringen. Besonderes Augenmerk liegt auch darauf, die Mobilität der Kinder am Fahrrad zu fördern (z.B. Bicibus zur Schule, Fahrradparcours bei Veranstaltungen).
Pia Jordan-Lichtenberger ist Vorsitzende und Gründungsmitglied der Radlobby Burgenland, die es seit dem Jahr 2022 gibt. Sie lebt seit fast 10 Jahren autofrei im Burgenland und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie es ist, im Burgenland viel mit dem Rad unterwegs zu sein.
Vor Ort - Stände
VGUGV: Örtliches Entwicklungskonzept
Der VGUGV ist der Interessensverband grüner und unabhängiger Gemeinderät:innen im Burgenland. Er stärkt kommunalpolitische Arbeit durch Vernetzung, praxisnahe Schulungen, Austausch und Beratung. Ziel ist es, Mandatar*innen zu unterstützen, ökologische und sozial gerechte Gemeindepolitik in burgenländischen Gemeinden voranzubringen und nachhaltige Dorfentwicklung zu fördern.
Als Obfrau des Interessensverbands der grünen Gemeinderätinnen (VGUGV) stärkt Karin Parapatits Austausch, Wissen und Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik. Sie ist Gemeinderätin und Umweltgemeinderätin in Weppersdorf. „Gemeindepolitik ist oft ganz nah an den Menschen – genau dort können Mandatarinnen viel bewegen, und der VGUGV unterstützt sie dabei mit Beratung und Know how.
RADLOBBY BURGENLAND
Die Radlobby Burgenland setzt sich für den Alltagsradverkehr im Burgenland ein. Das Ziel der Radlobby ist, auf gute Rahmenbedingungen hinzuwirken, um sich im Burgenland sicher und ohne Umwege mit dem Fahrrad fortbewegen zu können. Wir sind im Austausch mit Politik und Verwaltung, bieten aber auch viele Aktivitäten an, um Menschen wieder mehr zum Fahrradfahren zu bringen. Besonderes Augenmerk liegt auch darauf, die Mobilität der Kinder am Fahrrad zu fördern.